Opel-Krise

Opel-Krise

— 24.06.2002

Opel auf der Holperstrecke

Imageprobleme und Produktionsengpässe machen Opel immer noch schwer zu schaffen. Opel-Chef Carl-Peter Foster rechnet erst in fünf bis sechs Jahren mit dem Aufschwung für die Marke.

Opel richtet sich auf eine längere Durststrecke für die Sanierung des Unternehmens ein. "Fünf bis sechs Jahre wird es noch dauern, bis uns die Kunden wieder richtig vertrauen", sagte Opel-Chef Carl-Peter Forster der "Welt am Sonntag". Trotz der bislang erreichten Fortschritte kämpfe Opel noch immer mit Imageproblemen: "Unsere Weste hat noch ein paar dunkle Stellen. Die müssen erst weg." Seine konservative Kundschaft will der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG unter keinen Umständen verlieren: "Es wäre fahrlässig, wenn wir das täten. Ein großer Teil unserer Kundschaft bräche dann weg." Weitere Kunden will der Hersteller mit neuen Modellen wie dem Sportboliden Vectra GTS gewinnen.

Forster bekräftigte die Prognose, dass Opel nach einem neuerlichen Verlustjahr 2002 im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehrt. "Ende 2003 erwarte ich eine schwarze Null." Opel hatte 2001 einen Rekordbetriebsverlust von 674 Millionen Euro eingefahren, der im laufenden Jahr aber gedrückt werden soll. Erschwert wird die Rückkehr in die Erfolgsspur allerdings vom stark rückläufigen Absatz. In den ersten fünf Monaten brach der Marktanteil von Opel/General Motors (inklusive Saab) in Deutschland mit rund 141.000 Autos (Vorjahr: knapp 181.000) um 2,2 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent ein.

Zusätzliche Probleme bereitet den Rüsselsheimern der Anlauf der neuen Vectra-Baureihe, die Opel aus der Krise führen soll. So rechnet der Hersteller nur noch mit dem Verkauf von 35.000 Fahrzeugen in Deutschland und 100.000 bis 120.000 in Europa. Ursprünglich waren insgesamt 150.000 angepeilt. Derzeit würden aber aus Qualitätsgründen nur 650 Vectras statt maximal 870 täglich ausgeliefert.

Damit noch nicht genug: Sorgen macht den Rüsselsheimern zudem ein mögliches stärkeres General Motors-Engagement bei Fiat. "Dabei haben wir in Rüsselsheim schon mehr als genug zu tun", zitiert die Zeitung Welt am Sonntag einen "ranghohen" Opel-Techniker. "Wenn wir uns auch noch um die Sorgen in Italien kümmern müssen, bekommen wir ein echtes Problem." (autobild.de/dpa)

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