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Opel-Übernahme

— 22.05.2009

Regierung prüft Konzepte

Nach Ablauf der "Bewerbungsfrist" berät die Bundesregierung heute weiter über die Rettung von Opel und prüft die vorgelegten Konzepte der drei möglichen Investoren Magna, Fiat und Riplewood.

Die Übernahmekonzepte potenzieller Opel-Investoren liegen vor, und die Bundesregierung berät nun unter Hochdruck weiter über die Rettung des Betriebs. Die zuständigen Bundesminister und die Ministerpräsidenten der vier Opel-Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen treffen sich dazu heute (22. Mai 2009) im Bundeskanzleramt. Angebote hatten der italienische Autobauer Fiat, der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood vorgelegt. Unterdessen berichtet die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg, dass auch ein chinesischer Hersteller bei der Opel-Mutter GM am Donnerstag (21. Mai) schriftlich ebenfalls sein Interesse signalisiert, aber noch kein Angebot unterbreitet habe. Um Stellenstreichungen wird Opel nach Informationen der BILD-Zeitung bei keinem der drei Konzepte herumkommen. Fiat will der Zeitung zufolge im Falle eines Einstiegs europaweit insgesamt 18.000 Stellen streichen, auch in Fiat-Werken. Magna plane den Abbau von rund 10.000 Stellen. Auch das Ripplewood-Konzept sehe Stellenstreichungen in der Größenordnung vor. Opel beschäftigt in vier deutschen Werken rund 25.000 Menschen.

Im Notfall wollen Opelaner und Händler selbst in die Bresche springen

Laut "Spiegel Online" will Fiat-Chef Sergio Marchionne im Falle einer Übernahme in allen vier deutschen Opel-Werken Stellen streichen, die Standorte aber erhalten. Nach BILD-Informationen verlangt Magna Bürgschaften von rund fünf Milliarden Euro, Ripplewood taxiere den abzudeckenden Kreditbedarf auf unter fünf Milliarden Euro; die höchsten Staatsgarantien verlange Fiat mit rund sieben Milliarden Euro. Nach Informationen von "Spiegel Online" favorisiert die GM-Spitze aber den kanadisch-österreichischen Magna-Konzern, während Fiat demnach nur auf Platz drei liegt. Unterdessen arbeiten die Beschäftigten an einer Notlösung, sollte die Übernahme durch Fiat, Magna oder Ripplewood scheitern. "Wenn alle Stricke reißen, würden die Arbeitnehmer und die Händler von Opel eine gemeinsame Offerte vorlegen", sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Online-Ausgabe). Die Summe könnte bei 1,5 Milliarden Euro liegen. Davon entfielen eine Milliarde Euro auf einen Lohnverzicht der Beschäftigten und weitere 500 Millionen Euro auf den Rettungsfonds, den die 4000 Opel-Händler schon beschlossen haben.

Keine GM-Insolvenz vor 1. Juni 2009

Was den Mutterkonzern General Motors angeht, bereitet die US-Regierung nach Angaben der "Washington Post" für die kommende Woche die Insolvenzeröffnung vor. Das meldete die Zeitung am Donnerstag (21. Mai) unter Berufung auf mit den Diskussionen vertraute Personen. Dem Entwurf für den Insolvenzplan zufolge solle der Opel-Mutterkonzern knapp 30 Milliarden Dollar an zusätzlichen Staatsgeldern erhalten, zitierte das Blatt einen Informanten. Allerdings will das US-Finanzministerium  Experten zufolge die angeschlagene Opel-Mutter nicht vor Ende der Frist am 1. Juni in die Insolvenz schicken. Auch sollten die Ergebnisse der Restrukturierungspläne nicht vor besagtem Termin veröffentlicht werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag (22. Mai) der Nachrichtenagentur Reuters. Beide Seiten arbeiteten immer noch daran, hieß es. (dpa/RTR/jkr)

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