Opel-Werk in Bochum

Opel: Sparpläne von GM

— 23.03.2012

Opel-Werk in Bochum soll schließen

Die Opel-Mutter General Motors plant offenbar die Schließung von zwei Werken in Europa. In Deutschland könnte es das Werk in Bochum treffen, in England Ellesmere Port.

(dpa/sb) Die Mitarbeiter von Opel müssen sich erneut auf tiefe Einschnitte gefasst machen. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) will hart durchgreifen und Kosten senken, um die defizitäre Tochter aus den roten Zahlen zu führen. Dabei stünden einmal mehr zwei Werke auf der Kippe, berichtete das "Wall Street Journal": Die Standorte Bochum mit knapp 5200 Mitarbeitern und Ellesmere Port in England mit 2100 Beschäftigten. Auch ein erneuter Lohnverzicht wird nach Medienberichten diskutiert. Wie in Arbeitnehmerkreisen zu hören ist, spüren die Mitarbeiter den Druck von allen Seiten, die Angst vor Stellenstreichungen gehe um.

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GM werde die Verträge einhalten und bis Ende 2014 kein Werk schließen, hieß es. Wenn Bochum und Ellesmere Port bis dahin ihr Kapazitätsproblem aber nicht lösen, würden die Standorte wohl geschlossen. Aus Sicht des Opel-Betriebsrats verbieten sich Spekulationen über Standortschließungen allerdings. "Es macht wenig Sinn, über teure Werksschließungen zu spekulieren. Diese würden eine Rückkehr des Unternehmens in die Gewinnzone auf Jahre hinaus unmöglich machen", sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug heute (23. März 2012). Zudem könnten die europäischen Werke auch dadurch ausgelastet werden, dass Autos der Marken Opel und Vauxhall nicht mehr aus anderen Regionen importiert werden. Der neue Opel Mokka wird etwa in Südkorea gefertigt.

Betriebsrat fordert Task Force

Mögliche Entscheidungen über einen Kahlschlag wurden noch nicht getroffen. Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel scheint aber auf Einiges gefasst zu sein. In der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe) forderte er: "Die Landesregierung (in Düsseldorf; d. Red.) muss jetzt sofort eine Task Force gründen, um das Bochumer Opel-Werk zu retten." Die Sparpläne könnten bei der Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch (28. März 2012) für Zündstoff sorgen. Schon jetzt gehen Betriebsräte und Gewerkschaften gegen die Schrumpfkur auf die Barrikaden. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild warf dem Management von Opel und GM am Freitag vor, mit dem Feuer zu spielen: "Statt automobile Konzepte zu liefern, werden jetzt wieder die Sparschweine durch die europäischen Standorte getrieben. Die Geduld der Menschen, auch die Geduld der IG Metall, neigt sich dem Ende." Die Arbeitnehmerseite fordert stattdessen eine Offensive: Nur mit neuen Modellen und neuen Märkten könne das Volumen erhöht und Opel saniert werden, sagte Wolfgang Nettelstroth, Sprecher der IG Metall in Nordrhein-Westfalen: "GM muss sich entscheiden, mehr Autos zu verkaufen, nicht Opel klein zu sparen. Das gefährdet die Marke und damit alle Standorte."

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