Opel Werk in Rüsselsheim

Opel-Sanierung

— 20.11.2009

Werksschließungen offen

Die Frage um Werksschließungen bei Opel ist weiter offen. Mitte Dezember will der neue GM-Europachef Nick Reilly einen Plan zur Sanierung vorlegen. Bis zu 10.000 Stellen sollen wegfallen.

(dpa/sb) Ob bei der Sanierung von Opel Werke geschlossen werden, hält der US-Mutterkonzern General Motors (GM) weiter offen. Zwar sagte der neue GM-Europachef Nick Reilly der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (20. November 2009): "Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen." Er betonte aber, es gebe verschiedene Wege, dies zu tun. Und fügte hinzu: Es gehe nicht notwendigerweise um ganze Werke. Opel wies in einer Stellungnahme am Donnerstagabend (19. November) darauf hin, dass die Aussagen Reillys nicht in der Weise fehlinterpretiert werden dürften, dass entschieden sei, alle Standorte von Opel zu erhalten.

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Reilly habe nur auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hinweisen wollen, die Kosten zu verringern, und dass er Details noch nicht nennen könne, erklärte Opel. Einen konkreten Plan für die Umstrukturierung der europäischen Werke hat Reilly bis Mitte Dezember in Aussicht gestellt. Innerhalb eines Jahres sollten 9000 bis 10.000 der rund 50.000 Stellen in Europa abgebaut werden, sagte der Manager dem Blatt. GM will die Fixkosten im Europa um 30 Prozent und die Kapazität um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Noch im Juni hatte GM die Schließung der Fabriken in Antwerpen, Bochum und Eisenach geprüft. Gegen diese Pläne läuft der Opel-Betriebsrat Sturm. GM rechnet mit Sanierungskosten von 3,3 Milliarden Euro und hofft dafür auf Staatshilfen. Deshalb muss der US-Konzern Rücksicht nehmen.

Werk in Saragossa bleibt bestehen

Eine gute Nachricht erhielten am die Opel-Arbeiter in Spanien: Der Autohersteller werde auf lange Sicht an dem Werk in Figueruelas bei Saragossa festhalten, sagte Reilly bei einem Besuch der Fabrik im Nordosten Spaniens. "Das Werk ist sehr wichtig für die Zukunft des Konzerns." GM plane, die Autofabrik weiter zu verbessern und die Effektivität zu erhöhen. Der Zulieferer Magna, der mit seinen Übernahmeplänen für Opel am Widerstand von GM gescheitert war, hatte vorgesehen, in dem spanischen Werk 900 der mehr als 7000 Arbeitsplätze abzubauen. "Ich glaube nicht, dass unsere Pläne schlechter ausfallen werden", betonte Reilly.

2013 wieder Gewinn?

Nach einem Verlust von 400 Millionen Euro im dritten Quartal 2009 solle das GM-Europageschäft um Opel 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben und "2013 einen ordentlichen Gewinn" erzielen, schreibt die "FAZ". Reilly halte den zwischen dem abgewiesenen Investor Magna und der Belegschaft vereinbarten Verzicht auf jährlich 265 Millionen Euro Lohn für ausreichend. Reilly betonte, dass es bisher keine Absage des Bundes für Staatshilfe gebe: "Der Bund ist sehr interessiert daran, dass Opel eine Zukunft hat." Er wies gleichzeitig den Vorwurf zurück, die Staatshilfe der einzelnen Regierungen könnte den Inhalt des Sanierungsplan zugunsten der Meistbietenden beeinflussen: "Das trifft nicht zu." Reilly reist am Montag (23. November 2009) zu einem Treffen der EU-Wirtschaftsminister nach Brüssel. Dort wolle er den einzelnen Regierungen darlegen, wie der Plan "in den Grundzügen aussehen könnte".

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