Opel Vice-President Verkauf Allain Visser

Opel: Reaktion auf Werbe-Schelte

— 18.08.2010

"Die Garantie verteidigen"

Opel weist die Kritik an seiner Kampagne für eine lebenslange Garantie zurück. Notfalls gehe man vor Gericht. Wettbewerbshüter bezeichneten die Werbung als irreführend.

Opel wird an seiner Werbung für eine lebenslange Garantie festhalten – selbst dann, wenn die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs die Rüsselsheimer verklagt. "Wir haben hier eine Super-Initiative und werden sie verteidigen", sagte Marketing-Chef Alain Visser am 18. August 2010 in einer eilig einberufenen Telefon-Konferenz für Journalisten. Die Wettbewerbshüter hatten den Hersteller abgemahnt, die "irreführende Blickfangwerbung" nicht zu wiederholen. Bis 20. August 2010 solle Opel eine entsprechende Unterlassungserklärung abgeben, verlangt der Verein, der mit einer Vertragsstrafe von 15.000 Euro droht. Jetzt stellte Visser klar: "Wir werden reagieren, aber wir werden eine solche Unterlassungserklärung nicht unterschreiben." Opel habe die Kampagne mit enormen Aufwand vorbereitet und sich im Vorfeld juristisch abgesichert. Angaben zu den Kosten des Werbefeldzugs machte er nicht, aber sie sei so teuer wie die Markteinführung einen neuen Modells vom Schlage eines Astra.

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Die Wettbewerbszentrale kritisierte insbesondere den Begriff "lebenslange Garantie", der in der Werbekampagne noch mit dem mathematischen Symbol einer liegenden Acht für "unendlich" verknüpft werde. Erst in einem Sternchenhinweis würden zahlreiche Einschränkungen genannt. "Wir nennen die Garantie lebenslang, weil sie lebenslang ist", kontert Visser. Tatsächlich endet die Garantie jedoch nach 160.000 Kilometern, außerdem wird bereits ab 60.000 Kilometern Laufleistung ein Kunden-Anteil an den Materialkosten fällig. Zur "lebenslangen" Garantie mit einigen Sternchen unter der Werbung sagte er: "Ich habe noch keine Kampagne erlebt, auch nicht bei Opel, die alle Fragen beantwortet." Die Kunden könnten sich beim Händler über Details informieren.

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Negativ-Folgen für Opel wegen der drohenden Klage befürchtet Visser nicht. Opel habe schon sehr viele positive Reaktionen von Kunden und Händlern auf die Kampagne bekommen. Und Ausnahmen – wie in diesem Fall die Kilometergrenze von 160.000 – seien in der Branche absolut üblich. Auf die Frage, ob möglicherweise ein Mitbewerber die Kampagne bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs angeschwärzt habe, sagte Visser, das könne und wolle er nicht behaupten. Dafür kam im Anschluss an die Telefonkonferenz aus Rüsselheim eine schriftliche Erklärung, in der es heißt: "Angesichts der Einzigartigkeit dieser Initiative sind wir über die Reaktionen einiger Wettbewerber nicht überrascht."

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