Opel Vectra GTS V6

Vectra GTS – Opels stärkstes Stück Vectra GTS – Opels stärkstes Stück

Opel Vectra GTS V6

— 20.06.2002

Opels stärkstes Stück

Vectra GTS V6 – dieses Kürzel sollten sich Sportfreunde merken. Dahinter steckt der schnellste Großserien-Opel aller Zeiten.

Mittelklässler mit Schrägheck sind variabel, praktisch und vernünftig – und deshalb automatisch auch langweilig. Meinen jedenfalls viele und machen einen großen Bogen um die Autos mit der großen Klappe. Beim alten Vectra wollten nur rund 15 Prozent der Käufer etwas mit dem schrägen Typen zu tun haben. Das soll dem neuen fünftürigen Opel Vectra nicht noch mal passieren. Schon sein Name verrät, dass die Rüsselsheimer Vernunft-Details wie maximales Kofferraumvolumen oder Ladekantenhöhe nicht mehr in den Vordergrund stellen: GTS. Das klingt sportlich. Und soll vergangene Gran-Turismo-Legenden à la Commodore GS/E oder Monza heraufbeschwören.

211 PS und 248 km/h Spitze

Der dynamische Anspruch beschränkt sich aber nicht auf das stolze Emblem auf dem Kofferraumdeckel. Mit bulliger Frontschürze, dunklen Scheinwerfern, angedeuteten Kühllufteinlässenan den Kotflügeln und sichtbaren Auspuffrohren wirkt er tatsächlich knackiger und frecher als der Stufenheckbruder. Andererseits sind die Modifikationen dezent genug, um keine Spötteleien ("Manta, Manta!") zu provozieren. Dabei dürfte sich diese spezielle Opel-Klientel schon die Pole-Position am Verkaufstresen gesichert haben.

Das GTS-Topmodell hat den leicht veränderten 3,2-Liter-V6 aus dem Omega unter der Haube. Statt 218 stehen 211 PS bereit, genug, um freudig den schnellsten Großserien-Opel aller Zeiten ausrufen zu können: Der GTS 3.2 erreicht 248 km/h. Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass der GTS ab September 2002 mit fast allen Motoren des Vectra an den Start geht: dem 1,8-Liter mit 122 PS, dem 2,2-Liter mit 147 PS und dem 2.2 DTI mit 125 PS.

Der V6 macht dem Vectra Beine

Damit aber erst gar keine Zweifel an der dynamischen Potenz des GTS aufkommen, zeigen die Rüsselsheimer erst mal nur die Topversion. Innen unterscheidet die sich wie alle GTS vom bürgerlichen Vectra vor allem durch chromumrandete Instrumente, serienmäßige, sehr bequeme Sportsitze und ein kleines, dreispeichiges Lederlenkrad. Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und ein kompletter Satz Airbags gehören ebenfalls zum Standard. Zusätzliche Ausstattungen heißen LeMans-, Silverstone oder Daytona-Paket, sollen neben mehr Extras (unter anderem Alus, Teilleder) für sportliche Atmosphäre schon beim Studium der Preisliste sorgen.

An den nicht besonders hochwertig anmutenden Kunststoffen des Armaturenbretts ändern die leider wenig. Wer die 27.450 Euro für diese Mittelklasse-Limousine ausgeben will, dürfte vermutlich mehr erwarten – für dieses Geld gibt es schließlich auch einen Audi A4 oder BMW Dreier. Allerdings ohne einen starken Sechszylinder unter der Haube. In dieser Preisklasse sehen Dreier & Co von dem Top-GTS lediglich die Rücklichter.

Von der seidigen Kraftentfaltung eines BMW 330i ist der Omega-Motor zwar weit entfernt, dem Vectra macht er aber ordentlich Beine. Flott, aber undramatisch packt er zu und beschleunigt den Opel laut Werksangabe in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Wir glauben es gerne. Der knurrige, nicht unsympathische Sound dürfte jenen schmecken, die von der mechanischen Arbeit unter einer Motorhaube noch etwas wissen wollen. Aber auch die dürften sich eine präzisere, knackigere Schaltung wünschen.

Fahrverhalten und Technische Daten

Freunde sportlicher Opel werden sich für den GTS wohl auch den ersten Satz harter Federn besorgen, der in den Handel kommt. Denn der GTS liegt zwar 20 Millimeter tiefer als das Stufenheck, aber bei Fahrkomfort und Gutmütigkeit bietet er fast den gleichen Standard. Für Normalverbraucher ist das kein Nachteil. Der GTS flitzt sicher und handlich um die Ecken – mit der direkter ausgelegten elektrohydraulischen Servolenkung erliegt der Fahrer gern der Verführungskunst schöner Kurven.

Selbst Familienpapis müssen kein schlechtes Gewissen befürchten – schließlich bietet der GTS vorn und hinten genügend Platz und natürlich den modifizierbaren, 500 Liter großen Kofferraum. Die Rücklehne mit zusätzlicher Skidurchreiche ist serienmäßig asymmetrisch geteilt, bietet nach dem Umklappen aber keine ebene Ladefläche. Schade – so viel Vernunft hätten wir von einem Opel trotz aller Sportlichkeit schon erwartet.

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