Fahrbericht Opel Monza

Opel Monza: Fahrbericht

— 11.10.2013

Exklusive Ausfahrt im Opel Monza

Mit einem hinreißend schönen Coupé zeigt Opel, wie es mit der Marke weitergehen könnte. Der Monza stimmt optimistisch – wie unser exklusiver Fahrbericht zeigt.

Mit leisem Surren gleitet die riesige Flügeltür ins Schloss. Ein kurzer Knopfdruck, und schon erwacht die Cockpit-Landschaft zum Leben, blinkt verführerisch in allen Farben des Regenbogens. Fast fühlt sich der Fahrer, als sei er versehentlich in einem Sience-Fiction-Film gelandet. Willkommen in der Zukunft, Morgenstimmung bei Opel. Eben noch hat sich der Monza im Rampenlicht der IAA gedreht. Ein elegantes Coupé, das dem neuen Geist beim Rüsselsheimer Autobauer ein Gesicht verleihen soll. Kaum hat die Autoausstellung ihre Pforten geschlossen, beginnt das zweite Leben des Monza. Jetzt muss er zeigen, dass er kein Salontiger, sondern ein realistischer Ausblick auf künftige Modelle von Opel ist.

Zwei Redakteure, zwei Meinungen: Was kann der Opel Monza?

Weltexklusive Testfahrt: AUTO BILD nahm als erstes Automagazin hinterm Steuer des Monza Platz.

"Unser Designteam hat den konkreten Auftrag, dass sich das Gesicht des Monza beim nächsten Insignia wiederfindet", sagt Karl-Thomas Neumann mit fester Überzeugung. Dabei strahlt er über das ganze Gesicht. Lange haben wir keinen Opel-Chef mehr gesehen, der so eine Zuversicht ausstrahlt. Neumann hat sich die für eine Sanierung Opels so notwendige Beinfreiheit beim Mutterkonzern General Motors erkämpft. Neue Modelle wie Adam und Mokka kommen bei den Kunden gut an. Der Monza hat zusätzlichen Rückenwind gebracht. "Die Reaktionen des IAA-Publikums waren fast schon enthusiastisch", erzählt Neumann. Aber auch ihm ist klar, dass Opel nun liefern muss. Wie zum Beweis dafür, dass Opel genau das tun wird, bietet Neumann AUTO BILD an, als erstes Automagazin hinterm Steuer des Monza Platz zu nehmen. Klar, das Coupé ist ein Showcar, mit den Maßstäben an ein Serienauto nicht zu messen. Aber er zeigt auch schon im Prototyp-Stadium, womit Opel sich künftig beschäftigen wird. So gelingt der Einstieg etwa deutlich bequemer, als die flache Silhouette es vermuten lässt.

Überblick: Stromer und Spritknauser bei AUTO BILD GREENCARS

Technologieträger: Der Monza nutzt das gesamte Armaturenbrett als Display – eine gute Idee.

Designer und Techniker haben lange darüber nachgedacht, wie das gelingen kann, und Aggregate einfach verschoben und so das Cockpit rund 15 Zentimeter tiefer anordnen können als bei anderen Autos. Deshalb bietet der Monza selbst im Fond ähnlich viel Platz wie ein aktueller Insignia – obwohl er kompakter ist. Klare Botschaft: Außen groß und innen eng wie beim aktuellen Astra wird es in Zukunft nicht mehr geben. Opel zeigt eine neue Größe. Ähnlich futuristisch wie das Äußere ist auch der Antrieb. Die Technik stammt prinzipiell aus dem Plug-in-Hybriden Ampera, also mit einem Benziner, einem Elektromotor und einem Stecker für den Stromanschluss. Statt des angejahrten Vierzylinders von GM treibt den Monza allerdings ein neu konstruierter Dreizylinder an, der bereits im Herbst auch dem Kleinwagen Adam zu neuem Schwung verhelfen soll. Um die CO2-Bilanz zu verbessern, wird er in der Studie mit Erdgas befeuert. Lautlos und mit dem hohen Drehmoment seines Elektromotors setzt sich der Monza in Bewegung, zeigt so, dass sich die Welt verändert. Immer stärker, immer schneller, das allein geht heute nicht mehr. Stattdessen gelten neue Maßstäbe für Fahrspaß und Luxus: nahezu lautlos aus dem Wohngebiet rollen, sich elektrisch durch den Stadtverkehr bewegen – ein gutes Opel-Gefühl. Und eben eines, das in die heutige Zeit passt.

Wie auch die Gestaltung des Cockpits. Noch hat kein Hersteller eine Antwort auf die Frage, wie sich immer neue Funktionen wie das Internet problem- und nahtlos ins Auto integrieren lassen. "Opel will hier künftig eine Führungsrolle übernehmen", verspricht Neumann. Wie die aussehen könnte, zeigt der Monza. Statt einzelner Monitore nutzen die Rüsselsheimer das komplette Cockpit als Anzeige. Erstmals hat ein Hersteller eine LED-Projektion aus der Veranstaltungstechnik an Bord eines Autos geholt. Damit lassen sich je nach Fahrsituation verschiedene Anzeigen einfach ausblenden.

Das gelingt so verblüffend perfekt, dass man sich unwillkürlich fragt, warum noch niemand darauf gekommen ist. Auch wenn es noch ein weiter Weg für diese Technik in die Serie ist. Opel zeigt eindrucksvoll, was wir in diesem Bereich zu erwarten haben. Nach einer halben Stunde geht unsere Probefahrt mit dem Monza zu Ende. Was bleibt von diesem ersten Eindruck? Neumann hat einen genauen Plan, weiß, wie er die Marke positionieren will. Mit seiner Zuversicht steckt er an, schon lange waren wir nicht mehr so optimistisch, was die Zukunft von Opel betrifft – der Monza hat seine Mission erfüllt. Lautlos und doch mit einer Botschaft, die jeder versteht.
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Der stimmige Monza zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise bei Opel geht. Voll vernetzt, funktional und umweltfreundlich – das könnte ein Erfolgsrezept werden. Die wichtigste Botschaft aber: Opel hat endlich wieder eine Zukunft!

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