Humvee-Nachfolger: Update

JLTV Humvee Nachfolger JLTV Humvee Nachfolger

Oshkosh JLTV: Humvee-Nachfolger

— 30.10.2015

Oshkosh statt Humvee

Nach über 30 Jahren Einsatzzeit in der US-Army geht der Humvee in Rente. Sein Nachfolger, der Oshkosh JLTV, ist größer, schwerer und stärker.



Aus und vorbei. Der Humvee geht in Rente. Das High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMWV, der Einfachheit halber Humvee ausgesprochen) von AM General wurde 30 Jahre lang von der amerikanischen Armee eingesetzt. Jetzt steht der Nachfolger fest.

Doppelt so schwer wie der Humvee

Bis zu 1,52 Meter tiefes Wasser kann der Oshkosh JLTV durchfahren.   



Das Oshkosh Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) soll alles besser können als sein Vorgänger. Es ist stärker, besser gepanzert und moderner. Mit der Standard-Bepanzerung und zwei Mann-Besatzung (JLTV-UTL) wiegt das Fahrzeug (2,5 Meter breit, 2,60 m hoch und 6,25 m lang) mindestens neun Tonnen – und ist damit fast doppelt so schwer wie sein Vorgänger. Maximal vier Personen (JLTV-GP) finden im geschützten Militärfahrzeug Platz, im Humvee waren es bis zu zehn. Dafür gibt es den Oskhosh auch als bewaffnetes Gefechtsfahrzeug (JLTV-CCWC).

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Adaptives Fahrwerk und Höhenregulierung

Der Hersteller aus Wisconsin spendiert dem Fahrzeug unter anderem einen Minen- und Sprengfallenschutz, ein automatisches Feuerlöschsystem und einen Stromgenerator. Weitere Anbaumöglichkeiten für Panzerung erhöhen die Sicherheit. Das adaptive Fahrwerk mit Einzelradaufhängung lässt sich bis zu 50 Zentimeter in der Höhe verstellen – für optimale Offroad-Eigenschaften. Bis zu 1,52 Meter tiefes Wasser kann der Allradler durchfahren, bis zu 31 Grad Steigungen hochkraxeln und bis zu 30 Prozent kippen. Für zügiges Manövrieren in engem Terrain sorgt der kleine Radstand von 7,62 Meter. Praktisch für Auslandseinsätze: Der JLTV kann per Transportflugzeug C-130 Hercules oder Transporthubschrauber CH-47 Chinook verschickt werden. Die Zuladung liegt bei bis zu 2,3 Tonnen. Als Antrieb dient ein 6,6-Liter-Achtzylinder-Diesel mit 305 PS und 705 Newtonmeter Drehmoment, der den Oshkosh auf bis zu 112 km/h beschleunigen soll.

54.000 Oshkosh bis 2040

Der Oshkosh ist besser, stärker und sicherer als sein Vorgänger. In gibt es in drei Varianten.



Für den nordamerikanischen Produzenten wird sich die Entwicklung rentieren. Der Vertrag mit der US-Regierung sieht in den nächsten fünf Jahren 17.000 Fahrzeuge für die US Armee und das Marine Corp vor – mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 6,07 Milliarden Euro. Bis 2040 sollen über 54.000 Fahrzeuge verkauft werden – im Wert von 30 Milliarden Dollar (rund 26,8 Milliarden Euro). Ein Fahrzeug kostet demnach rund 555.000 Euro. Vom Humvee kauften die Streitkräfte rund 280.000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die Bundeswehr setzt seit 2008 auf den Mowag Eagle IV, hat davon aber nur 671 Fahrzeuge. Der Eagle wiegt rund neun Tonnen und wird von einem 5,9-Liter-Sechsylinder-Diesel mit 242 PS angetrieben. Damit fährt er bis zu 110 km/h schnell.
Groß, schwer oder gepanzert: Schwermetall bei autobild.de

Warum ein Neuer?

Der künftige Humvee wird höher liegen und stärker gepanzert sein als sein Vorgänger.

Die Ablösung des Humvees war wegen dessen schlechter Panzerung und deren Folgen notwendig. Das ursprüngliche Modell war sogar ungepanzert. Mit nachträglich montierten Stahlplatten gelang es, die Kabine einigermaßen gegen den Beschuss mit Sturmgewehren zu sichern. Darunter litt im Laufe der Entwicklung die Geländegängigkeit. Die nachträgliche Panzerung konnte die Insassen auch nicht vor Sprengsätzen und Minen schützen. Zuletzt haben zahlreiche Sprengstoffanschläge im Irak und in Afghanistan das leicht gepanzerte Einsatzfahrzeug an seine Grenzen gebracht.

Oshkosh statt AM General

Der Hersteller Oshkosh setzte sich gegen AM General und Lockheed Martin durch. Die Hersteller präsentierten dem US-Verteidigungsministerium vor einigen Monaten ihre Prototypen auf einem Off-Road-Parcours der Marines in Quantico. Die Strecke simulierte sämtliche Hindernisse, die den gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz begegnen können. Wie die Erprobung verlief, sehen Sie in der Bildergalerie. Wie sie ausging, ist jetzt klar.

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Autoren: , Fabian Hoberg

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