Opel Insignia Produktion

Opel-Übernahme

— 14.09.2009

4500 Stellen weg

Wird Magna für Opel vom Retter zur Axt im Walde? Wie jetzt bekannt wurde, sollen in Deutschland insgesamt 4500 Jobs gestrichen werden. Bisher war von 3000 Stellen die Rede – allerdings nur im Bereich der Produktion.

(dpa/jk) Bei Opel sollen nach einer Übernahme durch Magna in Deutschland mehr Stellen gestrichen werden als bisher bekannt war. Nach Angaben eines Magna-Sprechers fallen etwa 4500 Arbeitsplätze an den deutschen Standorten weg – fast jede fünfte Stelle. Bisher war von etwa 3000 Jobs in der Produktion die Rede, der ebenfalls geplante Abbau im Verwaltungsbereich dagegen unbekannt. Ein Magna-Sprecher sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS), in ganz Europa würden 10.500 Stellen abgebaut, davon 4500 in Deutschland. Der Europa-Chef des bisherigen Opel-Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, bestätigte den Stellenabbau als Teil des Magna-Konzepts. Zur konkreten Umsetzung sagte er: "Wir fragen uns derzeit eher, ob wir die Größe der Werke reduzieren oder mehr Fabriken schließen", sagte er der "Welt am Sonntag". Das Werk in Bochum sei aufgrund seiner Wichtigkeit aber "absolut sicher".

IG-Metall-Chef Huber: "Magna muss Seriosität unter Beweis stellen"

Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna, der zusammen mit russischen Partnern bei Opel einsteigen will, hat selbst erhebliche Probleme. Opel beschäftigt an den vier deutschen Standorten mehr als 25.000 Mitarbeiter. Magna wurde auch wegen der Arbeitsplatz-Pläne von Bund und Ländern favorisiert. Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber forderte in der "Bild am Sonntag" die Einhaltung der Jobzusagen: "Magna muss jetzt seine Seriosität unter Beweis stellen." Laut Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war allen Beteiligten – auch Arbeitnehmervertretern – seit dem Frühjahr bekannt, dass sich der von Magna genannte Stellenabbau nur auf die Produktion beziehe. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte der "FAS", der Abbau werde an der Zentrale in Rüsselsheim nicht spurlos vorübergehen – aber in überschaubarem Rahmen und ganz sicher ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Fließen aus dem Staatskredit 600 Millionen nach Russland?

Für Diskussionen sorgte eine Aussage des hessischen FDP-Politikers und Insolvenzverwalters Dirk Pfeil, der die Bundesländer im Opel-Treuhandbeirat vertritt: "Von den 4,5 Milliarden Euro sollen nach dem Magna-Konzept über 600 Millionen zur Modernisierung der russischen Automobilindustrie eingesetzt werden", sagte Pfeil. Der Staatssekretär im hessischen Finanzministerium und Mitglied der Opel-Taskforce der Bundesregierung, Thomas Schäfer, dementierte die Äußerung Pfeils.

"Die Vorwürfe irritieren mich. Von den 4,5 Milliarden Euro Garantien werden keineswegs 600 Millionen nach Russland gehen." Den dortigen Investitionen von rund 570 Millionen Euro stünden russische Einnahmen von 400 Millionen gegenüber. Über die Absicherung der restlichen 170 Millionen gebe es noch Gespräche. Falsch seien auch Pfeils Aussagen zum Technologietransfer nach Russland, sagte Schäfer. "In den Verträgen ist ausführlich und detailliert geregelt, dass eine Weitergabe von Opel-Technik nur nach ausdrücklicher Zustimmung von GM möglich ist." Zu Opels geplantem Russland-Engagement hatte Pfeil zuvor gewarnt: "Das bedeutet auf Sicht die Übertragung deutschen Fachwissens nach Russland und den späteren Abbau von Arbeitsplätzen bei uns." Der Insolvenzverwalter hatte seine Stimme für den Verkauf an Magna verweigert.

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