Opel Omega B Caravan (1994-2003)

Gebrauchtwagen Opel Omega Caravan Gebrauchtwagen Opel Omega Caravan

Opel Omega B Caravan (1994-2003)

— 25.02.2002

Ein Riesen-Angebot!

Viel Auto für wenig Geld: Gebrauchte Opel Omega B Caravan sind wenig gefragt und deshalb wahre Schnäppchen.

Karosserie und Technik

Opel Omega B galten gebraucht bislang als Flop. In unserem 100.000-Kilometer-Dauertest 1997 gab es Mängel ohne Ende, der TÜV kritisiert vor allem die fünfjährigen Modelle, und unser 94er Kandidat von vor zwei Jahren (1999) enthüllte ebenfalls reichlich Schwachstellen.

Trotzdem geben wir dem Omega B heute eine neue Chance. Vielleicht sind jüngere Modelle ja solider geworden? Zur Probefahrt stellt sich ein 98er Caravan als Händlerangebot. Vom Lack ist der Opel top, doch auf der Hebebühne folgt die Ernüchterung. Der Endtopf ist verrottet, die übrige Abgasanlage samt Kat bereits mürbe. Die Bremsscheiben sind an den Kanten rostig und leicht riefig. Vermutlich noch die erste Garnitur und bald für den Austausch fällig. Mithin also typischer Verschleiß nach gut 74.000 Kilometern. Und weil die hinteren Antriebsräder offenbar auch abgefahren waren, wurden kaum zwei Profilmillimeter starke Altreifen von 95 aufgezogen. Das ist dreiste Spar-Verkaufsstrategie, denn diese drei Mängel kosten den nächsten Besitzer gleich mehr als tausend Mark zusätzlich zum Kaufpreis.

Immerhin, vom besonders bei älteren Modellen oft diagnostizierten Rostbefall ist nichts zu sehen. Einzig die Schnittkanten der Achsträger sind leicht korrodiert - völlig unproblematisch. Wie bei jedem Kombi sollten besonders die Stoßdämpfer gründlich geprüft werden. War der Vorbesitzer ein Hobbyspediteur, kann die Dämpfung am Ende sein. Zwar zeigen sich Eintauchspuren der Plastikhaube (Schutz für die Kolbenstange), doch die Stoßdämpfer sind noch trocken, verlieren kein Öl.

Motor und Innenraum

Gleiches gilt für Motor und Getriebe. Die aktuelle Basismotorisierung mit zwei Liter Hubraum und 136 PS gilt als etwas müde, aber zuverlässig und lässt sich mit neun bis zehn Litern fahren. Für Familien also völlig ausreichend. Mit sechs Töpfen und 170 (2.5) bis 218 PS (3.2) ist der Omega natürlich sportlicher unterwegs, braucht dann aber im Schnitt auch zwölf Liter. Die V6-Motoren nervten zudem eine Zeit lang mit Zahnriemenrissen. Der alte BMW-Diesel (2.5/130 PS) ist keine Empfehlung. Die besseren DTI-Selbstzünder mit 100 und 120 PS sind erst ab 98 im Programm und noch selten.

Seltener sind auch die Detailschwächen im Innern geworden. Besonders Klimaanlage und Schiebedach galten früher als klassische Versager. Auch ausgesperrte Fahrer sind rar geworden, nachdem die Schlüsselfernbedienung von Infrarot auf Funk umgestellt wurde. Da bleibt Caravan-Interessenten dann nur noch die Freude an einem Ladevolumen von 1800 Litern, das lediglich von einem T-Modell der Mercedes E-Klasse oder einem Citroën XM Break überboten wird. Und die Zuladung von bis zu 550 Kilogramm ist unschlagbar - in der AUTO BILD-Kaufberatung (1999) war der Omega die beste Wahl bei den Kombis bis 50.000 Mark.

Vor solchen Preisen müssen Gebrauchtkäufer nicht zittern: 50 Prozent Wertverlust nach drei Jahren melden Preiswächter von DAT und Schwacke. Da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Und das Angebot ist üppig. Reichlich gibt es die Einstiegsvariante und Ex-Firmenwagen mit V6-Motor oder Turbodiesel. Selten sind kleine Sechser (2.5) und der zuletzt nachgeschobene, sehr schöne 2,5-Liter DTI mit 150 PS von BMW. Doch ob dürftig oder durstig, Modelle ab 97 beweisen verbesserte Solidität und sind ab dem Facelift vom Herbst 2000 besonders empfehlenswert.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/94 Einführung als Nachfolger vom Omega A mit Benzinmotoren 2.0 (115 und 136 PS), 2.5 (170 PS) und 3.0 (210 PS). Diesel: 2.5 Turbo mit 130 PS 5/97 Navigationssystem Carin II serienmäßig für MV6, für andere Modelle gegen Aufpreis erhältlich 8/97 Serienmäßige Seitenairbags, Xenonlicht für MV6 und Sport, als Option für andere Modelle erhältlich 9/99 Modell 2000: überarbeitete Front, Schlussleuchten in Zwei-Ton-Design, neuer Diesel-Direkteinspritzer 2.0 DTI mit 100 PS 6/03 Produktionsende ohne direkten Nachfolger

Schwachstellen • die Fernbedienung für die Zentralsperre macht gerne mal schlapp, wenn ihre Batterie saftlos ist. Leider blockiert dann auch die Wegfahrsperre, und der Omega bleibt am Parkplatz • die Klimaanlage verliert vor allem bei älteren Modellen (bis Ende 95) öfter Kühlmittel. Ziemlich teuer wird ein gerissener Zahnriemen: Wird er nicht vorschriftsgemäß regelmäßig geprüft und gewechselt, riskiert man einen Motorschaden • Rost ist ein typisches Problem, nicht immer wird er fachgerecht beseitigt. Kanten und die Auspuffanlage sind da besonders gefährdet • Lenkgestänge weisen bereits bei niedrigen Laufleistungen an Kugelköpfen und Zwischenhebeln Spiel auf

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Omega B V6, 155 kW/210 PS, Baujahr 1998. Für ein Fahrzeug seiner Klasse überrascht der Ober-Opel mit angenehm niedrigen Ersatzteilpreisen. Gebrauchte Teile gibt es in großer Menge am Markt.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit Der Opel Omega B Caravan ist erheblich besser als sein Vorgänger, dennoch kommt es bei unseren Überprüfungen häufig zu Beanstandungen. Das Lenkungsspiel ist oft zu groß, bei der Beleuchtungsanlage der dreijährigen Modelle gibt es immer wieder Probleme. Ebenso nach drei Jahren gibt auch die Abgasanlage wiederholt Anlass zu Kritik. Besser als der Schnitt ist der Omega B bei den Bremsen, da liegt er im grünen Bereich. Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Omega 2.0 16V Sport Caravan (100 kW/136 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 200 Mark im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,6 Liter, gemessen 10,2 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/1000 Mark SB): 1908 Mark. Teilkasko (27/300 Mark SB): 412 Mark. Haftpflicht (16): 1604 Mark. (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 400 bis 600 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 54 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 3000 Mark Verlust

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