Opel Omega B (1994-2003)

Gebrauchtwagen Opel Omega Gebrauchtwagen Opel Omega

Opel Omega B (1994-2003)

— 25.02.2002

Omega auf Talfahrt

Mehr Platz fürs Geld gibt es nirgendwo. Doch den niedrigen Preisen steht eine Mängelflut gegenüber. Erst ab 1996 wurde der Omega immer besser

Qualität und Karosserie

Seine Qualitäten als Neuwagen sind unbestritten, doch wer einen Opel Omega gebraucht kauft, sollte lieber zweimal überlegen. Kein Widerspruch, sondern absolut ernst gemeint: Wer sich mit der Rüsselsheimer Limousine einläßt, darf nicht nur die günstigen Preise sehen, sondern muß auch laxe Verarbeitung registrieren. Deshalb sprechen wir die Empfehlung auch nur für Modelle nach der 96er Modellpflege aus; davor von den Bändern gerollte Omega sind potentielle Pannen-Kandidaten.

An erster Stelle steht die serienmäßige Infrarot-Fernbedienung für Zentralverriegelung und Wegfahrsperre. Wer die Signale einer schwächelnden Batterie im Handsender - abnehmende Reichweite – ignoriert, darf sich alsbald von einem freundlichen Opel-Händler helfen lassen. Für technisch Normalbegabte ist der Batteriewechsel jedenfalls unmöglich, und ohne fährt der Opel nicht.

Doch dramatischer ist die Gammelneigung des Omega-Blechs, die an italienische Schnellroster der Siebziger erinnert. Bereits im Bericht nach Beendigung unseres Omega-Dauertests (Heft 1/97) hatten wir die lückenhafte Konservierung des Testwagens bemängelt, deren Folgen nun unser Gebrauchtwagen aus dem August 94 anschaulich zeigt. Jedenfalls würde es uns nicht wundern, wenn der TÜV spätestens nach sieben Jahren erste Löcher in die vergilbte Bodengruppe stochert.

Technik und Motor

Lediglich der Bereich rings um den Kardantunnel ist perfekt geschützt. Allerdings unfreiwillig: Ein abgerutschter Schlauch zwischen Turbolader und Motor ließ ölgeschwängerte Luft aus dem Motorraum daran vorbeiwirbeln. Ein Mangel, der die von BMW stammenden Turbodiesel nach Serienanlauf oft betraf und eigentlich von den Vertragshändlern mittels besserer Schellen abgestellt sein sollte. Ansonsten arbeitet die Mechanik ausgesprochen unauffällig, nicht mal die eigentlich für Opel typischen Wasserpumpenschäden gibt es zu beklagen.

Allerdings ist man immer noch nicht in der Lage, die Lagerung des Lenkzwischenhebels so zu überarbeiten, daß sie mehr als 100.000 Kilometer übersteht. Bei unserem Test-Auto hat der Hebel deutlich Spiel, das sich in einem schwammigen Ansprechverhalten der Lenkung äußert. In manchen Omega empfiehlt es sich, einen Regenschirm aufzuspannen – die Wasserabführungen des Schiebedachs rutschen von ihren Stutzen, die Nässe bringt erst den Stoffhimmel zum Schimmeln und tropft dann nach drinnen.

Wer nun ganz clever sein möchte und statt dessen einen Omega mit Klimaanlage wählt, könnte tatsächlich vom Regen in die Traufe geraten: Die Kühlaggregate neigen bis Ende 95 zu Undichtigkeiten, das Bedienteil im Armaturenbrett kann auch später noch schlappmachen. Auf die Plazierung in der Pannenstatistik haben solche Dinge natürlich keinen Einfluß, hier spielen eher die Zahnriemendefekte der V6-Motoren eine Rolle. Teilweise brachen auch die Riemenräder. Mit dem gleichen Ergebnis: Motorschaden.

Auch solche Ärgernisse sollen spätestens mit dem 97er Facelift abgestellt sein, desgleichen die vorher unbefriedigende Lackqualität. In jedem Fall verbesserten Seitenairbags die Sicherheit und neue Ellipsoid-Scheinwerfer die Fahrbahnausleuchtung, das konnten wir schon ausprobieren. Die Rostvorsorge dagegen soll seit Mitte 96 in Ordnung sein. Das werden wir im Auge behalten – beim nächsten Opel-Dauertest.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/94 Markteinführung des Omega B als viertürige Stufenheck- oder Kombilimousine. Motoren von 115 bis 210 PS, ein Sechszylinder-Turbodiesel mit 130 PS. Serienmäßig Fahrer- und Beifahrer-Airbag sowie ABS 7/96 Inbetriebnahme der neuen Konservierungsanlage im Werk Rüsselsheim – verbesserter Rostschutz 9/97 Modellpflege. Ellipsoid-Scheinwerfer für alle Modelle, auf Wunsch Xenonlicht (Serie im "Sport"), Sidebags serienmäßig; neuer, sparsamer Diesel DI 16V, 100 PS 9/98 Entfall 115-PS-Motor, Klimaanlage Serie für alle Modelle 6/03 Produktionsende ohne direkten Nachfolger

Schwachstellen • Fernbedienung für Zentralverriegelung und Wegfahrsperre macht schlapp wegen leerer Batterie. 96 von Infrarot auf Funkbetrieb umgestellt, Wegfahrsicherung unabhängig vom Handsender • Klimaanlage verliert Kühlmittel (bis Ende 95), außerdem kann das elektronische Bedienteil verrückt spielen • Zahnriemen der früheren Vier- und der Sechszylinder sind im Alter von regelmäßiger Wartung abhängig. Unterbleibt diese, können überspringende oder reißende Riemen den Motor ruinieren • Lenkgestänge weist bereits bei niedrigen Kilometerleistungen an Kugelköpfen und Zwischenhebel Spiel auf • Tanks rosten bei älteren Modellen von innen nach außen (Kondenswasser). Opel tauscht auf Kulanz

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Omega B 2.0i, 85 kW/115 PS, Bj. 95. Auch der größte Opel zeigt die erwartete Wirtschaftlichkeit, das Preisniveau liegt bei einigen Posten gar unter dem der Kompaktklasse.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Die komfortable Limousine gehört zu den Selbstgängern auf dem Gebrauchtwagenmarkt, besonders begehrt ist der Caravan. Leider nerven einige Macken im täglichen Umgang: Klimaanlage und Schiebedach sind immer für eine böse Überraschung gut. Ein Kapitel für sich ist der klemmende Öffner der Fahrertür: Zuwenig Fett läßt die Mechanik verschleißen, bis die Tür nicht mehr öffnet und man rechts einsteigen muß. Relativ schnell abgestellt hat Opel die mangelhafte Lackqualität. Bis 96 konnten schon kleine Steinschläge fünfmarkstückgroße Lackplatzer hervorrufen. Letztlich ist der Kauf eine Frage des Preises: Kaum 15.000 Mark für einen frühen Omega B sind günstig für ein so großes Auto." Thomas Knaack, freier Kfz-Meister, Hamburg

AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert

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