Opel: Sanierungsplan 2013
— 01.03.2013Autos aus Bochum bis 2016
Der Opel-Sanierungsplan steht. Die Opelaner in Bochum gewinnen Zeit und Hoffnung: Sie dürfen nun doch bis Ende 2016 Autos bauen.
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Seit Juni 2012 hatten das Management, die IG Metall und der Betriebsrat über ein Sparprogramm für den defizitären Autobauer verhandelt. Opel leidet unter der Absatzkrise in Europa, fährt massive Verluste ein und muss die Kosten daher drücken. Die US-Mutter General Motors (GM) erwartet zur Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen in Europa. Für die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2016 müssen die Beschäftigten in allen deutschen Werken auf Geld verzichten. So stunden sie Tariferhöhungen bis 2015 jeweils so lange, bis die nächste Tariferhöhung in Kraft tritt, wie Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug erklärte. Zudem entfallen übertarifliche Gehaltsanteile, wie etwa der übertarifliche Anteil des Weihnachtsgeldes.
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Besonders schwierig sei es gewesen, eine Zukunft für den Standort Bochum zu erreichen, sagte Schäfer-Klug: "Mit den jetzt erreichten Vereinbarungen konnte die Schließung des Standortes verhindert werden. Bochum bleibt ein Opel-Produktionsstandort." Auch Girsky betonte, dass sich Opel nach dem Aus der Autofertigung in Bochum nicht aus dem Ruhrgebiet zurückziehen werde: "Wir wollen unser Warenverteilzentrum in Bochum behalten. Wir wollen insgesamt rund 1200 tarifgebundene Opel-Arbeitsplätze in Bochum sichern – und den Standort zum Komponentenwerk umwandeln." Demnach könnten rund 600 Arbeitsplätze im Lagerbereich verbleiben, 600 weitere in einer Komponentenfertigung. Welche Teile dort hergestellt werden, müsse noch festgelegt werden. Allerdings wird die Produktion in Bochum ab dem zweiten Quartal 2013 von Drei- auf Zweischichtbetrieb umgestellt. 700 Mitarbeitern bietet Opel bietet Abfindungsangebote und Altersteilzeitprogramme an.
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Mit dem Ende der Autoproduktion in Bochum wird den Beschäftigten für zwei Jahre der Übergang in eine Transfergesellschaft angeboten, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Zusammen mit Stadt und Land soll die Entwicklungsgesellschaft "Bochum Perspektive 2022" zudem neue Arbeitsplätze in Bochum schaffen. Das Unternehmen hofft auf etwa 1000 zusätzliche Jobs. Zuletzt beschäftigte Opel noch rund 3300 Menschen in der Stadt. In Deutschland insgesamt beschäftigt Opel mehr als die Hälfte seiner europaweit 37.000 Mitarbeiter. Der Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel kritisierte den Sanierungsplan. Für das Bochumer Werk enthalte die Rahmenvereinbarung nichts außer Absichtserklärungen, sagte Einenkel der dpa. Er habe gegen die Vereinbarung gestimmt, "weil alle Punkte für Bochum weiterhin offen sind". Es bestehe die Gefahr, dass 2016 mehr als 2000 Menschen in Bochum vor einer Kündigung stehen. Nach Betriebsratsangaben wurden alle Überlegungen begraben, die zentrale Fertigungsplanung oder den Prototypenbau aus Rüsselsheim abzuziehen und sie an Fremdfirmen zu vergeben oder ins Ausland zu verlagern. Im Ingenieursbereich galten 700 Jobs als bedroht. Das sei vom Tisch, sagte Schäfer-Klug: "Im Engineering bleiben alle Stellen erhalten." Opel bestätigte, dass das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum mit rund 7000 Beschäftigten integraler Bestandteil im internationalen GM-Entwicklungsverbund bleibe. Nach der Einigung laufen am Fertigungsort Eisenach sowie in Rüsselsheim auch nach 2015 je zwei Modelle vom Band. Auch die nächste Generation des Flaggschiffs Insignia werde exklusiv in Rüsselsheim gebaut. Zudem werde das F40-Getriebe weiter am Firmensitz gefertigt. Das Opel-Komponentenwerk in Kaiserslautern wird ebenfalls über 2016 hinaus gesichert. Opel plane dort auch in Zukunft mit rund 1800 Mitarbeitern, teilte das Unternehmen mit. GM-Vize Girsky sagte zudem milliardenschwere Investitionen zu: "Der Schlüssel zu nachhaltiger Beschäftigung ist Wachstum. Der Schlüssel zu Wachstum sind Investitionen. Wir werden den Deutschlandplan mit einer milliardenschweren Modelloffensive unterstützen." Demnach werde Opel in neue Segmente und Märkte vorstoßen. Über entscheidende Details des Zukunftsprogramms muss ab dem 4. März 2013 weiter verhandelt werden, sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall: "Erst wenn das ganze Paket vorliegt, können wir es unseren Mitgliedern zur Abstimmung stellen."Das könnte Sie auch interessieren
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Kommentare zum Artikel (3)
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@Derock
Was in 10 Jahren ist? Ich lach mich kaput, dass ist nicht Ihr Ernst, oder?
Kann Ihnen jemand garantieren, dass es in 10 Jahren noch VW gibt? Nö! Die Wahrscheinlichkeit ist zwar groß aber garantieren kann Ihnen das keiner!
Vor 10 Jahren hat auch keiner gedacht, dass es Schlecker oder Quelle nicht mehr geben wird!
Das ist genau so ein wischi waschi Kompromiss wie die zig Kompromisse und Ankündigen die vorher getroffen wurden. Für die Mitarbeiter nichts klares, für die Kunden kein vernünftiger Kurs und der Kunde fragt zurecht, auch in hinsicht auf die Politik von GM, was ist denn in 10 Jahren ?
Da helfen keine jungen frischen Autos, da hilft nur vertrauen aufbauen und das hat weder der Betriebsrat noch die GM Führungsetage derzeit drauf. Dazu passt dann auch diese "Ankündigung".
Insgesamt ein guter Tag für Opel, für die Beschäftigten, für Neumann und last but not least für GM. Denn in Deutschland geht es nur so: Negativmeldungen raus, innovative Produkte rein. Es kann jetzt wieder vorwärts gedacht werden und die Kunden werden neues Vertrauen fassen.