Opel Vectra 2.2 DTI Elegance

Opel Vectra 2.2 DTI Elegance Opel Vectra 2.2 DTI Elegance

Opel Vectra 2.2 DTI Elegance

— 28.03.2002

Klar zur Wende

Opel steuert endlich wieder einen klaren Kurs. Der neue Vectra hat das Zeug, die Rüsselsheimer Traditionsmarke aus der Flaute zu führen.

Erst wenn der Karren ganz tief im Dreck steckt, fangen wir an, Gas zu geben. Eine Situation, die wohl jeder kennt – aus seiner Schulzeit. Da wurde oft erst dann gepaukt, wenn der blaue Brief quasi schon in der Post lag. Eigentlich eine blöde Strategie, die nur unnötigen Stress provoziert. Fragen Sie mal bei Opel nach. Mit eher langweiligen Modellen und bescheidener Qualität ging es bei der Rüsselsheimer Traditionsmarke stetig bergab. 2001 dümpelte der Marktanteil in Deutschland bei 11,8 Prozent, 1995 waren es noch 16,5 Prozent. Also höchste Zeit, die Ärmel hochzukrempeln. Der Startschuss zur Wende fällt am 27. April.

Aufmerksamkeit, nur der Größe wegen?

Die Innenausstattung vermittelt unaufdringlichen Luxus. Das neue Design räumt mit den Fehlern von gestern auf.

Dann kommt der neue Vectra zu den Händlern und soll das angeschlagene Opel-Schiff wieder auf Kurs bringen. Ein Blick in das seriöse Gesicht, auf die kantig konturierte Karosserie oder den chromverzierten Hintern macht klar: Opel meint es ernst. Der Vectra C wird nicht jedem gefallen, übersehen wird ihn in Zukunft aber wohl kaum noch jemand. Zu diesem stattlichen Auftritt verhilft Opels Mittelklasse unter anderem die schiere Größe. Obwohl 20 Zentimeter kürzer als ein Mondeo, überragt der neue den Vectra B (seit 1995) in allen Richtungen um einige Zentimeter. Über große Türen mit soliden Bügelgriffen eröffnet sich so ein Raumgefühl à la Omega. Auf großzügig geschnittenen und ordentlich konturierten Polstern lässt sich nach Herzenslust lümmeln. Selbst im Fond muss ich mich (1,97 m) nicht verbiegen – es sei denn, vor mir nimmt ebenfalls ein Zwei-Meter-Schlaks Platz.

Unaufdringlicher Luxus

Wahre Glücksmomente erlebt dagegen der Fahrer, der dank vielfältiger Sitzverstellung sowie in Höhe und Tiefe justierbarem Lenkrad immer eine entspannte Sitzposition findet – das war beim Vorgänger (Sitz zu hoch, Lenkrad nur kippbar) nun wahrlich nicht so. Überhaupt räumt die sachlich-solide Innenarchitektur mit den Fehlern von gestern gründlich auf. Hochwertige Kunststoffe, Lenkrad und Schaltknauf in Leder (Serie im Elegance) sowie elegante Holzleisten (Serie im Elegance, sonst Granitdekor) vermitteln unaufdringlichen Luxus.

Damit setzt der Vectra zwar nicht den Klassenmaßstab, sehr wohl aber neue Opel-Standards. Das gilt besonders für die Solidität. Dieser Vectra fühlt sich an wie eine feste Burg. Das ist Lichtjahre entfernt von alter Opel-Schludrigkeit. Eine leise Revolution liefert auch die erste Probefahrt. Denn der Diesel-Direkteinspritzer zieht sich nach anfänglichem Nageln akustisch nahezu vollkommen zurück. Reichlich Dämmmaterial und zwei Ausgleichswellen gaukeln meinem Gehör einen Benziner vor. Das Fahrerlebnis stellt die Dinge dann aber wieder richtig. Ab 1500 Touren liefert der Motor kraftvollen Schub und begrenztes Drehvermögen – typisch Turbodiesel.

Komfort und Kurvenkunst

Der Kurs stimmt: ESP-Plus bewahrt stets die volle Kontrolle.

Opels 2,2-Liter setzt mit seinen 125 PS dabei eher auf entspanntes Reisen denn auf hektisches Rasen. Ansprechverhalten und Durchzug verfehlen zwar das bissige TDI-Temperament vom Konkurrenten VW, doch der Vierventiler im Vectra knausert fast genauso schön mit dem Sprit (Testverbrauch: 7,2 Liter auf 100 km).

Klotzen statt kleckern hieß es bei Komfort und Sicherheit. Das Fahrwerk vermittelt gekonnt zwischen knackig und komfortabel, schluckt selbst Gullydeckel relativ klaglos, quittiert allzu viele kleine Stöße aber mit spürbarer Unruhe. Hohe Kurventempi und kreuzende Elche lassen den Vectra dagegen kalt. Dank ESP-Plus, das bis zu drei Räder gleichzeitig bremst, schiebt er in schnellen Kurven kaum geradeaus und lässt sich durch provozierte Lastwechsel kaum beunruhigen. Sollte es trotzdem brenzlig werden, helfen gute Bremsen sowie Front-, Seiten- und Kopfairbags - in allen Modellen.

Es muss also nicht unbedingt die edle Elegance-Ausstattung mit Alufelgen und Chromzierrat sein. So gestopft, kostet der Vectra 2.2 DTI nämlich stramme 24.450 Euro. Was auch für das neue Selbstbewusstsein von Opel spricht – zu Recht.

Fazit und technische Daten

Fazit Mit diesem Vectra findet Opel wieder zurück ins sichere Fahrwasser, gelingt der Anschluss an die Konkurrenz von Ford und VW. Mit dem Vorgänger teilt sich die Mittelklasse aus Rüsselsheim tatsächlich nur noch den Namen, in allen anderen Punkten wurde sie zum Teil deutlich verbessert. Die größte Stärke des Vectra 2.2 DTI Elegance liegt darin, dass er keine gravierende Schwäche offenbart. Mondeo und Passat sollten den Vectra in Zukunft sehr ernst nehmen.

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