Opel Vectra Caravan

Opel Vectra Caravan Opel Vectra Caravan

Opel Vectra Caravan

— 13.10.2003

Omegas Erbe

Opels Neuer muss beides sein: der nächste Vectra Caravan und Nachfolger des Omega. Erfüllt er die Erwartungen der Kombi-Fans?

Neidische Seitenblicke garantiert

Opel-Chef Forster räumt so gewaltig auf, dass wir seine Marke zuletzt fast nicht wiedererkannt haben. Waren die letzten Opel eigentlich noch Opel? Da erschienen der Reihe nach eine tief gelegte Sportkröte (Speedster), ein "Was bin ich?" (Signum) und zuletzt das rollende Ei des Kolumbus – der Meriva. Zweifellos reizvolle Autos, aber so ungewohnt, als würde das Wasser neuerdings den Rhein aufwärts fließen.

Jetzt kommt ein Modell, das das Markenbild wieder ins gewohnte Lot rückt. Der Vectra Caravan ist so opelig, wie ein Opel nur sein kann. Groß, geräumig und mit überraschungsfreien Linien, die klassenlos wirken wie früher ein Omega Caravan. So und nicht anders muss er aussehen, der große bürgerliche Kombi, den aufstrebende Familienväter sich nachts erträumen und der andererseits sogar Mercedes-Benz-Fahrern einen bewundernden Seitenblick abringt.

Was beide überzeugt, das ist die endlose Nützlichkeit des Vectra: In diese Ladehöhle kann man seine Siebensachen immer sorglos hineinpfeffern, ohne gleich an Stapeln oder Verstauen zu denken. Platz ist genug da. Zwar nicht so endlos viel wie im E-Klasse-Kombi (690 bis 1950 Liter), doch in den Vectra passen 530 Liter bis zur Fensterunterkante und bei umgelegten Rücksitzlehnen maximal 1850 Liter – allemal genug, um Ford Mondeo (540/1600 Liter) oder VW Passat (495/1600 Liter) zu übertreffen.

Auf den Kombi lauern die Vectra-Käufer

Noch wichtiger: Der Vectra Caravan bietet genauso viel Platz wie der Omega Caravan. Dem letzten Opel-Kombi mit Hinterradantrieb weinen erste Fanclubs ebenso nach wie Handwerker und Familien, die nun im Opel-Programm endlich ein Anschluss-Ticket ziehen können. Mag der Signum mit dem schrägen Buckel noch seine Klientel suchen, auf den Caravan lauern schon Heerscharen von Kombi-Käufern. Der wird Karriere machen, kein Zweifel: Mit der Händler-Premiere am 11. Oktober, anderthalb Jahre nach dem Start des Stufenhecks, geht der Vectra-Verkauf erst richtig los.

Da wir wissen, wie vertrauenerweckend sicher ein Vectra fährt, kriechen wir diesmal hauptsächlich durch die Tiefe der Ladehöhle. Dort verraten die auffällig langen Fondtüren, dass der Vectra Caravan nicht nur den Radstand (2,83 Meter) vom Signum übernommen hat, sondern auch die enorme Beinfreiheit hinten. Lockerlässig flegeln sich in der zweiten Reihe die Beine übereinander – bequemer kann das kein Van.

Im Großen und Kleinen zeigt Opel, dass die Marke das Kombi-Handwerk seit dem ersten Rekord CarAVan anno 53 von der Pike auf gelernt hat: Ebener Ladeboden, seitliche Staufächer, Verzurrösen, Durchladeluke und eine Hecktür, die so weit aufschwingt, dass auch Große im Regen darunter stehen können – so muss es sein. Da hat schon mancher Schickimicki-Kombi Murks gebaut.

Qualität jetzt auch im Detail

Gegen Aufpreis gibt es Sinnvolles wie eine umlegbare Beifahrerlehne (130 Euro) oder die nach unten wegschwenkende Anhängekupplung (795 Euro). Was am Omega nicht funktionierte (das war mehr, als Fans zugeben), klappt jetzt. Die Rollo-Kassette klickt aus ihrer Führung, ohne gleich die Fingernägel zu brechen, und das Trennnetz sitzt in einer eigenen Schiene.

Wenn der Laderaum subjektiv kleiner aussieht als im Omega, dann wegen der glatt durchgehenden Seitenwände, in denen eine hübsche neue Idee steckt: vier Halteschienen, um darin Netze, Körbe oder Trennwände zu befestigen, die den Kofferraum so vielseitig portionieren, wie man es garantiert niemals braucht.

Weit übersichtlicher erscheint dagegen der Rest: die feste Lenkung, das straffe Fahrwerk des Signum und das glatte Cockpit, in dem billig wirkender Kunststoff nicht recht zum neuen Opel-Anspruch passt. Leicht sperrig wirken auch die unhandlichen zwölf Meter Wendekreis, dafür verspricht der lange Radstand im Zugbetrieb mehr Stabilität.

Drei Diesel mit Euro 3

In unserem Test-Caravan grummelte der leise 3,0-Liter-Common-Rail-Diesel, der endlich die Reife an den Tag legt, die im Saab 9-5 noch gefehlt hat. Leider störte die Automatik manchmal mit zappeligen Gangwechseln. Dass der Caravan garantiert ein Erfolg wird, kann höchstens Opels ungeschickte Motor-Politik verhindern.

Zum Start werden drei Diesel präsentiert, die nur Euro 3 schaffen; die zwei DTI-Triebwerke werden schon 2004 ersetzt durch moderne 1,9-Liter von Fiat (120 und 150 PS, jeweils mit Partikelfilter und Euro 4-fähig). So etwas vergrault Kunden.

Und warum der erste Benzin-Direkteinspritzer mit 155 PS (2.2 Direct Ecotec) mit fünf Gängen auskommen muss, während der 2,0-Liter-Turbo (175 PS) sechs hat, wissen nur Rüsselsheims Rotstiftsünder. Die fuhrwerkten auch durch die Ausstattung und strichen das Trennnetz (200 Euro extra) und Fensterheber hinten (365 Euro). Immerhin fahren serienmäßig sechs Airbags, Dachreling und Klimaanlage zu Preisen ab 22.995 Euro an Bord mit. Was dem Vectra den nötigen Rest Bodenhaftung gibt – eben ein echter Opel.

Technische Daten und Preise

Den Vectra gibt es in vier verschiedenen Ausstattungslinien. Caravan: sechs Airbags • ESP • aktive Kopfstützen • Dachreling • Klimaanlage • Laderollo • 15-Zoll-Stahlräder • Stoffpolster • asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne • Stoßfänger und Seitenschutzleisten in Wagenfarbe • Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung Elegance: 16-Zoll-Aluräder • Bordcomputer • Holzdekor • elektrische Fensterheber hinten Sport: 17-Zoll-Aluräder • Aludekor • Nebelscheinwerfer • Sportfahrwerk 20 Millimeter tiefer Cosmo: 17-Zoll-Aluräder • Schildpattdekor • E-Sitze • Sitzheizung • Sitze • Mittelarmlehne in Leder • sechs Airbags

Wie gefällt Ihnen der Vectra Caravan?

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und vergeben Sie eigene Noten für den Opel Vectra Caravan. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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