Opel Vectra B Caravan (1996-2003)

Gebrauchtwagen Opel Vectra Caravan B Gebrauchtwagen Opel Vectra Caravan B

Opel Vectra B Caravan (1996-2003)

— 23.06.2003

Ein typischer Vertreter

Opel musste viele Jahre mit Vorurteilen leben. Auch der Vectra lieferte seinen Beitrag dazu. Er gilt als echter Opel der Neunziger: preiswert, schlampig verarbeitet und technisch nicht immer problemlos.

Qualität und Technik

Staubsauger, Heizdecken oder den berühmten Kühlschrank für den Eskimo – ein guter Vertreter verkauft alles. Doch was kaufen Vertreter? Nicht selten einen Opel Vectra, natürlich den praktischen Kombi, in Rüsselsheim traditionell Caravan genannt. Leider ist der Vectra kein Garant für Zuverlässigkeit im Kundendienst, in der letzten ADAC-Pannenstatistik waren nur Renault Laguna, Volvo S40/V40 und der Skoda Octavia schlechter.

Und auch im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Vectra A, sieht der B beim TÜV nicht wesentlich besser aus. Nach drei und fünf Fahrensjahren ist der Vectra B schlechter als die meisten anderen vom TÜV geprüften Fahrzeuge dieses Alters. So viel zur trockenen Statistik. Der Auto-Alltag ist weit weniger grau, ungewollte Werkstattbesuche bringen Abwechslung. Zahnriemen, Kraftstoffzufuhr, Sicherheitsgurte und Airbags waren bis 98 Anlass für Rückrufaktionen.

Mittlerweile hat Opel diese Schwachstellen im Griff, bei nachgebesserten Autos sind hier keine weiteren ungewöhnlichen Schwierigkeiten zu erwarten. Was jedoch noch immer ein Thema ist, sind brechende Nockenwellenräder bei den V6-Motoren und durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen der Diesel. Die Selbstzünder mögen zwar an der Zapfsäule bescheidener als deren Benzin-Brüder sein, dafür nervt ihr erhöhter Ölverbrauch bei flotter Autobahn-Fahrt.

Motor und Karosserie

Unverändert schlecht ist die Verarbeitung, denn hier kann keiner nachbessern. Der Vectra scheppert nach 100 000 Kilometern wie die Sammelbüchse einer Heilsarmee-Aktivistin, die Materialanmutung der Stoffe im Innenraum stimmt traurig. Wackelige Sitze sind keine Seltenheit, nach hoher Laufleistung ist der Schaumstoff der anfangs noch recht straffen Polster meist durchgesessen. Einen Vectra Caravan kaufte keiner aus Liebe – diese Autos wurden auch gefahren. Deshalb kommt es hier auf die richtige Pflege an.

Der Opa mit einer Garage voller Poliermittel ist als Vorbesitzer empfehlenswerter als ein mit Persern handelnder Teppichverkäufer. Steinschläge können die Front rasch unansehnlich machen und sind der Ursprung von Rost. Korrosionsschäden, also echte Durchrostungen, beanstandet der TÜV aber nur sehr selten, hier hat die werkseitige Vorsorge wirksam gegriffen. Und das war auch bitter nötig, denn die Rostfreudigkeit des Vectra A hätte die Kunden-Klientel kein zweites Mal akzeptiert.

Ein schlechter Kauf muss der Vectra aber nicht sein. Wenn der Zustand stimmt, ist der Listenpreis gerechtfertigt. Zwischen 5000 und 6000 Euro kostet heute der zweite Vectra-Jahrgang. Dafür locken eine geräumige Familienkutsche mit bekannter Technik sowie ein dichtes Werkstattnetz. Kosten für Ersatzteile und Wartung sind eher im unteren Bereich der Mittelklasse angesiedelt. Bastler mit begnadeten Händen können zumindest bei Fahrzeugen mit Benzinmotor noch einige einfache Reparaturen in Heimarbeit erledigen.

Den Diesel greifen besser nur ausgebildete Marken-Mechaniker an. Die Kombination Diesel und Kombi schmeckt Gebrauchtwagenkäufern besonders gut, allerdings sollte es schon ein Direkteinspritzer ab dem Baujahr 97 sein. Kinderkrankheiten halten sich hier in Grenzen. Ein kompletter Servicenachweis ist bei einem gepflegten Fahrzeug mit geringer Laufleistung eine gute Voraussetzung für mehrere problemlose Fahrensjahre. Alle anderen Vectra lassen Sie besser dem Händler, denn ein ungepflegtes Schnäppchen kann sich schnell zum finanziellen Fiasko mausern.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 8/95 Ablösung des Vectra A durch den B. Fließheck und Stufenheck mit Benzinmotoren von 1.6 (75 PS) bis 2.5 V6 (170 PS) sowie ein Dieselmotor mit 1,7 Liter Hubraum und 82 PS 9/96 Einführung des Vectra Caravan B. Neuer Dieselmotor 2.0 DI 16V mit 82 PS 12/97 Sondermodell "i500", ein Benziner mit 2,5 l Hubraum (194 PS). Neuer Diesel-Direkteinspritzer 2.0 DTI mit 100 PS 6/00 neue Benzinmotoren von 1.8 (125 PS) bis 2.6 V6 (170 PS) 2/02 Produktionsstart Vectra C 10/03 Einführung des neuen Vectra C Caravan

Schwachstellen • die Scheinwerfer sind ein auffälliger Schwachpunkt des Vectra B, der Vorgänger kann da mehr punkten • die Achsen sind mit Ausnahme der Vorderachse der Dreijährigen sehr solide, auch die Lenkung erlaubt sich nur bei diesem Jahrgang technische Probleme • die Handbremse scheint bei den Inspektionen ein Schattendasein zu führen, kaum ein Vectra hat hier keine Schwierigkeiten • ein beliebtes Ersatzteil ist der Auspuff. Ein Nachbau kommt billiger und kann auch nicht schlechter sein • die Verarbeitung gilt in vielen Details als durchaus verbesserungsbedürftig • in der Pannenstatistik sieht der Vectra gar nicht gut aus, er gilt nicht als besonders zuverlässig

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Vectra Caravan 2.0 DTI Kat, 74 kW/100 PS, Baujahr 98. Der wahre Volkswagen heißt Opel, denn der Vectra B ist bei den Ersatzteilpreisen oft deutlich billiger als ein vergleichbarer Passat.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Betreffend Rost hat sich der Opel Vecta B im Vergleich zum Vorgänger stark verbessert, unsere Prüfer monieren nahezu keine Korrosionsschäden. Auffällig ist die fehlerhafte Abblendlicht-Einstellung, die oft nur ungenügende Funktion der hinteren Beleuchtungseinrichtung sowie die rasch rostende Auspuffanlage. Die Handbremse wird bei unseren Hauptuntersuchungen häufig beanstandet, die Wirkung erfolgt ungenügend und oft einseitig." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Opel Vectra 2.0 DTI (74 kW/100 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 276 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 5,8 Liter, gemessen 6,0 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (21/500 Euro SB): 1158 Euro. Teilkasko (32/150 Euro SB): 270 Euro. Haftpflicht (18): 947 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 175 bis 230 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 49 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Euro Verlust

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