Opel-Werke: Zukunft

— 12.10.2012

IG Metall droht GM

Bis 2016 sind alle Opel-Standorte sicher. Danach könnte der kriselnde Autobauer theoretisch Werke schließen. Die IG Metall will das verhindern.



(dpa) Die Verhandlungen über die Zukunft der vier deutschen Opel-Werke geht auf die Zielgerade. "Wir wollen bis zum 26. Oktober zu einem Ergebnis kommen", sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel am 12. Oktober 2012. Dabei pochen Betriebsrat und IG Metall auf langfristige Zusagen des Autobauers. Das Management war im Juni mit dem Angebot in die Gespräche gegangen, die Sicherung der vier deutschen Standorte um zwei Jahre bis 2016 zu verlängern. Im Gegenzug soll über Kostensenkungen und ein Wachstumskonzept bis 2022 diskutiert werden, das neben neuen Modellen und Motoren auch etwa die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in den Opel-Werken vorsieht. Nach einer verteilten internen Mitteilung wollen die Arbeitnehmer Standortschließungen nun über 2016 hinaus ausschließen. Einenkel forderte, auch der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen müsse über dieses Datum hinaus vereinbart werden: "Alles andere ist für mich nicht akzeptabel."     

General Motors: Opel ist unverkäuflich

Opel leidet unter der Absatzkrise in Europa und muss teure Überkapazitäten stemmen. Deshalb wird immer wieder über das Aus des Werks in Bochum spekuliert. Autoexperte Stefan Bratzel schätzt, dass der Autobauer sogar eher zwei Werke schließen müsste, um die Kapazitäten der Nachfrage anzupassen und langfristig überleben zu können. Das Unternehmen war mit der Ankündigung in die Verhandlungen gestartet, nach dem Auslaufen der aktuellen Zafira-Generation möglicherweise keine weiteren Modelle mehr in Bochum vom Band laufen zu lassen. Damit wäre das Aus der 50 Jahre alten Fabrik im Ruhrgebiet besiegelt.     

Opel-Krise: Stellenabbau in der Verwaltung

Dass Betriebsrat und IG Metall den Standort nicht kampflos opfern werden, ist deutlich. Der Bochumer Betriebsrat warnte die Opel-Mutter General Motors bereits mehrfach: "Die Schließung des Opel-Werkes Bochum wäre für GM die teuerste Werksschließung aller Zeiten." Inzwischen wird eine Einigung nicht ausgeschlossen, die das Überleben des Bochumer Werks doch noch ermöglicht. Am kommenden Mittwoch sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden, sagte Einenkel. In dem internen Schreiben teilten Betriebsrat und Gewerkschaft den Beschäftigten mit, das langfristige Wachstumskonzept bis 2022 solle auch in einem Tarifvertrag festgeschrieben werden. 

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag) soll das Ergebnis am 27. Oktober bekanntgemacht werden. IG Metall-Mitglieder sollen anschließend in einer Mitgliederabstimmung an allen deutschen Opel-Standorten befragt werden. Die Abstimmung finde voraussichtlich vom 5. bis 7. November statt. Dass alle Parteien aufs Gaspedal treten, hat auch einen anderen Grund: Im Gegenzug für die verlängerte Jobsicherung haben die rund 22.00 Opelaner in Deutschland die Fälligkeit der Tariferhöhung von 4,3 Prozent bis Ende Oktober ausgesetzt. Einigen sich beide Seiten nicht, wird die gestundete Tariferhöhung in voller Höhe an die Belegschaft als Einmalzahlung ausgezahlt. 

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