Opel-Chef stellt Zukunftspläne vor

Opel: Zukunftspläne bis 2022

— 04.06.2014

Opel will an Ford vorbei

Opel-Chef Neumann hat klare Ziele: Die Marke soll Ford überholen und die Nummer zwei in Europa werden. Bis 2018 sind 27 neue Modelle geplant.

(dpa/jb) Nach mehreren verlustreichen Jahren sieht sich Opel wieder auf Erfolgskurs. "Wir haben uns ganz konkrete Ziele gesetzt. Wir wollen die zweitgrößte Marke in Europa werden", sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann am 3. Juni 2014 vor Journalisten. Dafür müsse der entsprechende Marktanteil von 5,8 Prozent im April 2014 auf acht Prozent im Jahr 2022 erhöht werden.

Opel Corsa E (2014): Fahrbericht

Opel Corsa 2014 Opel Corsa 2014 Opel Corsa 2014
Derzeit ist Ford nach VW die Nummer zwei in Europa. In Deutschland peilt Neumann zehn Prozent Marktanteil an – nach zuletzt 7,7 Prozent im Mai. "Wir glauben, dass wir absolut auf dem Weg sind, das zu erreichen." Sollte dies gelingen, werde Opel nachhaltig eine operative Gewinnmarge von fünf Prozent erwirtschaften, betonte Neumann. "Das ist für einen Autohersteller, der fast ausschließlich in Europa agiert, ein wirklich guter Wert." Das Erreichen der Gewinnschwelle spätestens 2016 sei damit nur ein erster Schritt der Zehnjahres-Strategie "Drive!2022", erklärte der frühere VW-Manager. "Wir sind überzeugt, dass wir unser Etappenziel erreichen werden."

Der Opel Zafira Tourer wird zum Crossover – und künftig in Rüsselsheim gebaut.

Dabei helfe auch eine deutliche Kostensenkung, etwa durch das Aus der Autofertigung in Bochum zum Jahresende 2014, durch einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer oder durch globale Plattformen im Verbund mit der US-Mutter General Motors (GM). Gleichzeitig kündigte Neumann für den Zeitraum von 2014 bis 2018 insgesamt 27 neue Modelle und 17 neue Motoren an. Einige Modelle werden komplett überarbeitet: neue Generationen wie der Corsa, der noch 2014 auf den Markt kommt, oder die Nachfolger von Zafira und Meriva, die in Zukunft anders aussehen werden. Statt im Segment Familienvan wie ihre Vorgänger werden sie im Crossover-Bereich angesiedelt.

Die beliebtesten Automarken im Mai 2014

Unterhalb des Opel Adam soll es noch eine günstigere Baureihe geben.

Außerdem will Opel komplett neue Baureihen einführen, so Neumann: "Unter dem Adam kann ich mir sehr gut ein Auto vorstellen, insbesondere nach dem Ausstieg von Chevrolet, die sehr kleine und preisgünstige Autos haben." Zunächst wird die Bochumer Werksschließung und die damit verbundene Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim aber die Bilanz 2014 belasten. Dem Vernehmen nach fallen Kosten von deutlich über einer halben Milliarde Euro an. "Unser Ziel ist, operativ besser zu werden als 2013", sagte Neumann. 2013 war der operative Verlust des GM-Europageschäfts um mehr als die Hälfte auf 844 Millionen Dollar (623 Mio Euro) gesunken. Dennoch sei das Jahr 2014 ein entscheidendes Jahr, betonte Neumann, der trotz der Krisen auf den für Opel wichtigen Märkten Russland und Türkei optimistisch bleibt: "Wir wollen wachsen und Marktanteile gewinnen."

Opel Astra Erlkönig (2015)

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