Opel Zafira Tourer/VW Touran: Test

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Opel Zafira Tourer/VW Touran: Test

— 20.04.2011

Der Zafira Tourer fordert den Touran heraus

Ambitioniertes Design, clevere Variabilität und viel Sicherheit: So will der Zafira Tourer den VW Touran ab 2012 vom Thron stoßen. AUTO BILD bittet zum ersten Abgleich der Konkurrenten.

Wer hat’s erfunden? Richtig, Opel war es. Die Rüsselsheimer präsentierten 1999 mit dem Zafira A den ersten deutschen Kompakt-Van der Neuzeit. Mit sieben Plätzen und cleverer Variabilität wurde er bald zum Maßstab. Dauer-Rivale VW brachte den Touran erst 2003, leistete aber ebenso gute Arbeit: Der Golf-Ableger etablierte sich als Klassenprimus und blieb es, obwohl Opel 2005 mit dem Zafira B gegenhielt. Zeit für Opel, nachzulegen, die Machtverhältnisse umzukrempeln.

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Video: Opel Zafira Tourer

Verkaufsstart ist Anfang 2012

Wie sieht der neue Opel Zafira Tourer aus? Eleganter als der etwas streng wirkende Touran ist der neue Zafira Tourer – so heißt der neue Opel-Van – ohne Frage: Seine Designer haben ihm spannende Linien in die bauchigen Flanken gepresst. Dazu steht die Studie auf 20-Zöllern, die ihre Radhäuser viel besser ausfüllen als die 17-Zöller des Touran. Auch deshalb wirkt der Opel dynamischer. Ganz stolz sind seine Macher auf die Aerodynamik: Die Karosserie soll mit einem cW-Wert nahe 0,3 neue Maßstäbe unter den Vans setzen. Ihr angespitzter Bug mit der weit vorstehenden Prallfläche ist mutig – fast so mutig wie die XXL-Scheinwerfer in Bumerang-Form, von denen keiner weiß, ob sie morgen oder übermorgen nicht übertrieben wirken. Doch sie können viel: Das optionale Bi-Xenon-AFL-System (AFL steht für "Advanced Front Lighting", auf Deutsch etwa: "Weiterentwickelte Ausleuchtung vorn") kostet 1075 Euro Aufpreis und soll im Zafira Tourer nicht nur in die Kurve blinzeln oder ein spezielles Autobahnlicht ausstrahlen wie schon jetzt, sondern für noch mehr Fahrsituationen das passende Licht produzieren – Fernlichtassistent inklusive.

Überblick: Alle News und Tests zum VW Touran

Vorteil VW: Beim Antrieb liegt der Touran mit seinen Direkteinspritzer-Motoren (noch) vorne.

Das kann der Touran noch nicht. Auch die große Panorama-Scheibe hat nur der Zafira Tourer. Diese Scheibe hat großen Reiz, denn der Fahrer sieht sehr viel von seiner Umwelt – hoch hängende Ampeln und Schäfchenwolken inklusive. Außerdem verbessert das viele Glas das ohnehin angenehme Raumgefühl, genau wie auch das flacher als im Touran gehaltene Cockpit. Mittig auf dem Armaturenbrett sitzt ein großer Monitor, auf dem der Fahrer irgendwann mal per Fingerdruck nahezu alle Fahrzeugfunktionen steuern können soll. Zum Start bleibt es aber erst mal bei dem Bedienkonzept, das wie auch das Multifunktionslenkrad und die großen Rundinstrumente schon aus Astra und Insignia bekannt ist. Interessant wird es in der zweiten Sitzreihe, wo der Touran mit drei einzeln klapp-, verschieb- und ausbaubaren Sitzen ein gutes Standardprogramm bietet. Drei Plätze bietet der Opel auch, wobei dank üppiger Innenbreite sogar drei Kindersitze nebeneinander passen sollen.

Aber er beherrscht ein neues Variabilitäts-Kunststück, denn der Mittelsitz lässt sich zur Armlehne falten. Die äußeren Sitze gleiten dann in die Mitte und in Richtung Heck, sodass man sich fast so unbeschwert räkeln kann wie in einer Stretch-Limo. Im Concept-Car läuft das alles elektromechanisch ab, inklusive der ausklappenden Polster für die Beine. Im Serien-Trimm ist das – wenn überhaupt – nur gegen Aufpreis zu erwarten. Ganz hinten geben sich Touran und Zafira Tourer nicht viel: Die Sitze sechs und sieben (hier wie da gegen Aufpreis) lassen sich in den Kofferraumboden klappen.

Wie fährt sich der Opel Zafira Tourer? Geduld, bitte! Das Concept-Car hat zwar einen Motor (1,4-Liter-Turbo-Benziner, etwa 140 PS). Doch schneller als 50 km/h darf ich nicht fahren. Nach ersten Prototyp-Testrunden am Polarkreis berichtete ein Kollege von Opel-typischer Agilität bei gutem Komfort. Den erhöht auf Wunsch das aus Astra und Insignia bekannt komfortable Flex-Ride-Fahrwerk. Es verfügt wie das DCC-Fahrwerk des Touran (965 Euro) über verstellbare Stoßdämpfer, setzt aber mit variablen Kennlinien für Motor und Lenkung im Sport-Modus eins drauf. VW kontert beim Antrieb: Im Touran arbeiten ausnahmslos Direkteinspritzer-Turbos, die sich außer beim 1.2 TSI auch mit Doppelkupplungsgetriebe ordern lassen. Direkteinspritzer-Benziner kommen bei Opel erst noch, Basismotor dürfte ein 120-PS-Sauger werden.

Aber vom Verkaufsstart Anfang 2012 an soll es Start-Stopp-Systeme und mehr Automatik-Modelle (erst Wandlerautomatik, dann Doppelkupplung) geben. Auch bivalente Zafira Tourer mit zusätzlichen Gastanks sind geplant. Maßstäbe setzen dürfte der Zafira Tourer bei der Sicherheitsausstattung: Versprochen sind Abstandregel-Tempomat mit Notbremsfunktion, Spurhalte- und Spurwechselassistenz sowie Verkehrsschilderkennung.
Autor:

Michael Harnischfeger

Fazit

Clever, was Opel sich ausgedacht hat: Der Zafira läuft weiter, und mit dem Zafira Tourer macht man Kunden eine halbe Klasse höher ein Angebot mit forschem Design und einem luxuriösen Innenraumkonzept. Die Preise sollen auf Touran-Niveau liegen – der erste Vergleichstest wird spannend.

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