Opel Magna Montage

Opel-Übernahme

— 03.09.2009

GM pokert weiter

GM setzt die möglichen Käufer von Opel weiter unter Druck. Falls die Verhandlungen scheitern, will GM Opel als 100-prozentige Tochter behalten und eine Milliarde Euro investieren.

(dpa/sb) Der US-Autokonzern General Motors (GM) erwägt eine Milliardeninvestition in Opel, falls die Verkaufspläne scheitern. "Sollten die Verhandlungen mit den Bietern (Magna und RHJI) nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen, müssen Alternativen untersucht werden", sagte ein Insider der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Fall könne GM eine Milliarde Dollar vorab investieren, eine weitere Milliarde könnten die europäischen Länder mit Opel-Standorten beisteuern. Damit würde Opel eine hundertprozentige Tochter von GM bleiben. Allerdings müsste GM den Angaben zufolge weitere Milliardenbeiträge in Form von Sachgütern und aus den vorhandenen Barmitteln einbringen, die Arbeitskosten müssten um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Das lehnt der Opel-Betriebsrat ab.

Die Karten werden neu gemischt

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz forderte, Opel müsse sich von GM lösen. Die Beiträge der Arbeitnehmerschaft stünden bei einem Alleingang des US-Konzerns nicht zur Verfügung. "Man darf uns nicht unterschätzen", sagte Franz. Das "Wall Street Journal" hatte gestern unter Berufung auf eine informierte Person berichtet, GM sei bereit, mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller zu investieren. Ein solches Vorgehen könnte die Karten gänzlich neu mischen und wäre eine drastische Abkehr von der bisher bekannten GM-Position: Es galt als ausgeschlossen, dass der nach der Insolvenz vom US-Staat kontrollierte Konzern amerikanische Steuergelder ins Ausland pumpen würde.

Alles schaut auf den Verwaltungsrat

Der Insider betonte jedoch, seit dem Ende des Insolvenzverfahrens könne der GM-Verwaltungsrat selbstständig entscheiden, wofür der Konzern das Geld der Steuerzahler ausgibt. Auch Auslandsinvestitionen seien möglich, wenn diese den US-Konzern stützten. Der GM-Verwaltungsrat hat sich, nachdem der Staat bei dem US-Autobauer die Mehrheit übernommen hat, neu formiert und an Macht deutlich gewonnen. Aus deutschen Verhandlungskreisen hieß es, die jüngsten Gerüchte um GM würden von Kräften im GM-Verwaltungsrat gestreut, die gegen einen Verkauf des deutschen Autobauers Opel seien. Um Klarheit zu bekommen, müsse man bis zu einer offiziellen Entscheidung des Verwaltungsrates warten. Das Gremium will in der nächsten Woche erneut über Opel beraten. Nach dpa-Informationen müssen das aber nicht bedeuten, dass GM alleiniger Eigentümer bleiben wolle. In den Kreisen hieß es, es werde häufig übersehen, dass GM auch bei einem Opel-Verkauf an Magna Anteile und Einfluss behalte.

GM spielt die Standortkarte

Mit den Opel/GM-Verhandlungen vertraute Personen bestätigten "Wall Street Journal"-Angaben, wonach GM davon ausgeht, bei den Regierungen Spaniens, Großbritanniens und Polens rund eine Milliarde Euro an Unterstützung für Opel einsammeln zu können. Diese Länder mit Opel-Standorten hatten sich unzufrieden mit einseitigen deutschen Finanzierungszusagen für den Autozulieferer Magna gezeigt. Bund und Länder favorisieren die Magna-Lösung. Der kanadisch-österreichische Partner will zusammen mit russischen Partnern Opel übernehmen. Sie befürchten, dass die Werke in ihren Ländern stärker von Sparmaßnahmen betroffen sein könnten als die deutschen.

Opel braucht sechs Milliarden Euro

Opel-Betriebsratschef Franz bezeichnete angebliche Milliardeninvestments der vormaligen Konzernmutter als "Milchmädchenrechnung". Wenn GM selbst eine Milliarde Euro für Opel aufbringe und eine weitere bei europäischen Regierungen einsammele, reiche das längst nicht aus, erklärte Franz in Rüsselsheim. Für neue Modelle und die Restrukturierung von Opel/Vauxhall seien mindestens sechs Milliarden Euro notwendig. Die bereits geflossene staatliche Überbrückungsfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro sei an den Vorvertrag zwischen GM und dem Investor Magna gekoppelt, so dass bei einer anderen Lösung GM dieses Geld zurückzahlen müsse, sagte Franz.

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