Panamera/Quattroporte/XJ: Test — 24.08.2010
Jaguar XJ fordert zur Anprobe
Meisterwerke vom Karosserie-Schneider, feine Einzelstücke irgendwo zwischen Luxuslimousine und Sportwagen. Neu dabei: der Jaguar XJ. Passt er besser als Porsche Panamera und Maserati Quattroporte?
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Auch bei der Inneneinrichtung bricht Jaguar mit vielen Konventionen. Ein runder Drehschalter auf der Mittelkonsole besorgt die Gangwahl, virtuelle Instrumente liefern die Informationen. Großer Zauber, aber gewöhnungsbedürftig. Genau wie der Touchscreen-Monitor in der Mitte, über den sich viele Funktionen steuern lassen. Doch die sind in Menüs versteckt, und die kleinen Symbole muss man erst mal treffen. Zu viel Platz sollte übrigens niemand erwarten – trotz ausladender Dimensionen und 5,12 Meter Länge. Der Jag wirkt vorn noch vergleichsweise luftig, im Fond sitzt es sich wegen der abfallenden Dachlinie aber nicht übertrieben herrschaftlich – trotz der sehr bequemen Sitze. Na ja, englischen Anzügen sagt man ja auch eine gewisse Steifheit nach, italienische fallen lässiger. Der Maserati liefert das perfekte Beispiel dafür. Eine Limousine von klassischer Schönheit, stilsicher und ungemein elegant.
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Erlesenen Geschmack beweisen die Italiener auch beim Cockpit. Das wirkt neben den futuristischen Kommando-Zentralen von Jaguar und Porsche geradezu schlicht, aber genau deshalb besonders anziehend. Wer sich dann an dem absurden Radio-Navi-System stört, ist selbst schuld. Und sollte sich lieber über das knautschweiche Leder von Edelhersteller Poltrona Frau freuen. Oder über den geräumigen Fond, der für lange Beine mehr Entfaltungsmöglichkeiten bietet als der des XJ. Noch besser sitzt es sich in den körpernah geschnittenen Sitzen des Porsche. Hier muss niemand den Kopf einziehen. Und der Panamera hat einen Vorteil, den wir in der Luxusklasse gar nicht erwartet haben: Die Fond-Lehnen lassen sich umklappen – die Shoppingtour kann kommen. Auch der Panamera ist edel eingerichtet, aber auf andere Art als XJ und Quattroporte. Ernsthaft, weniger verspielt, hier wird Technik ausgestellt. Auffällig vor allem die Mittelkonsolen- Kommandobrücke mit ihrer funkelnden Tasten-Batterie.Der Porsche tritt hier mit 4,8 Litern, 400 PS und dem Siebengang–Doppelkupplungsgetriebe PDK (3511 Euro) an. Der V8 dreht leichtfüßig, schmettert mit warmem Bariton und beschleunigt den Panamera energisch. Ausgerüstet mit Luftfederung (1952 Euro), 19-Zoll-Rädern (1785 Euro), Sport-Chrono-Paket (1095 Euro) und Servotronic (262 Euro) liefert der Porsche großen Sport. Mal eben 1,9 Tonnen schwer, fährt er sich leichtfüßig und präzise, federt andererseits erstaunlich souverän, wird nur auf Querrillen nervös. Über die stolpert auch der Jaguar gern, lange Wellen nimmt er wesentlich geschmeidiger. Wie im Porsche ist auch sein V8 ein Direkteinspritzer, das 385-PS-Triebwerk läuft mit warmem Wohlklang, sehr sanft und leise.
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Doch unterschätzen sollte den Jag deshalb niemand. Bei Bedarf drückt der Fünfliter gewaltig voran. Dennoch fährt sich der XJ nicht ganz so agil und handlich wie Panamera und Quattroporte, lenkt eckiger ein, wankt in schnellen Kurven mehr. Seine Bestimmung liegt eher in der schnellen, gepflegten Reise als in sportlicher Hast. Ganz anders der Maserati. Hier tobt ein heißblütiger 4,7-Liter-V8 mit 440 PS unter der Haube, der dir schon beim Start Stromstöße durch den Körper jagt. Ein wildes, hitziges Tier, das zum Steineerweichen knurrt, brüllt, donnert. Und genau so ist der Quattroporte unterwegs: hart, nervös, unruhig und immer auf dem Sprung. Fordernd – für Fortgeschrittene. Beim Preis kennt Maserati keine Gnade und verlangt herbe 133.310 Euro. Mit Abstand folgt der Panamera für 103.180 Euro. Der Jaguar fährt für 100.020 Euro zwar am günstigsten vor, insgesamt gilt aber: Maßarbeit kostet dann doch etwas mehr ...
| Fahrzeugdaten | Jaguar | Maserati | Porsche |
|---|---|---|---|
| Motor | V8, vorn längs | V8, vorn längs | V8, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette | Kette |
| Hubraum | 5000 cm³ | 4691 cm³ | 4806 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 283 (385)/6500 | 323 (440)/7000 | 294 (400)/6500 |
| Nm bei 1/min | 515/3500 | 490/4750 | 500/3500 |
| Vmax | 250 km/h | 285 km/h | 283 km/h |
| Getriebe | Sechsstufen-Automatik | Sechsstufen-Automatik | Siebengang-PDK** |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 245/45-275/40 ZR 19 | 245/35-295/30 ZR 20 | 255/45-285/40 ZR 19 |
| Radgröße | 9,0-10,0 x 19" | 8,5-10,5 x 20" | 9,0-10,0 x 19" |
| Abgas CO2 | 264 g/km | 365 g/km | 253 g/km |
| Verbrauch* | 17,0/8,2/11,3 l | 24,0/10,9/15,7 l | 16,0/7,9/10,8 l |
| Tankinhalt | 82 l/Super | 90 l/Super plus | 80 l/Super plus |
| Vorbeifahrgeräusch | 69 dB (A) | 72 dB (A) | 72 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | keine | keine | 2200/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 520 l | 450 l | 445–1263 l |
| Preis (wird bewertet) | 100.020 Euro*** | 133.310 Euro | 103.180 Euro**** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** Doppelkupplungsgetriebe; ***inklusive 1520 € für 19-Zoll-Bereifung; ****inklusive Doppelkupplungsgetriebe (PDK) 3511 €, adaptiver Luftfederung 1952 €, Servotronic 262 €, Sport Chrono Paket Plus 1095 € und 19-Zoll-Bereifung für 1785 € | |||
| Messwerte | Jaguar | Maserati | Porsche |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 2,2 s | 2,3 s | 2,5 s |
| 0–100 km/h | 5,7 s | 5,6 s | 5,8 s |
| 0–130 km/h | 8,8 s | 8,5 s | 8,7 s |
| Zwischenspurt | |||
| 60–100 km/h | 2,9 s | 3,0 s | 2,8 s |
| 80–120 km/h | 3,5 s | 3,6 s | 3,3 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1856/444 kg | 2070/330 kg | 1910/495 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 51/49 % | 48/52 % | 52/48 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,4/12,4 m | 12,7/12,4 m | 11,9/11,9 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 34,9 m | 36,4 m | 33,8 m |
| aus 100 km/h warm | 34,5 m | 33,9 m | 34,5 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 55 dB (A) | 57 dB (A) | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 61 dB (A) | 64 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 130 km/h | 66 dB (A) | 67 dB (A) | 68 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 13,2 l S – 312 g/km | 16,6 l SP – 394 g/km | 13,4 l SP – 318 g/km |
| Reichweite | 620 km | 540 km | 590 km |
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Kommentare zum Artikel (47)
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Sieben nicht siben. ;)
Gegen den siben Jahre alten Maserati sehen Porsche und Jaguar alt aus. Trotzdem wirkt der Maserati klassisch, unvergänglich. Ein Traum. Der Designer sollte einen besonderen Preis dafür bekommen. Die Designer von Panamera und ganz besonders der des XJ sollten sofort vor die Tür gesetzt werden, weil es den Augen weh tut, diese klassischen Marken so zu verunstalten. Sowas erwartet man von Audi nicht von Jaguar.
Komt irgenwan einen panamera mit die drei liter machine von cayenne
ja stimmt..da ist eine klasse für sich..man soll mehr auf neutralen oder individuelle meinung achten..und nicht bewerten..Auf jenden fall kann nur sagen...Die Italiäner und die Engländer haben für die EXTRA klasse immer was speziell drauf..war immer so und wird auch soo bleiben.....Deutschen Produkten (möchte gern) auch wenn gut sind..Nööö..dass können ganz einfach nicht..und eventuell werden sie auch nie können.
Eine 911er limo wahr schon immer mein Traum.
Danke an Porsche jetzt muss ich ihn mir nicht selber stretchen aber wie ich den Motor nach hinten bekomme muss ich noch herausfinden. :p
Außerdem denke ich ist es ein Unding Autos dieser klasse miteinander zu vergleichen. in dieser Kategorie gibt es keine besseren oder schlechteren Fahrzeuge die sind alle Absolut. das sind keine mondeo, passat oder insignia es geht nur um Emotionen die einer für diese mehr hat als jene Marke.