Pagani Huayra: Erste Mitfahrt
— 02.03.2012Die Zeichen stehen auf Sturm
Huayra ist der Gott des Windes. Pagani nutzt den Namen für seinen neuen Supersportwagen: 730 PS, 1000 Nm, 370 km/h. AUTO BILD ist den divenhaftesten aller italienischen Sportwagen gefahren.
Überblick: News und Tests zum Pagani Huayra
Barock trifft Hightech
Noch ist es nicht so weit, den Huayra selbst zu fahren. Der Schöpfer gestattet eine Audienz auf dem Beifahrersitz. Federleicht schwingt die Tür gen Himmel und lädt ein in ein Reich aus Leder, Aluminium und Kohlefaser. Was für eine Opulenz, ein irrer Stilmix aus Barock und Hightech. Die Instrumente sind aus dem Vollen gefräst, schimmern blau wie Saphire. Sitze, Cockpit und der Wagenboden sind mit dickem braunem Leder bezogen. Massive Kipphebel in der Mittelkonsole befehligen die Klimaanlage. Zwischen den Sitzen steht aufrecht der Schalthebel im Raum. Ein mechanisches Meisterwerk, Taktstock für das sequenzielle Siebenganggetriebe. Mit einem Schlüsseldreh springt der Zwölfzylinder klaglos an.
Wer will da noch beamen?
Ach was. Der Sechsliter von Daimler-Tochter AMG springt nicht einfach an. Er erwacht. Mit leisem Gurgeln spült die Benzinpumpe Kraftstoff in Richtung der zwölf Brennräume. Der Anlasser sirrt hell, dann sägt der Motor heiser im Leerlauf. Nichts wie raus auf die einsamen Landstraßen rund um Modena. Ein wenig Gas geben – und schon saugt der Biturbo kurz hinter den Ohren der Passagiere sämtliche Umgebungsluft ein. Einen Sekundenbruchteil später explodiert die Welt. Der Pagani lässt sie gerade so spielerisch hinter sich, dass Beamen wohl die langsamere Alternative wäre, um von hier nach dort zu kommen.
Grazile Dame
Und die deutlich spaßärmere. Denn geht der Fahrer vor der nächsten Kurve vom Gas, pfeifen und zwitschern die Wastegate-Ventile vor lauter Überdruck. Dabei müsste er das Gas gar nicht so sehr zurücknehmen. Präzise lenkt der Huayra ein, konzentriert sich auf die Ideallinie, ist in seiner Präzision ganz Rennwagen. Ohne die guten Manieren zu verlieren. Die wahre Dame verliert nie die Contenance. Zurück in der Manufaktur wollen wir wissen, wer der Kopf hinter diesem Kunstwerk ist. Horacio Pagani begrüßt uns. Knapp 1,70 Meter groß, magentafarbener Kaschmirpulli. Braune, handgenähte Schuhe. Akkurate Bügelfalten. Fester Händedruck, lebendige Augen hinter Brillenglas.
Pagani erfüllt Träume
Im Gespräch erzählt der 57-Jährige aus der Anfangszeit, als Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio sein Talent entdeckte und ihm einen Job bei Lamborghini besorgte. Als Techniker hat Pagani am Countach mitgetüftelt. Erst 1999 hat sich der Exil-Argentinier mit dem Bau eigener Autos seinen Traum erfüllt – und erfüllt mit seinen Autos die Träume seiner Kunden. Er ist das Gegenteil seiner Autos: unprätentiös. Während des Gesprächs tritt er einen Schritt zur Seite, um den Huayra nicht zu verdecken. Nach dem Exkurs in die Vergangenheit ist Pagani schnell wieder im Hier und Jetzt. Will nicht in seinem Büro sitzen. Er springt auf, stürmt ins Designbüro. Erzählt stolz, dass er mit seinem Team jede Schraube eines Pagani selbst entworfen hat.
Produktion wird ausgeweitet
Für den Huayra haben sie fünf Jahre lang 4000 Teile konstruiert. Pagani drängt weiter ins Nebenzimmer. Er zeigt Skizzen. Von dem Fabrikgebäude, seinem neuen Traum. Weil die alte Produktionsstätte aus allen Nähten platzt, entsteht derzeit eine Straße weiter eine neue. Dreimal so viel Platz wie bisher soll den 45 Mitarbeitern dann zur Verfügung stehen. Ab Frühjahr 2013 wollen sie die Bestellliste für den Huayra schneller abarbeiten und 40 statt bisher 25 Autos im Jahr bauen. Bereits im Herbst werden die Diva und ich uns wiedersehen, ich darf das erste Mal selbst fahren. Schon jetzt rast das Herz. Sind die Handflächen feucht. Die Pupillen geweitet. Ich kann es kaum erwarten.
| Technische Daten Pagani Huayra | |
|---|---|
| Motor | V12 Biturbo |
| Hubraum | 5980 ccm |
| kW (PS) bei U/min | 537 (730)/5800 |
| Nm bei U/min | 1000/2250-4500 |
| Höchstgeschwindigkeit | 370 km/h |
| 0–100 km/h | 3,3 s |
| Getriebe/Antrieb | sequenzielles 7-Gang-Getriebe/Hinterrad |
| Verbrauch EU-Mix | 15 l/Super Plus |
| Länge/Breite/Höhe | 4605/2063/1169 mm |
| Trockengewicht | 1350 kg |
| Preis | 1,1 Mio. Euro |
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Kommentare zum Artikel (39)
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Nicht premium wie audi, vw, mercedes und bmw
hi leute sorry wegen der kommentare ich liebe zonda und huayra. Die wagen sind echt klasse
Ich bin zwar noch ein kind aber ich war schon immer ein fan von huayra und Zonda. Mein Papa hat eine zonda und alle anderen gucken wie die dummen und ich bin nur durchs auto voll beliebt. Und rs du erzáhlst da echt mist nur damit das klar ist.Also L.G.Nicklas dejdar
Der Pagani Huayra ist wohl das Spektakulärste Auto das je gebaut wurde, allein das Monocoque aus dem Carbon-Titanium-Geflecht ist ein wunder der Technik dazu kommt eine Aerodynamik die seines gleichen sucht. Die 4 Flaps sind ein Geniestreich der deutsche Motor ist der helle Wahnsinn. Das Interieur ist einfach atemberaubend so etwas hat es in der Geschichte der Automobilindustrie noch nie gegeben. Ich verneige mich vor dem wahren Großmeister der Automobilindustrie Horacio Pagani. Und bitte verwechselt das hier nicht mit einem Kampf zwischen DE und IT es ist eine Symbiose und kein Kampf.
sehr interesantes auto. der v 12 biturbo ist auch sehr interessant trotz des v12 hat er nur einen ferbrauch von 15 litern