Opel Magna Montage

Opel-Übernahme

— 13.10.2009

Reif für die Unterschrift

Am Donnerstag ist es so weit: Dann wird der Kaufvertrag zwischen GM und dem neuen Besitzer Magna unterschrieben. Verhandelt wird unterdessen noch über den Beitrag Spaniens zur Opel-Rettung.

(dpa/sb) Die Übernahme von Opel durch Magna steht unmittelbar bevor. Wie dpa heute (13. Oktober) aus verlässlichen Quellen erfuhr, wollen der Alteigentümer General Motors (GM) und der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna den Kaufvertrag an diesem Donnerstag unterzeichnen. Auch GM-Chef Fritz Henderson bekräftigte heute in Schanghai, das Geschäft werde noch in dieser Woche besiegelt. Unterdessen führte Magna in Madrid Gespräche über eine finanzielle Beteiligung Spaniens an der Opel-Rettung. Der Kaufvertrag kann zwar auch ohne die noch ausstehenden finanziellen Zusagen der Regierungen aus den anderen EU-Ländern mit Opel-Standorten erfolgen, wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Dienstag betonte: "Was am Donnerstag passieren soll, ist die Vertragsunterzeichnung durch GM." Deutschland sei aber zuversichtlich, die beantragten Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro nicht alleine schultern zu müssen.

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Koch bekräftigte in Berlin seine Erwartung, dass die anderen Opel-Länder den Rettungsplan mittragen werden. Es gibt eine vernünftige Diskussion mit Großbritannien und Spanien. Das ist eine Sache im Interesse aller." Zuletzt hatte sich vor allem die spanische Regierung quergestellt. Sie verlangt für eine Beteiligung an dem milliardenschweren Finanzierungspaket eine Garantie für das Werk bei Saragossa. Andernfalls will Madrid kein Geld für den staatlichen Rettungsplan geben. Um die Unstimmigkeiten auszuräumen, kamen heute Spaniens Industrieminister Miguel Sebastien und Magna-Chef Siegfried Wolf in Madrid zusammen. An dem Treffen nahmen auch Vertreter der Gewerkschaften und der Regierung der Region Aragonien teil. Der Betriebsratsvorsitzende José Juan Arcéiz bekräftigte vor Beginn der Gespräche die Forderung der spanischen Seite, die beiden Produktionslinien am Standort Saragossa zu erhalten. Magna will dort rund 1300 der etwa 7000 Arbeitsplätze streichen. Spanien befürchtet zudem, dass Produktionsteile für den Opel Corsa ins deutsche Eisenach verlagert werden.

Streit um den Corsa

Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz hatte hingegen vorgeschlagen, dass Spanien die Fertigung des Corsa-Fünf-Türers behalten, den Dreitürer aber nach Eisenach abgeben solle. Im Gegenzug könne Saragossa Aufträge übernehmen, die bisher an Fremdfirmen vergeben wurden. Damit könne sowohl ein größerer Stellenabbau als auch der Abfluss von Bargeld verhindert werden. Nach den bisher bekannten Plänen von Magna sollen in Europa rund 10.500 der knapp 55.000 Stellen gestrichen werden, davon knapp 4500 in Deutschland. Alteigentümer GM will 55 Prozent der Anteile an Magna und die russische Sberbank verkaufen und 35 Prozent selbst behalten. Die restlichen zehn Prozent sollen an die Opel-Mitarbeiter gehen.

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