Opel setzt auf Peugeot-Allianz

Opel-Sanierungsplan durchgewunken

— 29.06.2012

"Massive Investitionen" bei Opel

Der Aufsichtsrat hat den Opel-Sanierungsplan abgesegnet. Das Konzept setzt unter anderem auf "massive Investitionen in die Produktpalette" und auf die Allianz mit PSA.

(dpa) Im zweiten Anlauf hat Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke den Aufsichtsrat von seinem Sanierungsplan berzeugt. Das Kontrollgremium billigte am 28. Juni 2012 die Strategie, den verlustreichen Autobauer wieder in die schwarzen Zahlen zu lenken, teilte die Adam Opel AG in Rsselsheim mit. Das Konzept sieht "massive Investitionen in die Produktpalette", Einsparungen durch die Allianz mit dem franzsischen Autokonzern PSA Peugeot Citron und eine neue Exportstrategie vor. Heikle Passagen wie Werksschlieungen oder Stellenabbau tauchen in dem Konzept nicht mehr auf, mit dem Opel nach Milliardenverlusten in den vergangenen Jahren wieder auf die Erfolgsspur fahren will. Wann die Gewinnzone erreicht werden soll, blieb offen. Um die teuren berkapazitten abzubauen, sollen Modelle wie der kleine SUV Mokka, der Antara oder der Agila statt bisher in Korea knftig in Europa vom Band rollen. Beobachter erwarten, dass auch Modelle des franzsischen Partner Peugeot-Citroen bei Opel gebaut werden knnten. Das Unternehmen weist dies bisher als Spekulation zurck.

bersicht: News und Tests zu Opel

In seinem Plan verkauft Stracke viel alten Wein in neuen Schluchen: Er kndigte eine Investitionsoffensive an, die schon sein Vorgnger Nick Reilly prsentiert hatte. Auch die "neue Exportstrategie" wird von Beobachtern als wenig ehrgeizig bezeichnet und ist im Wesentlichen schon bekannt. Immerhin: Anders als im Mrz, als Strackes erster Geschftsplan im Aufsichtsrat durchfiel, billigte das Kontrollgremium nun die Strategie. Damit hat Stracke die lange verhrteten Fronten zwischen dem GM-Management in Detroit und den Gewerkschaften sowie Betriebsrten in Europa durchbrochen. "Der heute angenommene Plan"ebnet den Weg fr eine starke Zukunft von Opel, sagte GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky. General Motors stehe hinter Opel. Auch Aufsichtsratsvize und Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schfer-Klug lobte den "Geschftsplan 2012 bis 2016" als eine gute Basis fr die Zukunft von Opel.

Vorschau: Retten diese Modelle Opel?

Der Plan greift unter anderem bereits angekndigte Investitionen in die Produktpalette von Opel/Vauxhall auf. So sollen in den kommenden vier Jahren 23 neue Modelle, 13 neue Motoren und Getriebe sowie weitere Fahrzeuge mit umweltfreundlicher Antriebstechnik wie der Opel Ampera auf den Markt kommen. Das Ziel: Opel soll auch wieder in Segmenten (SUV, Cabrio) vertreten sein, die der Hersteller zuletzt kampflos der Konkurrenz berlie. Dass Stracke in dem Konzept auf einen Abbau der berkapazitten verzichtet, war zu erwarten. Denn in Deutschland verhandeln aktuell Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall. Dabei geht es unter anderem um den Verzicht auf betriebsbedingte Kndigungen bis Ende 2016. Das Werk in Bochum soll frhestens 2017 und damit zwei Jahre spter als bisher geplant geschlossen werden. Die Gesprche sollen im Oktober abgeschlossen werden, bis dahin verzichtet die Belegschaft auf die jngste Tariferhhung. Auch das Werk im britischen Ellesmere Port, das lange als Streichkandidat galt, ist lngst gerettet: Die Belegschaft war zu Einschnitten bereit und sicherte sich so die Fertigung der nchsten Astra-Generation.

Die Opel-Werke im Überblick

Deutschland: Bochum

In Bochum liefen 2011 ein Astra-Modell und zwei Zafira-Modelle vom Band. Nach Werksangaben arbeiten noch 3200 Beschftigte direkt im Unternehmen sowie rund 1000 Menschen bei Partner- und Fremdfirmen.

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Die hohen Kosten will der Opel-Manager vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem franzsischen Autokonzern PSA Peugeot Citron in den Griff bekommen. Besonders im Einkauf, der Logistik und der Entwicklung soll gespart werden. "Die PSA-Allianz hilft erst mittelfristig in drei bis fnf Jahren, wenn Modelle gemeinsam entwickelt und gebaut werden", sagte Autoexperte Stefan Bratzel. Bis dahin knnten die Konzerne zwar ber den gemeinsamen Einkauf sparen. Der groe Wurf sei das aber nicht. Opel hat mit Absatzrckgngen auf dem schwachen europischen Automarkt zu kmpfen. In den ersten fnf Monaten des Jahres verkauften der Autobauer und die britische Schwester Vauxhall in der Europischen Union fast 16 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor, der Gesamtmarkt schrumpfte um 7,7 Prozent.

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