Fahrbericht Opel Vivaro Kastenwagen

Opel Vivaro Kastenwagen: Fahrbericht

— 12.06.2014

So fährt der neue Opel Vivaro

Die zweite Generation des Opel Vivaro kommt mit frischem Design, neuen Motoren und mehr Platz. Wir sagen, wie sich der Kastenwagen fährt und geben einen Ausblick auf den Combi.

Opel kämpft sich weiter aus den roten Zahlen. Nachdem im letzten Jahr neue Modelle und moderne Motoren die Pkw-Sparte pushten, werden jetzt die Nutzfahrzeuge beflügelt. Während der Hochdachtransporter Movano mit zwei frischen Turbodieseln auskommen muss, geht es für den Vivaro nach 13 Jahren mit vielen Innovationen in die zweite Generation. Die Neuauflage ist in Gemeinschaft mit Renault Trafic und Nissan Primastar entstanden. Bei den Händlern soll der in Luton (England) produzierte Vivaro II zum vierten Quartal stehen, die Preise beginnen bei 28.072 Euro.

Opel Vivaro Combi: Preis

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Das ist neu

Dank des aktuellen Opel-Markengesichts grinst die Front des Vivaro bis über beide Ohren: Eine halbmondförmige Linie erstreckt sich vom breiten Kühlergrill über die Scheinwerfer mit optionalem LED-Tagfahrlicht bis hin zu den breiten Außenspiegeln. Insgesamt ist der Transporter 22 Zentimeter länger als der Vorgänger. Davon entfallen zehn Zentimeter auf den Laderaum, dessen Volumen dadurch um 200 Liter zunimmt. Anders als beim Vorgänger passen nun drei Europaletten hintereinander in den 2,54 Meter langen Frachtraum der Kasten-Kurzversion. Eine pfiffige Durchreiche unter dem Beifahrersitz lässt sogar Gegenstände bis 3,75 Meter Länge verstauen.

Mit guten Fahreigenschaften, aber mäßiger Materialanmutung im Cockpit kommt die zweite Generation des Vivaro.

Im Cockpit mit drei Sitzplätzen sorgt Hartplastik für typischen Nutzfahrzeug-Charme. Schade, etwas Softlack hätte der Materialanmutung gut getan. Aufwertungen wie Chromeinfassungen oder Leder gibt es erst gegen Aufpreis. Vorbildlich sind serienmäßige Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie USB- und Aux-Anschluss. Zusätzlich machen zahlreiche Ablagefächer den Innenraum funktional. Das Handschuhfach wuchs um zwölf Liter und bietet somit Platz für ein Din-A4-Klemmbrett. Dieses findet man praktischerweise neben einer Laptopaufnahme im umklappbaren Mittelsitz der Multifunktions-Doppelsitzbank (273 Euro). Der Fahrersitz ist serienmäßig in Länge, Höhe und Neigung einstellbar und bietet neben ausreichend Seitenhalt eine gute Unterstützung der Lenden.

So fährt er sich

Der neue 1,6-Liter-Bi-Turbodiesel ist gut gedämmt und bewegt den Opel-Kastenwagen zügig.

Der neue 1,6-Liter-Bi-Turbodiesel ist für ein Nutzfahrzeug erstaunlich gut gedämmt und hält sich in sämtlichen Betriebsstufen angenehm im Hintergrund. Auch Fahrtwindgeräusche stören bei Tempo 170 nur wenig. 120 PS und ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmeter bei fix erreichten 1500 Umdrehungen die Minute reichen aus, um den Vivaro zügig zu bewegen. Die manuelle Sechsgangschaltung ist präzise, fühlt sich allerdings knochig an. Erstaunlich für dieses Segment ist die angenehm zielführende Lenkung. Das kleine, aber recht dünne Lenkrad gibt genug Feedback zur Straße, leitet aber auch Stöße bei starken Unebenheiten grob an den Fahrer weiter. Gleiches gilt für das Fahrwerk, das bei massiven Hindernissen den Vivaro kurz rumpeln lässt. Dafür arbeitet der Wagen nur wenig mit seinem hohem Aufbau. Daher braucht es wirklich extreme Fahrmanöver, um das jetzt serienmäßige ESP auf den Plan zu rufen. Mit einem ausgewiesenen Verbrauchswert von 5,9 Litern ist Opel sicherlich nicht weit von der Realität entfernt. Nach der Ausfahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittswert von 6,5 Litern an.

Das kostet er

Grundpreis für den kurzen Kastenwagen mit 120 PS starkem 1,6-Liter-Bi-Turbodiesel und Start-Stopp-System ist 29.560 Euro. Damit ist der neue Opel Vivaro im Schnitt 800 Euro teurer als sein Vorgänger. Dafür verlängern sich die Serviceintervalle auf zwei Jahre beziehungsweise 40.000 Kilometer. Und gemessen an VW Transporter und Mercedes Vito ist der Opel Vivaro immer noch günstig.

Ausblick auf den Combi

Der Opel Vivaro Combi für die Großfamilie wird zwei herausnehmbare Sitzreihen haben. Einstiegspreis: 30.327 Euro.

Auf der Nutzfahrzeug IAA (25. September bis 2. Oktober 2014) hat der Combi Messepremiere. Bei der Fahrveranstaltung zum neuen Vivaro gab es mit einem Vorserienmodell bereits einen Ausblick. Für einen Einstiegspreis von 30.327 Euro gibt es zwei herausnehmbare Sitzbänke in zweiter und dritter Reihe mit jeweils drei Sitzplätzen. Anders als beim Vorgänger sind die Plätze ergonomisch besser ausgeformt, bieten mehr Seitenhalt. Die Rückenlehne der dritten Sitzreihe lässt sich vom Kofferraum umklappen. Alle äußeren Sitzplätze kommen ab Werk mit einer ISOFIX-Vorrüstung, wodurch sich vier Kindersitze problemlos im Fond unterbringen lassen sollten.

Fahrbericht Opel Vivaro Kastenwagen

Technische Daten Opel Vivaro Kastenwagen • H/B/L 1971/1955/4998 mm • 1,6 Liter CDTI Bi-Turbo Ecoflex mit Start-Stopp-System • Sechsgang-Getriebe • 88 kW/120 PS bei 3500 U/min • max. Drehmoment 320 Nm bei 1500 U/min • Vmax 171 km/h • Verbrauch 5,9 l/100 km • 155 g CO2/km • Preis ab 29.560 Euro, bereits bestellbar und zum vierten Quartal 2014 im Handel.
Robin Hornig

Fazit

Der neue Opel Vivaro überzeugt mit guten Fahreigenschaften, Funktionalität und cleveren Ideen. Die Materialanmutung im Cockpit hat allerdings noch Luft nach oben.

Stichworte:

Nutzfahrzeuge

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