Carl-Peter Forster

Opel-Zukunft bei GM

— 06.11.2009

Forster geht, Fragen bleiben

Auf den Paukenschlag folgt das große Stühlerücken. Mit Carl-Peter Forster und Hans Demant verlassen nach dem gescheiterten Magna-Deal die beiden führenden Opel-Köpfe das Unternehmen.

(dpa/cj) Opel bekommt nach dem geplatzen Verkauf an Magna eine neue Führungsspitze. Der bisherige GM-Europachef Carl-Peter Forster verlässt nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa (6. November 2009) den Konzern. Auch der bisherige Opel-Chef Hans Demant wird das Unternehmen voraussichtlich nicht mehr führen. Der 55-jährige Forster hatte sich vehement für einen Einstieg des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna bei Opel ausgesprochen und die Kehrtwende von GM ungewöhnlich scharf kritisiert. Forster hatte von 2001 bis 2004 an der Spitze von Opel gestanden. Danach war er nach Zürich als Chef von General Motors Europe gewechselt, wozu auch Opel gehört.

Hier geht es zur Opel-Geschichte

Die Opel-Belegschaft protestierte gegen das Vorgehen von GM. 10.000 Jobs in Europa sind in Gefahr.

Laut "Spiegel Online" liebäugelt GM mit dem US-Manager Nick Reilly als Forsters Nachfolger. Reilly, der bislang für das Asiengeschäft und die Marke Chevrolet verantwortlich war, solle Opel sanieren. "Binnen Tagen oder Wochen" werde man ein neues Führungsteam für Opel/Vauxhall zusammenstellen, sagte GM-Chef Fritz Henderson in einem Interview mit Journalisten in Detroit, das auf der GM-Webseite veröffentlicht wurde. Über das Ausmaß des geplanten Stellenabbaus bei Opel wollte GM-Chef Henderson keine Angaben machen. GM-Vize John Smith hatte erklärt, der Konzern wolle rund 10.000 Stellen streichen, das wäre jeder fünfte Arbeitsplatz in Europa. Das würde in etwa dem Magna-Konzept entsprechen. Die Kosten für die Sanierung bezifferte Henderson auf drei Milliarden Euro.

Zur Markenseite von Opel

GM kann bei der Sanierung von Opel durchaus weiter auf staatliche Hilfe hoffen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten hatten signalisiert, dass sie auch nach dem Scheitern des Opel-Magna-Deals die Opel-Beschäftigten nicht im Regen stehenlassen wollten. Die Bundesregierung will dabei das GM-Konzept abwarten, bevor sie weitere Maßnahmen erwägt. Dies sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin. Es gebe Signale, dass GM das Konzept in der nächsten Woche vorstellen könnte. Im Wirtschaftsminister wies man darauf hin, dass etwaige Hilfszusagen, die an den Erhalt von Standorten geknüpft sind, nach EU-Recht nicht zulässig sind.

Treuhand-Mitglied muss gehen

Auch die vier Bundesländer mit Opel-Standorten sorgten nach dpa-Informationen für einen Paukenschlag. Der Ländervertreter in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, muss demnach das Gremium verlassen. Grund sei ein kompletter Vertrauensverlust. Pfeil habe sich abfällig über das Verhalten von Politikern in den Verhandlungen zum Opel-Verkauf geäußert. Sein Nachfolger solle der nordrhein-westfälische Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz (CDU) werden. Der Schritt hat nur wenig praktische Bedeutung, denn mit dem Verzicht von GM auf den Teilverkauf seiner europäischen Tochter hat sich die vorrangige Aufgabe des Gremiums mit Sitz in Frankfurt erledigt, nämlich die Verhandlungen mit möglichen Investoren zu überwachen.

Am Donnerstag (5. november 2009) waren an den vier großen deutschen Standorten Tausende Opel-Mitarbeiter auf die Straßen gegangen. Sie protestierten gegen bei der Sanierung durch GM befürchtete Massenentlassungen und Werkschließungen. Der GM-Konzern droht der Belegschaft mit Insolvenz, wenn die Betriebsräte nicht zu Zugeständnissen bereit sind. Für Opel arbeiten in Deutschland mehr als 25.000 Menschen.

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