Gemeinsame Plattformen von Opel und PSA

Opel-Verkauf an Peugeot: News und Hintergründe

— 23.02.2017

Opel-Verkauf schon Anfang März?

Der Verkauf von Opel an PSA soll noch vor dem Genfer Autosalon unter Dach und Fach sein, meldet die "FAZ". Das nötige Kapital haben die Franzosen. Alle News zu den Plänen!

• FAZ: Opel-Verkauf noch vor dem Genfer Salon
• Möglicher Kaufpreis zwei Milliarden Dollar
PSA-Chef gibt Merkel Jobgarantie für Opel
• Vorläufige Bestandsgarantie für deutsche Standorte

• Neumann spricht Belegschaft Mut zu 
• GM-Chefin Barra schreibt an Opel-Mitarbeiter
• Unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit


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'Ein Verkauf von Opel an PSA ...'

(Reuters/dpa/cj/brü) Der Verkauf des deutschen Autobauers Opel vom US-Mutterkonzern General Motors (GM) an PSA Peugeot Citroën soll offenbar noch in der ersten Märzwoche 2017 vollzogen und verkündet werden. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am 23. Februar 2017. Das Geschäft solle noch vor Beginn des Genfer Autosalons 2017 (9. bis 19. März) abgeschlossen sein. Obwohl die Verhandlungen bis zur letzten Minute dauern würden, gingen die Beteiligten davon aus, dass die Gespräche nicht mehr scheiterten.

Möglicher Kaufpreis: zwei Milliarden Dollar

Das Elektroauto Opel Ampera-e steht mit im Mittelpunkt des Interesses von PSA.

Den FAZ-Informationen zufolge hat PSA vor allem ein Interesse am Opel Mokka und am Elektroauto Ampera-e. Ob jemals ein konkreter Kaufpreis genannt werden könne, sei unklar. Der Nachrichtendienst Bloomberg hatte von rund zwei Milliarden Dollar (rund 1,9 Mrd. Euro) berichtet, rund eine Milliarde in bar sowie eine Milliarde für Schulden. Das nötige Kapital ist auf jeden Fall vorhanden: Die Nettobarmittel in Höhe von 6,8 Milliarden Euro erlaubten gewinnbringende Investitionen im Interesse der Aktionäre, sagte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon. Im vergangenen Jahr 2016 erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 1,73 Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie 2015. Der Umsatz sank dagegen um 1,1 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Laut Insidern peilt die Peugeot-Mutter durch die Opel-Übernahme jährliche Einsparungen in Höhe von 1,5 bis zwei Milliarden Euro an. Die Synergien würden sich vor allem in den Bereichen Einkauf und Entwicklung ergeben.

Opel Ampera-e (2016): Fahrbericht

PSA-Chef gibt Merkel Jobgarantie für Opel

Die Opel-Beschäftigten in Deutschland müssen bei einer Übernahme ihres Unternehmens durch den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën vorerst keinen Personalabbau fürchten. Peugeot-Chef Carlos Tavares gab Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert weitreichende Garantien für den Rüsselsheimer Autobauer. "Er bekräftigte gegenüber der Bundeskanzlerin, dass PSA die Eigenständigkeit von Opel im Konzernverbund erhalten und die Standort-, Investitions- und Beschäftigungsgarantien übernehmen werde“, teilte Seibert am 21. Februar 2017 in Berlin nach einem Telefonat von Merkel mit Tavares mit.

Opel-Neuheiten bis 2020

Opel Crossland X Illustration Opel Monza X Illustration

"Unternehmen ergänzen sich gut"

PSA-Chef Carlos Tavarez sichert den Opelanern voerst weitere Beschäftigung zu.

Der Peugeot-Chef habe dabei betont, dass sich beide Unternehmen gut ergänzten. Der französische Autobauer teilte seinerseits mit, Merkel sei in dem Gespräch "sehr offen" für eine Übernahme von Opel durch Peugeot gewesen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sagte, beide Unternehmen könnten von einem Zusammenschluss profitieren. "Die Kooperation auf deutsch-französischer Basis kann wirklich ein Champion-Unternehmen hervorbringen. Deswegen sind wir über die Entwicklung heute sehr erfreut", sagte Nahles bei einem Besuch ihrer französischen Kollegin Myriam El Khomri in Berlin.

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PSA will bestehende Tarifverträge einhalten

Peugeot bekräftigte zudem sein Versprechen, bestehende Tarifverträge bei Opel einzuhalten. Tavares warb bei den Arbeitnehmern der GM-Tochter um Vertrauen. Der von Peugeot mit den französischen Gewerkschaften gepflegte Dialog passe "wie angegossen zu der deutschen Mitbestimmung". Der konstruktive Dialog mit den Betriebsparteien solle fortgesetzt werden. Im Rahmen der Gespräche über einen Kauf von Opel und dessen britischer Schwestermarke Vauxhall durch PSA hatten sich Tavares und PSA-Personalvorstand Xavier Chereau mit IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und Schäfer-Klug getroffen. Dabei habe Tavares glaubhaft vermittelt, dass er an einer nachhaltigen Entwicklung von Opel und der britischen Schwester Vauxhall als eigenständigem Unternehmen interessiert sei, sagte Schäfer-Klug. Der für Opel zuständige IG-Metall-Bezirk Mitte bezeichnete die Zusagen von Peugeot als wichtiges Signal. Dies sei eine Grundlage, um einen Zusammenschluss konstruktiv für die Arbeitnehmer zu gestalten.

Vorläufige Bestandsgarantie für Opel-Standorte

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann und GM-Chefin Mary Barra.

Bereits zuvor hatte es Signale von Peugeot gegeben, die deutschen Produktionsstandorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach sowie das Ersatzteilzentrum in Bochum zu erhalten und bis Ende 2018 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Die bei der Opel-Sanierung vor einigen Jahren vereinbarten Produktionszusagen für die einzelnen Standorte reichen nach Gewerkschaftsangaben teilweise bis Ende 2020. Zudem sei die Auslastung des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim für mehrere Jahre zugesichert worden. Für einen Zusammenschluss bräuchten beide Unternehmen ohnehin eine Übergangszeit. Nach Meinung von Experten dürften mögliche Standortschließungen und Einschnitte beim Personal erst in einigen Jahren auf dem Plan stehen. Fraglich ist, ob die heute von Peugeot gemachten Garantien so lange gelten.

Opel für GM ein Verlustgeschäft

Der US-Autobauer General Motors verhandelt seit einiger Zeit mit PSA über den Verkauf von Opel, um sich aus dem verlustreichen Europa-Geschäft zurückzuziehen. Arbeitnehmer von Opel und der britischen Schwester Vauxhall sowie die Politik in beiden Ländern befürchten einen massiven Personalabbau. Die britische Opel-Schwester Vauxhall betreibt in Großbritannien zwei Werke. Die Nachricht von der anstehenden Übernehmen hatte Sorgen um Arbeitsplatzverlust an allen Opel/Vauxhall-Standorten genährt.

Neumann spricht Belegschaft Mut zu

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hält ein Zusammengehen seines Unternehmens mit dem PSA-Konzern für "prinzipiell sinnvoll". Man setze alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager am 17. Februar 2017 über Twitter. Er habe aber großes Verständnis für die vielen Fragen der Kunden und Mitarbeiter.

Opel könnte mit Neumann eigenständig bleiben

Opel hofft darauf, auch nach dem Verkauf eine eigenständige Marke unter der Leitung Karl-Thomas Neumanns zu bleiben. Darauf wies GM-Chefin Mary Barra kürzlich bei einem Besuch am Firmenstammsitz in Rüsselsheim hin. Für die Franzosen sei auch eine Vertiefung der seit 2012 bestehenden Kooperation der Marken (siehe Galerie) vorstellbar. Barra soll PSA unter anderem angeboten haben, die Elektroplattform von General Motors gegen eine Lizenzgebühr in Europa zu nutzen. Opel-Chef Neumann wolle die Marke zufolge bis 2030 in einen reinen Anbieter von Elektroautos umwandeln, schrieb das "Manager Magazin". Dieses Szenario sei auch für die PSA-Führung denkbar.

Barra schreibt Brief an Opel-Mitarbeiter

GM-Chefin Barra schreibt in einem Brief an die Opel-Mitarbeiter von "sich ergänzenden Stärken".

GM-Chefin Barra hatte zuvor versucht, der Belegschaft von Opel und Vauxhall einen Zusammenschluss mit dem französischen Rivalen PSA Peugeot Citroën schmackhaft zu machen. "Eine mögliche Transaktion würde es PSA und Opel Vauxhall ermöglichen, ihre sich ergänzenden Stärken noch mehr zur Geltung zu bringen und damit ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit in einem sich rapide wandelnden europäischen Markt verbessern", schrieb sie in einem Brief an die Mitarbeiter. Bei der Vorstellung der GM-Geschäftszahlen hatte Barra dem Brexit die Schuld daran gegeben, dass das Europa-Geschäft auch 2016 noch rote Zahlen geschrieben habe. Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU habe GM 300 Millionen Dollar gekostet. Sonst hätte man das Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses bei GM Europe erreicht. Opel soll nun 2018 in die Gewinnzone kommen.

Unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit

Die beiden Autohersteller arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen und waren zwischenzeitlich auch auf der Kapitalseite miteinander verbunden. Bei einer Übernahme würde PSA zum zweitgrößten Autoproduzenten in Europa hinter Volkswagen aufsteigen. GM wiederum zöge sich weitgehend aus Europa zurück, wo der US-Konzern seit Jahren nur rote Zahlen schreibt. Opel und Peugeot hatten bereits vor einigen Jahren eine Allianz angestrebt. Davon verabschiedete man sich jedoch 2012. Beide Unternehmen arbeiten noch bei der Produktion von SUV und Minivans zusammen, beispielsweise beim Opel Grandland X, der auch als Peugeot 3008 erscheint.

Peugeot/Citroën-Neuheiten bis 2018

Peugeot 508 Illustration Citroën C5 Illustration Peugeot 2008 Illustration

Bewegte Opel-Geschichte

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen. Die Adam Opel AG hat als GM-Europatochter seit 1999 keinen Gewinn in Detroit abgeliefert. Als Anfang 2013 der frühere VW-Manager Karl-Thomas Neumann das Steuer in Rüsselsheim übernahm, keimte neue Hoffnung auf. GM investierte kräftig in neue Modelle und brachte mit dem Mokka einen kleinen Geländewagen auf den Markt. Die GM-Tochter legte nach Meinung von Experten jedoch nicht schnell genug nach, um stärker vom Trend zum SUV zu profitieren. 2016 durchkreuzte dann der Brexit die Aufholjagd. Opel verfehlte sein Ziel, erstmals seit 1999 schwarze Zahlen zu schreiben. Als Grund für einen Verlust von 257 Millionen Dollar (241 Mio. Euro) nannte Firmenchef Neumann Währungsturbulenzen nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt. Immerhin erreichte er eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Gemeinsame Plattformen von Opel und PSA

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