Opel streicht Nachtschicht in Eisenach

— 08.10.2012

Produktion auf Sparflamme

Ab dem Jahreswechsel 2012/2013 wird es bei Opel in Eisenach wohl keine Nachtschicht mehr geben. Die Zukunft des Werks hängt an der Produktion des Opel Adam.



(dpa) Wegen der anhaltenden Absatzflaute will der Autobauer Opel voraussichtlich von Anfang 2013 an im Werk Eisenach die Nachtschicht streichen. "Ziel ist, ab 1. Januar in Eisenach in den zweischichtigen Betrieb zu wechseln", sagte der Betriebsratschef der Opel Eisenach GmbH, Harald Lieske, der Nachrichtenagentur dpa. Die Verhandlungen über den Wegfall der Nachtschicht liefen noch, es seien noch eine Reihe von Details zu klären. Einen Personalabbau wird es laut Lieske in der Thüringer Autofabrik aber nicht geben. "Es bleibt bei den 1600 Mitarbeitern."

General Motors: Opel ist unverkäuflich

Opel hatte bereits Änderungen im Schichtbetrieb angekündigt, bisher aber offen gelassen, wann die Nachtschicht gestrichen wird. Mit dem Serienstart des neuen Stadtautos Adam Anfang 2013 werde eine gute Auslastung von zwei Schichten erreicht, sagte Lieske. "Die Kurzarbeit wird Ende des Jahres definitiv zu Ende sein." Mit der Produktion des neuen Kleinwagens Adam hat das Werk nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) auch wieder eine langfristige Perspektive. Bisher wird dort nur der dreitürige Corsa gebaut. In die Produktionsanlagen für den Adam wurden nach Unternehmensangaben 190 Millionen Euro investiert.

Opel-Krise: Stellenabbau in der Verwaltung

Mit einem Tag der offenen Tür wurden am Wochenende vom 5. bis 7. Oktober 2012 das 20-jährige Bestehen des Thüringer Werkes und 150 Jahre Opel gefeiert. Der Rüsselsheimer Autobauer war einer der ersten Konzerne, die nach dem Fall der Mauer in Ostdeutschland in eine neue Fabrik investierten. Erst am 5. Oktober 2012 hatte sich GM klar zu seiner kriselnden Europa-Tochter bekannt. Das US-Unternehmen reagierte mit einem Dementi auf neuerliche Verkaufsspekulationen. "Opel steht nicht zum Verkauf", hatte der GM-Manager und Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky betont. GM stehe voll hinter Opel. Das Unternehmen sei entscheidend für den künftigen GM-Erfolg in Europa. Opel steckt wie auch andere Hersteller, die besonders abhängig von der Entwicklung in Europa sind, in einer tiefen Krise und hatte die Produktion an mehreren Standorten gedrosselt. Der Automarkt vor allem in Südeuropa ist angesichts der Schuldenkrise auf Talfahrt.

Video: Opel Adam

Hier wird Adam gebaut

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