Opel Trixx gegen Smart fortwo

Opel Trixx gegen Smart fortwo

— 16.04.2004

Opel hat wirklich gut getrixxt

In Genf zeigte Opel seinen Mini im Smart-Format. Ist der Trixx gar besser als das Original? AUTO BILD baten die Kleinen zum ersten Vergleich.

"Passt da auch ein Achtzylinder rein?"

Schade, dass Carl-Peter Forster nicht dabei ist. Nur zu gerne htten die Opel-Designer gesehen, wie sich ihr 1,90 Meter langer Chef auf den Fahrersitz setzt, um dann zu fragen: "Passt da auch ein Achtzylinder rein?" Natrlich wrde der groe Opel-Chef den kleinen Trixx vor Publikum loben. Schulterklopfend. Sich selber ein bisschen applaudierend. Denn das zornig blickende Drei-Meter-Auto war seine Idee: "Mein Lieblingskind!"

Der 49-jhrige Top-Manager dachte bereits an einen Stadtmini, als Smart nur auf dem Papier bestand und Trixx Maxx war, eine Kleinstwagenstudie aus dem Jahr 1995. Knapp zehn Jahre spter fllt der Mini von Mercedes-Benz die Parkboxen europischer Metropolen, whrend Opels Micromobil nur als Konzeptauto existiert.

Diesmal aber knnte der Bonsai-Opel konkrete Formen annehmen. Das Segment der so genannten Microautos wchst, und der Opel Agila ein praktischer, hochbeiniger, kurzer Kasten sucht sptestens in zwei Jahren einen Nachfolger. Vielleicht spielt Forster dann Trixx 17 aus.

Zielgruppe: hippe Grostdter mit Geld

"Unser Arbeitsauftrag heit: Baut den besseren Smart", sagt Chef-Designer Stefan Arndt. "Smart hat die Menschen darauf vorbereitet, dass ein Kleinwagen nicht unbedingt billig sein muss." Denn auch ein Trixx in Serie wrde 13.000 bis 14.000 Euro kosten so viel wie ein Nissan Micra mit Extras.

Was kann der Opel-Vorschlag besser als die smarte Konkurrenz? Lcken besetzen dank platzsparender Tren. Jeweils ein Schwenkarm hlt die beiden Tren, die elektrisch zur Seite gleiten. "Das Vorstandsauto fr verstopfte Innenstdte", meint Designer Stefan Arndt. Damit entlarvt der 40-Jhrige im gleichen Atemzug die Zielgruppe: hippe Grostdter mit Geld und ausgefallenem Geschmack. Klein ist eben sexy.

Ausgerechnet Opels Paradedisziplinen das Raumkonzept und die flexiblen Sitze versuchten die Ingenieure zu verbessern. Im Trixx legt sich der Beifahrersitz auf Wunsch flach, auch die Lehne schliet bndig mit Mitteltunnel und Fondabteil ab. So passt sogar ein Mountainbike aufrecht in den Wagen.

1,3-Liter-Diesel mit 70 PS unter der Haube

Aber Trixx kann mehr als Sessel versenken. Er zaubert neue hervor, wo vorher keine waren! In weniger als zehn Sekunden blst ein Kompressor an Bord einen Fondplatz auf, sobald der Passagier die Kopfsttze zieht. Und hinter dem Fahrer klappt ein Kindersitz aus der Rckwand.

Pltzlich fhlen sich Smart-Fahrer einsam. Allein gelassen in ihrem Zweisitzer mit 150 Liter Kofferraum. Denn in den Opel-Mini passen bis zu 640 Liter mehr. Weil die Rsselsheimer ihren Kleinen von vorn aufzumen.

Unter der Fronthaube steckt ein 1,3-Liter-Diesel (70 PS). Der Khler liegt auf dem Motor. Diesen Kniff haben die Ingenieure vom Sportwagen Speedster bernommen. Smart steckt seine Dreizylinder-Aggregate traditionell ins Heck, um den Radstand noch krzer zu halten (1,81 Meter).

Heckscheibe per Knopfdruck versenkbar

An der Rckseite des Opel-Modells fhrt eine Schublade heraus, auf der sich zwei Fahrrder transportieren lassen. Das System funktioniert so simpel, dass es Opel bei knftigen Modellen als Option anbieten will. Vermutlich schon beim nchsten Corsa oder fr den Astra Caravan.

Hoffentlich geht auch die versenkbare Heckscheibe in Serie, die aus der coolen Kiste einen Pick-up macht. Das Glasdach fhrt auf Knopfdruck nach vorn. Aerodynamisch duckt es sich hinter den Dachspoiler. Arndt: "Die aufgesteckte Sonnenbrille unseres kleinen Opel." So visionr Trixx auch aussehen mag, die Technik unter der Stahlkonstruktion ist keine Utopie. Denn bei den Motoren bedienen sich die Rsselsheimer aus dem General-Motors-Pool, fr den auch Fiat und Suzuki produzieren. Und mit etwas Fantasie knnte Trixx die Plattform bilden fr den Trepino, den sen Nachfolger des Fiat 500 im gelungenen Retrodesign. Auch wenn Fiat (noch) dementiert.

Der Opel-Chef wrde das Projekt bestimmt begren. Gleich nach seinem Osterurlaub wird er den Trixx bestimmt besuchen. Denn Kinder vermissen Mnner am meisten. Vor allem, wenn es die eigenen sind. Wir jedenfalls gratulieren ihm schon jetzt zum Neugeborenen. Damit der Kleine mal ein ganz Groer wird, fehlt nur noch ein Satz von Herrn Forster: "Ja, wir bauen ihn."

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