Opel Werk Rüsselsheim

Opel-Zukunft

— 22.01.2010

Reilly gegen alle

Mit dem Aus für Antwerpen wird der Ton zwischen Opel-Chef Nick Reilly und dem Betriebsrat schärfer. Die IG Metal spricht von einer "Kriegserklärung". Am Dienstag (26. Januar) wollen die Opelaner in Antwerpen demonstrieren.

(dpa/sb) Mit dem angekündigten Aus für den Standort Antwerpen spitzen sich die Auseinandersetzungen beim angeschlagenen Autobauer Opel weiter zu. Betriebsräte und Gewerkschaften fühlen sich von Opel-Chef Nick Reilly vorgeführt und lehnen jeden Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter ab. Damit wackelt die Finanzierung für den Umbau, zumal Zusagen für Staatshilfen noch immer ausstehen. "Die Zeit läuft dem Unternehmen davon, jeden Monat wird Geld verbrannt", warnte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Die IG Metall sprach von einer "Kriegserklärung gegenüber allen europäischen Arbeitnehmern bei Opel". Für kommenden Dienstag (26. Januar 2010) haben die Betriebsräte zu einer Protestaktion in Antwerpen aufgerufen.

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Nach Unternehmensangaben hält Reilly trotz der Proteste weiter an dem Plan fest, das Sanierungskonzept bis Ende Januar 2010 vorzulegen. Die Gespräche mit den Betriebsräten sollten kommende Woche fortgesetzt werden. Die IG Metall warnte Reilly vor der Schließung des belgischen Werks: "Wenn Sie sich tatsächlich für dieses unnötige Vorgehen entscheiden, wird eine Einigung über die von Ihnen geforderten Einsparungen nicht möglich sein", schrieben die Gewerkschaftschefs aus Frankfurt und Düsseldorf, Armin Schild und Oliver Burkhard, in einem Brief an Reilly. Der Brite hatte  angekündigt, das Werk im Laufe des Jahres dichtzumachen. Ähnliche Schreiben waren nach zuvor schon von den Gewerkschaften aus anderen Opel-Standortländern wie Großbritannien, Spanien, Ungarn und Polen an Reilly gegangen. Dennoch rechnet Opel weiterhin mit Arbeitnehmerbeiträgen: "Eine Einigung zur Kostenreduzierung ist sicher ein Punkt, den wir anstreben", sagte ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim. Er verteidigte die Schließung erneut mit den Überkapazitäten und der angespannten finanziellen Lage des Autobauers.

Kein Geld von den Arbeitnehmern

Für die 3,3 Milliarden Euro schwere Restrukturierung fordern Opel und die Konzernmutter General Motors von der Belegschaft einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro. Die Arbeitnehmer hatten ihre Bereitschaft zu dem Lohnverzicht an Bedingungen geknüpft – unter anderem dürfe es keine Werkschließungen geben. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz blieb bei seinem Nein zu Mitarbeiterbeiträgen, sollte Antwerpen tatsächlich dichtgemacht werden: Es gibt kein Geld von den Arbeitnehmern." Damit sei der vorläufige Sanierungsplan mit dem Titel "Viabilty Plan" (Plan zur Lebensfähigkeit) gescheitert.

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