Opel-Produktion international

— 11.12.2012

Weltweit ans Werk

Im Opel-Werk Bochum stehen ab Ende 2016 die Bänder still. In anderen Städten geht die Produktion weiter. Hier werden die Opel-Modelle gebaut!

Für den Zafira ist im Opel-Werk Bochum Ende 2016 Schluss.

(dpa) Laut Opel arbeiten in Deutschland insgesamt etwa 20.300 Beschäftigte an vier Standorten. In Bochum laufen der Astra Classic und der Zafira Tourer vom Band. Rund 3200 Menschen sind direkt im Unternehmen beschäftigt, rund 1000 bei Partner- und Fremdfirmen. In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa, von 2013 an auch den Adam. Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie – noch – ein Astra-Modell gefertigt. 13.800 Mitarbeiter sind hier tätig, davon 3500 in der Produktion und 7000 in den Bereichen Entwicklung und Design. In Kaiserslautern bauen knapp 2500 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.

Abschied von Bochum

Opel in Bochum Opel in Bochum Opel in Bochum
In Gleiwitz in Polen läuft seit 2011 nur noch der Astra vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt. Am Standort Saragossa in Spanien fertigen rund 5500 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo. In Großbritannien bauen etwa 2100 Beschäftigte in Ellesmere Port Astra-Modelle. In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Menschen gefertigt. Wenig bekannt ist, dass der Agila ebenso wie der Splash bei Magyar Suzuki Zrt. in Esztergom (Ungarn) gebaut wird. In Frankreich entsteht der Kleintransporter Movano, der auch als Renault Master auf dem Markt ist. Der Antara wird in Südkorea und Russland hergestellt, ebenfalls aus südkoreanischer Produktion stammt der Mokka. Der mit dem Chevrolet Volt nahezu baugleiche Ampera hat seine Produktionsstätte in Detroit. An welchen Standorten Opel zurzeit seine aktuelle Modellpalette bauen lässt, sehen Sie oben in der Bildergalerie!

Hintergrund: Opel-Standort Bochum vor dem Aus

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Kommentare zum Artikel (4)

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FNA
12.12.2012, 17:28Uhr

@k-landfried: Sehe ich heute genauso. Damals wurde eine historische Chance vermasselt, nämlich Opel von GM loszulösen. Unter Magna/Sberbank wäre Opel heute schon, nur 3 Jahre nach der GM-Krise, ein global agierendes, nahezu selbständig arbeitendes Unternehmen (etwa wie bei Volvo unter Geely).
Mir stellt sich nur die Frage warum man diese Chance sang und klanglos verstreichen ließ.
Vielleich weil der deutsche Staat schon indirekt über Anteile des Landes Niedersachsen an einem deutschen Autohersteller beteiligt ist? Weil dieser Autohersteller (oder dessen Lobbyisten) bei den zuständigen politischen Entscheidungsträgern intervenierten?
Nur Mutmaßungen. Aber wer weiss schon so genau, was hinter den Kulissen ablief?

k.landfried
12.12.2012, 16:15Uhr

@Halbwissender: GM war vor wenigen Jahren pleite, am Abgrund. Wieso? Reines Missmanagement von abgehobenen Schreibtisch-Managern, die nur Kostentabellen kannten. Wie jener Louis Hughes, der Ende der 80er Jahre des letzten Jhdts Opel in miserable Fertigungs- und Produktquailität trieb (Hughes war Opel-Vorstands-Vorsitzer in Deutschland, sprach kein Deutsch und wusste alles besser, bis man ihn ablösen musste).
Die Chance, Opel von GM zurückzuholen, bestand eben in jenem Zeitfenster, als GM selbst vor der Zerschlagung stand, bis es dann durch US-Steuersubventionen gerettet wurde. Aber die deutsche Politik war leider ängstlich. Man hätte Opel eine schöne Insolvenz bescheren können, als es noch die AG gab, aus der ein Erwerb durch Magna etc. gelungen wäre.
Opel hätte Erfolg gehabt!

Halbwissender
12.12.2012, 11:42Uhr

@ k.landfried
Naja, es ist doch sicherlich das normalste der Welt, dass der Eigentümer Geld sehen will! Sie arbeiten oder investieren ja auch nicht umsonst, oder!?
Außerdem hat GM auch viel Geld bei Opel investiert und Opel hat genauso durch technische Entwicklungen von Schwesterfirmen von GM profitiert!
Es wird immer so getan, als wenn GM ein Konkurent zu Opel ist. Das ist absoluter Quatsch! GM selber baut keine Autos!
GM hat entschieden, dass die Marke Opel hauptsächlich in Europa vertreibt! Punkt! Dadurch gibt es Verluste! Diese Verluste scheint GM dadurch im Gesamtkonzern auszugleichen, indem sie mit Opel-Entwicklungen außerhalb von Europa dementsprechend mehr verdienen unter anderen Marken von GM!
Über einen Verkauf eines Unternehmens entscheidet übrigens der Eigentümer, kein anderer!

k.landfried
11.12.2012, 18:57Uhr

Ich kann es nur noch einmal wiederholen: wer die Geschichte von Opel nach 1929 kennt, weiß, dass Rabenmutter GM die deutschen Opel-Werke einerseits zur Kompensation ihrer in Detroit fehlenden technischen Kreativität ausgebeutet haben, zum ander aber auch finanziell-buchhaltungstechnisch betrogen und marktmäßig abgewürgt haben.
Opel-Fahrzeuge sind h e u t e so gut wie alle anderen, zum Teil auch besser. Aber in die Wachstumsmärkte lässt GM Opel nicht hinein.
Hätte die deutsche Politik nicht aus Angst vor den USA gezögert und gezagt, dann hätte Magna zusammen mit der Sberbank u nd den Opelanern und den Händlern und den Bundesländern mit Opelwerken den Laden übernommen und auf Kurs gebracht. Dann würde heute keiner um Bochum zittern müssen.

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