Opel-Krise: GM-Chef in Rüsselsheim

— 15.11.2012

Akersons Treueschwur

Diese Worte lassen Opelaner vielleicht wieder etwas ruhiger schlafen: GM-Chef Dan Akerson hat sich bei einem Besuch in Rüsselsheim hinter Opel gestellt und einen geplanten Verkauf der Marke vehement dementiert.

(dpa) Nach immer wieder aufkommenden Gerüchten um einen möglichen Verkauf der Tochter Opel hat GM-Boss Dan Akerson den Mitarbeitern in Rüsselsheim die Treue geschworen. "Manche Analysten haben ... empfohlen, Opel zu verkaufen oder das Europageschäft einfach ganz aufzugeben und der Konkurrenz zu überlassen. Nichts liegt mir ferner als das", sagte der Chef der Opel-Mutter General Motors nach dpa-Informationen am Donnerstag (15. November 2012) vor mehr als 5000 Opelanern in Rüsselsheim. Opel spiele eine wichtige Rolle für die Produktentwicklung im Konzern weltweit. Dies gelte etwa in Sachen CO2-Einsparung.

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Als globaler Automobilkonzern brauche GM eine starke Präsenz in Europa, betonte Akerson. Und zwar mit Design- und Entwicklungszentrum, Produktion und einer Verkaufsorganisation. Zwar gebe es auch Platz für Chevrolet: "Aber zum großen Teil erfüllt Opel diese Aufgabe für GM. Wir wollen, dass beide Marken wachsen – und zwar profitabel."

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Opel verliert seit Jahren Geld, allein 2012 erwartet GM in Europa ein Minus von 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Dollar (bis zu 1,4 Mrd Euro). Frühestens zur Mitte des Jahrzehnts rechnet GM mit einer schwarzen Null vor Sonderkosten. In trockenen Tüchern ist die Rückkehr in die Gewinnzone aber nicht. Akerson betonte, dass es sich nur um ein Ziel handele, nicht um ein Versprechen: "Wir müssen mit unserem Plan noch einige Hürden nehmen." Allerdings habe die defizitäre Tochter schon Fortschritte gemacht. So sei der Umsatz erhöht und die Gewinnschwelle gesenkt worden, etwa durch niedrigere Fixkosten. GM investiere weiter in neue Opel-Modelle und -motoren, sagte Akerson: "Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn wir vorhätten, Opel in die Insolvenz zu treiben oder vor sich hin dümpeln zu lassen bis sich die Wirtschaft erholt, würden wir unsere Zeit und unser Geld nicht für diese Investitionen verwenden, soviel ist sicher."

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Gleichzeitig hob Akerson die Bedeutung der Allianz mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën hervor. Das Abkommen im Bereich Logistik trete 2013 in Kraft, die Vereinbarung über den gemeinsamen Einkauf stehe kurz vor dem Abschluss: "Beides wird uns Einsparungen durch dringend notwendige Skaleneffekte bringen." Zuletzt hatten Medien berichtet, die Zusammenarbeit könne scheitern. Akerson ging darauf nicht ein, betonte aber: "In wichtigen Bereichen mangelt es uns noch an Volumen ... Und wenn die Lösung dafür eine Zusammenarbeit mit PSA ist, dann machen wir das."

Opel-Krise: Rotstift in der Verwaltung

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