Opel Monterey/Isuzu Trooper II (92–03)

Gebrauchtwagen Opel Monterey/Isuzu Trooper II Gebrauchtwagen Opel Monterey/Isuzu Trooper II

Opel Monterey/Isuzu Trooper II (1992–2003)

— 14.09.2004

Ein teurer Spaß

Zuerst wurde er als Opel verkauft, dann als originaler Isuzu. Egal wie er heißt, er kombiniert hohe Ersatzteilpreise mit schwer kalkulierbarer Lebensdauer des Diesels.

Konstruktion udn Karosserie

Dieser Wagen ist ein echtes Welt-Auto. Bei uns hieß er Opel Monterey, in Japan Isuzu Bighorn oder Honda Horizon, in Australien Holden Jackaroo. 1999 wurde er bei uns vom Opel Monterey zum Isuzu Trooper. Und immer geht es um das gleiche Auto, einen in Japan hergestellten großen Geländewagen aus dem amerikanischen General-Motors-Konzern.

Sprechen wir im folgenden der Einfachheit halber vom Trooper. Isuzu ist hauptsächlich ein Dieselmotoren- und Lastwagenhersteller. Das merkt man auch dem Trooper an. Unter der gut verarbeiteten Karosserie steckt ein solider Rahmen, an dem ein robustes Fahrwerk befestigt ist.

So weit, so gut, weil für den Gebrauchtkäufer praktisch ohne Risiko. Das Wagnis liegt beim Trooper dort, wo man es am wenigsten vermuten würde: beim Dieselmotor. Mag sein, dass Isuzu unproblematische Lkw-Motoren baut. Ob der seit 1998 im Trooper eingebaute Dreiliter-Turbodiesel ein gelungener Wurf war, darf aus heutiger Sicht bezweifelt werden.

Motor und Technik

Von den Fahrzeugen unserer Leser waren jedenfalls acht Prozent von Turboladerschäden betroffen, 27 Prozent mussten Reparaturen an der unübertroffen komplexen Einspritzanlage vornehmen lassen, und 15 Prozent beklagten gar einen Motor-Totalschaden. Es gibt aber auch zahlreiche 3.0-DTI-Direkteinspritzer-Besitzer mit weit über 200.000 Kilometern auf dem Tacho – ohne Defekte. Wie kann das sein?

Zum einen kommt es auf die Fahrweise an. Anhänger- und Geländebetrieb machen dem Motor offenbar nichts aus. Aber schnelle Autobahnfahrt nimmt er übel, weil hier hohe Drehzahlen entstehen. Der Turbolader reagiert überdies sehr empfindlich auf sorglose Behandlung durch kräftiges Gasgeben bei kaltem Motor oder sofortiges Abstellen nach der Fahrt.

Das größte Problem birgt das Motoröl. Die eigenartige Einspritzdruckerzeugung über das Motoröl erfordert penibles Einhalten der vorgeschriebenen Ölsorte und Wechselintervalle. Dazu kommt, dass manche Werkstätten das Einspritzsystem offenbar nicht wirklich durchblicken. Kein Wunder also, dass nur 26 Prozent wieder einen Trooper kaufen würden.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1992 Einführung des Isuzu Trooper II; in Deutschland als Opel Monterey; kurzer/langer Radstand, LxBxH 4,31/4,74x1,75x1,84m; 3,1-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel (Wirbelkammer, 114 PS) oder 3.2-V6-Benziner (177 PS) 1996 Kleines Facelift mit Waben-Kühlergrill statt senkrechter Streben; neue Armaturentafel mit neuen Bedienelementen und zwei Airbags 1998 Großes Facelift; neue Frontpartie, 3.0-4-Zyl.-TD (Direkteinspritzer; 159 PS) statt 3.1-TD; 3.5-V6-Benziner (215 PS) statt 3.2-V6 1999 Opel beendet den Monterey, Deutschland-Vertrieb nun über Isuzu, Tel. 06031/ 18 83 2003 Ende des Verkaufs über Isuzu Deutschland; Ersatzteilversorgung bleibt

Schwachstellen • die Auspuffanlage hält meist nur zwischen drei und vier Jahre • Ölundichtigkeiten: 30 Prozent sind betroffen, meist tropfen Motor und Getriebe • beim 3.1 TD ist die Kupplung zu schwach dimensioniert. Ein Drittel der 3.1-TD-Fahrer musste schon vor 100.000 km die Kupplung erneuern • die Zuverlässigkeit ist extrem unterschiedlich: Bei den V6-Benzinern sind Pannen selten. Der 3.1 TD bleibt etwas öfter liegen (Zylinderkopfdichtung, elf Prozent) oder startet gar nicht (Einspritzpumpe, sieben Prozent) • schlimm sieht es beim 3.0 DTI mit seiner komplexen, Öldruck-gesteuerten Common-Rail-Einspritzung aus: 38 Prozent Panne unterwegs, 34 Prozent Startversagen. Immer liegt es am Motor. Entweder spinnen elektronische Sensoren, oder die Öldruck-Steuerung der Einspritzung versagt • dazu kommen Turbo- (acht Prozent) und totale Motorschäden (15 Prozent)

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Trooper 3.0 TD mit Schaltgetriebe, Baujahr 2000. Alle Ersatzteile bis auf Bremsklötze und Blechteile sind abschreckend teuer, auch die Auspuffanlage, die zudem eher kurzlebig ist.

Fazit und Technik

Fazit "Die zuverlässigen V6-Benziner wären ja eine Empfehlung wert. Aber haben Sie sich mal die Preise für Ersatzteile angesehen? Gesalzen! Die Dieselversionen sind zwar sparsam und kräftig. Der ältere 3.1 TD ist auch einigermaßen ausdauernd. Aber der 3.0 DTI mit seiner extrem komplizierten Einspritzung hält nur bei Langsamfahrern und korrekten Ölwechslern." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb bis 100 km/h zuschaltbar (nur Viertürer mit Automatik ab 1999: permanenter Allradantrieb über zentrale Lamellenkupplung); Geländereduktion (2,05:1); Differentialbremse (65%) hinten • Aufbau: Stahlblech-Karosserie auf Leiterrahmen • Verbrauch: 3.2/3.5: 15/14l Super; 3.1/3.0 TD: 11,5/10,5l Diesel/100 km • Höchstgeschwindigkeit: 3.2/3.5: 170/177 km/h; 3.1/3.0 TD: 147/166 km/h

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