Opel-Krise

Opel-Krise

— 19.10.2004

Erste Wogen geglättet

Das Ergebnis der ersten Verhandlungsrunde bei Opel: Sicherung der Standorte, Kündigungen "weitestgehend ausgeschlossen".

dpa Mehr als 50.000 Menschen haben am Dienstag (19. Oktober) an den Standorten der GM-Töchter Opel, Saab und Vauxhall europaweit gegen den geplanten drastischen Stellenabbau protestiert. Der seit Donnerstag anhaltende wilde Streik in Bochum legt inzwischen auch die Produktion in Rüsselsheim und im belgischen Antwerpen lahm. Am Nachmittag blieb zunächst weiter unklar, ob die Bochumer Arbeiter ihre Aktionen weiter fortsetzen und damit die Auseinandersetzung weiter eskalieren lassen. In Rüsselsheim griff Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz das Management des Mutterkonzerns scharf an, zeigte sich aber bereit zu weiteren Verhandlungen.

In einer gemeinsamen Erklärung von Gesamtbetriebsrat und Opel-Management bekannten sich beide Seiten schließlich zu dem Ziel, die Opel-Werke Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern langfristig zu erhalten. Die Standorte sollten soweit wettbewerbsfähig gemacht werden, daß sie auch über 2010 hinaus bestehen könnten. Dies ist das erste Ergebnis der am Montag begonnenen Verhandlungen über die Sanierung, der nach Angaben von General Motors bis zu 12.000 Arbeitsplätze in Europa zum Opfer fallen könnten. Die Gespräche sollen am Donnerstag fortgeführt werden.

Die Arbeitsniederlegungen im besonders gefährdeten Werk in Bochum wurden auch am Dienstag vormittag fortgesetzt. Die Belegschaft des Bochumer Opel-Werks ist allerdings zu Beratungen über eine mögliche Wiederaufnahme der Produktion zusammengekommen. Betriebsratschef Dietmar Hahn berichtete den Arbeitern, daß als Ziel der Verhandlungen mit dem Management die Sicherung der Standorte und ein sozialverträglicher Stellenabbau vereinbart worden sei. "Damit sind Kündigungen weitestgehend ausgeschlossen", so Hahn.

Da General Motors europaweit in einem Fertigungsverbund arbeitet, können die Bochumer Opel-Arbeiter auch die Produktion in anderen Werken lahm legen. Am Hauptsitz in Rüsselsheim wurde die Vectra-Fertigung wegen fehlender Zulieferungen gestoppt, zuvor hatte bereits das Werk Antwerpen mitgeteilt, die Astra-Produktion wegen Teilemangels abzuschalten. In Rüsselsheim werden täglich 700, in Antwerpen 1100 Autos gebaut. In Bochum haben die wilden Streiks die Produktion von rund 2000 Fahrzeugen verhindert.

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