Oshkosh JLTV & alle Humvee-Nachfolger

JLTV Humvee Nachfolger JLTV Humvee Nachfolger

Oshkosh JLTV: Humvee-Nachfolger

— 10.10.2016

Humvee-Nachfolger für Europa?

Nacht 30 Jahren geht der Humvee in Rente. Sein Nachfolger ist größer, stärker und sicherer. Ein Oskosh JLTV kostet rund 500.000 Euro und wurde jetzt erstmals in Europa auf einer Messe gezeigt.

Tschüss, aus, vorbei. Der Humvee geht bald in Rente. Das High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMWV, der Einfachheit halber Humvee ausgesprochen) von AM General hat die amerikanische Armee seit fast 30 Jahren begleitet. Der Nachfolger steht schon seit einiger Zeit fest und wurde nun erstmals in Europa auf einer Messe gezeigt. 
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Doppelt so schwer wie der Humvee

Bis zu 1,52 Meter tiefes Wasser kann der Oshkosh JLTV durchfahren.

Warum bei uns? Das Oskosh Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) soll alles besser können als sein Vorgänger. Es ist stärker, besser gepanzert und moderner, 2,5 Meter breit, 2,60 Meter hoch und 6,25 Meter lang. Und damit vielleicht auch für europäische Armeen interessant. Außerdem hat der Hersteller noch Kapazitäten frei. Die US-Armee bestellt bisher nicht so, wie sie eigentlich sollte. So könnten Bestellungen aus anderen Ländern und von anderen Kunden bedient werden.

Der Vertrag mit der US-Regierung sieht in den nächsten vier Jahren 17.000 Fahrzeuge für die US-Armee und das Marine Corps vor – mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 6,07 Milliarden Euro. Bis 2040 sollen 54.600 Fahrzeuge verkauft werden – im Wert von 30 Milliarden Dollar (rund 26,8 Milliarden Euro). Ein Fahrzeug kostet demnach rund 500.000 Euro, die Gesamtkosten inklusive Entwicklungskosten rund 550.000 Euro. Klingt nach viel. Vom Humvee kauften die Streitkräfte rund 280.000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die Bundeswehr setzt seit 2008 auf den Mowag Eagle IV, hat davon aber nur 671 Fahrzeuge. Der Eagle wiegt rund neun Tonnen und wird von einem 5,9-Liter-Sechsylinder-Diesel mit 242 PS angetrieben. Damit fährt er bis zu 110 km/h schnell.

Das Oshkosh Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) wiegt mit mindestens neun Tonnen fast doppelt so viel wie sein Vorgänger. Maximal vier Personen (JLTV-GP) finden im geschützten Militärfahrzeug Platz, im Humvee waren es bis zu zehn. Dafür gibt es den Oskhosh auch als bewaffnetes Gefechtsfahrzeug (JLTV-CCWC).

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Adaptives Fahrwerk und Höhenregulierung

Der Oshkosh ist besser, stärker und sicherer als sein Vorgänger. Es gibt ihn in drei Varianten.

Der Hersteller aus Wisconsin spendiert dem Fahrzeug unter anderem einen Minen- und Sprengfallenschutz, ein automatisches Feuerlöschsystem und einen Stromgenerator. Weitere Anbaumöglichkeiten für Panzerung erhöhen die Sicherheit. Das adaptive Fahrwerk mit Einzelradaufhängung lässt sich bis zu 50 Zentimeter in der Höhe verstellen – für optimale Offroad-Eigenschaften. Bis zu 1,52 Meter tiefes Wasser kann der Allradler durchfahren, bis zu 31 Grad Steigungen hochkraxeln und bis zu 30 Prozent kippen. Für zügiges Manövrieren in engem Terrain sorgt der kleine Radstand von 7,62 Meter. Praktisch für Auslandseinsätze: Der JLTV kann per Transportflugzeug C-130 Hercules, C5 oder Transporthubschrauber CH-47 Chinook und CH-53 Super Stallion verschickt werden. Die Zuladung liegt bei bis zu 2,3 Tonnen. Als Antrieb dient ein 6,6-Liter-Achtzylinder-Diesel mit 305 PS und 705 Newtonmeter Drehmoment, der den Oskosh auf bis zu 112 km/h beschleunigen soll.

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Ablösung war überfällig

Die Ablösung des Humvees war wegen dessen schlechter Panzerung und deren Folgen notwendig. Das ursprüngliche Modell war nämlich ungepanzert. Mit nachträglich montierten Stahlplatten gelang es, die Kabine einigermaßen gegen den Beschuss mit Sturmgewehren zu sichern. Darunter litt im Laufe der Entwicklung die Geländegängigkeit. Die nachträgliche Panzerung konnte die Insassen auch nicht vor Sprengsätzen und Minen schützen. Zuletzt haben zahlreiche Sprengstoffanschläge im Irak und in Afghanistan das leicht gepanzerte Einsatzfahrzeug an seine Grenzen gebracht.
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Oshkosh statt AM General

Oshkosh setzte sich Mitte 2015 gegen AM General und Lockheed Martin durch. Die Hersteller präsentierten dem US-Verteidigungsministerium vor einigen Monaten ihre Prototypen auf einem Off-Road-Parcours der Marines in Quantico. Die Strecke simulierte sämtliche Hindernisse, die den gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz begegnen können.

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Autoren: , Fabian Hoberg

Fotos: AUTOBILD

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