Opel Meriva Fahrbericht

Opel Meriva Fahrbericht

— 01.03.2010

So fährt sich der neue Opel Meriva

Er ist länger und breiter als sein Vorgänger, hat hinten Türen wie ein Rolls-Royce. Doch der neue Opel Meriva hat noch mehr zu bieten, wie AUTO BILD bei der ersten Ausfahrt feststellte.

Wieder so ein Kunstname: Opel Meriva. Was war eigentlich falsch an Kadett oder Admiral? Immerhin, ein wenig nautisch klingt das ja. Nach Wasser und Sonne, wie Meer und Riva eben. Nur: Jetzt ist es dunkel und verschneit. Und der Meriva strahlt nicht, sondern versteckt sich hinter schwarzen Klebestreifen. Damit ihn keiner erkennt, denn enthüllt wird er erst auf dem Genfer Salon. Für unsere Leser haben wir ihn hier aber schon mal per Computer "neu lackiert", so wie er später mal aussehen wird. Auf zur ersten Ausfahrt. Die angemessene Ouvertüre, ganz klar: Den hinteren Verschlag aufreißen und sich locker auf den Rücksitz fallen lassen.

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Eine Klasse besser als beim Vorgänger: der Fahrkomfort des neuen Opel Meriva.

Ich erlebe die Glanznummer des neuen Opel: die Rolls-Royce-mäßig nach hinten aufgehenden Fondtüren. Und es stimmt, es ist bequem und praktisch, vorausgesetzt, die Passagiere vorn und hinten steigen nicht gleichzeitig aus. Die Rücksitze sind schmal, aber gut gepolstert. Und wenn ich sie ganz nach hinten schiebe, rücken sie automatisch etwas zur Mitte hin – für mehr Schulterfreiheit. Wer so sitzt, genießt Platz wie in der Businessklasse. Und – Wohltat Nummer zwei – auch der Fahrkomfort ist nun um eine Klasse besser. Die Holperstraßen, die Opel für die erste Ausfahrt aussuchte, nimmt der Meriva gelassen. Ohne Torkeln, auch ohne heftige Stöße. Das Fahrwerk ist stramm gedämpft, aber nicht zu hart. Ebenfalls angenehm: die gute Aussicht im Fond, denn die Polster sind höher als vorn. "Theater-Seating" heißt das auf Marketingdeutsch. "Mehr Meriva", beschreibt Chefingenieur Klaus Nüchter, meine Begleitung, das Motto des Nachfolgers.

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Top-Motorisierung: Die 140 PS des 1.4ers gehen mit dem 1300-Kilo-Raumschiff locker um.

Er räumt freilich ein, dass die 20 Zentimeter Längenzuwachs kaum dem Innenraum zugutekommen: "Das steckt im Vorbau" – die Vorschriften, der Aufprallschutz für Fußgänger etwa, diktierten das. Spüren aber kann ich die zehn Zentimeter mehr Breite. Platzwechsel in die erste Reihe. Auch vorn wirkt die Kanzel des Meriva angenehm luftig. "Wir haben das Cockpit so flach gehalten wie eben möglich", erläutert Nüchter. Es verbessert zweifellos den Raumeindruck. Auf die Opeltypische Knopfsammlung auf der Mittelkonsole hat das aber leider keine Auswirkung – da hilft nur Übung. Die Sicht nach schräg vorn ist für einen Van nicht schlecht, doch die weit nach vorn reichenden Fensterpfosten stören trotzdem. Ich fahre das Topmodell mit dem 1,4-Liter-Turbobenziner. Seine 140 PS gehen mit dem 1300-Kilo-Raumschiff locker um.

Er zieht schön aus dem Drehzahlkeller, gibt sich akustisch dezent und dröhnt bei hohen Drehzahlen nicht mehr. "Der Vorderwagen orientiert sich konstruktiv eng am größeren Zafira", so der Chefingenieur. Das hilft offenbar. 6,5 Liter pro 100 km soll der Motor im Normzyklus verbrauchen, das geht gemessen an den Fahrleistungen in Ordnung. Wem 140 PS zu viel sind: Die Palette startet mit einem 75-PS-Diesel und einem 100-PS-Benziner. Auch das Fahrwerk arbeitet jetzt erheblich präziser und die Lenkung zielgenauer, das extreme Untersteuern des Vorgängers ist verschwunden. Scheint so, als sei der Meriva wirklich auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden.

Technische Daten Opel Meriva 1.4 Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1364 cm³ • Leistung 103 kW (140 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 200 Nm bei 1850/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • 0–100 km/h 10,2 s • Spitze 198 km/h • EU-Mix 6,5 l Super/100 km • 154 g CO2/km Preis ca. 18.000 Euro.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Eine erfreuliche Überraschung, die erste Ausfahrt im Meriva. Obwohl das Auto noch aus der Vorserie stammt, lassen Antrieb und Fahrwerk bereits ein neues Maß an Feinschliff erkennen. Lobenswert aber auch der erheblich bessere Raumeindruck.

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