Paris Motor Show 2008

Alfa MiTo Alfa MiTo

Paris Motor Show 2008

— 03.10.2008

Der Reiz des Fremden

Was nicht französisch ist, ist den Franzosen nicht geheuer. Die ausländischen Hersteller fahren deshalb allerhand quirlige Verführungskünstler auf: Alfa MiTo, Ford Ka, Toyota iQ - Fremdgehen kann so schön sein.

Die große Liebe der Franzosen ist Frankreich und alles, was französisch ist. Das ist bei der Wahl des Autos nicht anders. Wenig geht über Renault & Co. Auf dem Pariser Salon 2008 wird die Loyalität der Franzosen so gesehen auf eine harte Probe gestellt: Die ausländischen Marken wollen die Autofans der Grand Nation verführen. Zur Untreue. Über die ganze Messe verstreut stehen die automobilen Versuchungen der "Importeure": klein, wendig und einfach très chic – so, wie es die Pariser mögen. Und wie es auch generell im Trend liegt. Ganz schnell vergessen ist Frankreich im Lager der Italiener. Der mega-rote Stand von Alfa Romeo kennt nur zwei große Themen: den brandneuen Alfa MiTo und ausgesprochen schöne Frauen. Diese Kombination sorgt für einen mächtigen Besucherandrang. Fürs Probesitzen muss man anstehen. Wer es in den Innenraum des MiTo schafft, fühlt sich sofort wohl: edle Materialien, tolle Haptik, bequeme Sitze. Man muss kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass der kleine, sportliche Italo-Gigolo demnächst die Pariser Straßen bevölkern wird. Dem kann hier keiner widerstehen. Basismotor ist ein 1,4 Liter großer Benziner mit 95 PS. Wer es zügiger mag, kann sich auf 2009 freuen, dann wird es eine GTA-Sportversion mit 230 PS geben.

Hier geht es zur Sonderseite über den Pariser Salon

Was bei Alfa rot ist, ist nebenan bei Fiat weiß: nahezu alles. Hier stehen zwei kleine Krawallos, die gerne mal die Champs-Élysées unsicher machen würden. 500 Abarth und esseesse kennen nur ein Thema: Speed. Mit seinem 135 PS starken 1,4-Liter-Turbo lässt der Abarth so richtig den Skorpion raushängen. Als Version Assetto Corse verfügt er über satte 200 PS. Innen findet sich alles, was der Rennprofi braucht: Überrollkäfig, Schalensitze, Hosenträgergurte. Der esseesse läuft mit 160 PS und macht mit Spoilern rundum und 17-Zoll-Rädern auf dicke Hose. Etwas neidisch guckt der geliftete Mazda MX-5 rüber zu den Italienern. Weibliches Personal wurde ihm nicht zur Seite gestellt. Da macht er natürlich dicke Backen. Die sind neu geformt und stehen ihm ausgesprochen gut. Zusammen mit der neuen Front verhelfen sie dem MX-5 zu einem dynamischeren Auftreten. Auch mit dem Plattformbruder des Fiat 500, dem neuen Ford Ka, ist der Franzos' beim City-Bummel gut angezogen. Der Kleine hat sich wirklich gemausert. Vorbei die Zeiten der eigenartigen Plastikbeplankungen und zu kleinen Räder. Der neue Ka ist einer zum Liebhaben. Am Ford-Stand treibt er es ziemlich bunt. Rot, gelb, grün, weiß. Langeweile scheint dem neuen Ka ein Graus zu sein. Deshalb kommt er im Februar auch mit zwei Ausstattungslinien und drei Aufpeppungsmöglichkeiten auf den Markt. Ganz Verknallte haben sogar die Möglichkeit, dem Ka ein Herz aufs Dach zu bappen.

Zuckersüße Bonbons, die neuen Kleinen von Hyundai & Co

Och, wie niedlich: Mit großen Kulleraugen guckt der Alto die Messe-Besucher an.

100 Meter weiter bei Nissan dreht sich ein kleines, weißes Auto auf einer weißen Bühne. Es ist der neue Pixo. 3,5 Meter ist der Knuffel lang, Sparsamkeit sein großes Motto. Als Basismotor dient ein Einliter-Benziner mit 65 PS. 103 Gramm CO2 und 4,6 Liter sind die Kennmarken. Innen präsentiert der Pixo eine Kunststofflandschaft in hell- und dunkelgrau. Ob das dem Franzosen schmeckt? In Messehalle drei hat sich ein Quartett aufgestellt, das sich gegenseitig das Wasser abgraben dürfte. Hyundai präsentiert den Getz-Nachfolger i20. Entwickelt wurde er im Rüsselsheimer Designcenter – damit er den Europäern auch wirklich gefällt. Dieser Plan wird aufgehen, der i20 kann locker in der bunten Kleinwagen-Armada mitmischen. Start ist im Frühjahr 2009. Sein grüner Bruder i20-blue folgt Ende nächsten Jahres mit sparsamen 90-PS-Diesel. Neu im Bunde ist auch der Suzuki Alto. Hier präsentiert er sich unter anderem in zuckrigem rosa. Mit großen Kulleraugen guckt er die Besucher an – man möchte abwechselnd dran lecken und ihn knuddeln, so süß sieht er aus. Ab Frühjahr 2009 kann man das tun, dann hat der Alto Marktsart. Die Neuauflagen von Mitsubishi Colt und Honda Jazz hauen ebenfalls kräftig in die Kerbe der Cityflitzer mit Charisma.

Das zeigen die Franzosen auf Ihrer Heimmesse in Paris

Einen anderen Ansatz verfolgt der Seat Ibiza in der Cupra-Version. Er lässt hier in Paris ganz groß den Spanier raushängen. Auf einer glänzend schwarzen Drehbühne präsentiert sich der blutrote Sportler. Hat er eben tatsächlich geschnaubt? Dem Blick zu Folge schon. Böse funkelt er in die Gegend, zeigt stolz sein Hinterteil mit dem kantigen, im Diffusor integrierten Mittelauspuff. 180 PS wollen eben anständig präsentiert sein. Drei Stände weiter hat Toyota ganz groß aufgefahren. Ein Kandidat mit Starpotenzial ist der kleine iQ. Keine drei Meter lang, gibt er sich offiziell als Viersitzer aus. Versuchen kann man's ja mal. Für Sicherheit ist jedenfalls gesorgt: Der iQ verfügt über einen hinter den Sitzen angebrachten Heck-Airbag für die Rücksitzpassagiere. Der CO2-Ausstoß des Winzlings soll bei 99 Gramm pro Kilometer liegen. Selber gucken? Ab Anfang 2009 wird man den kleinen Toyota garantiert öfter mal treffen.

Summer in the City mit dem IS 250 C

Pummelhintern wegen eines Stahlfaltdachs? Nicht bei Lexus.

Etwas gewöhnlicher gibt sich der neue, lächelnde Avensis. Durch die weit in die Kotflügel hineingezogenen Scheinwerfer schaut er freundlich aus der Wäsche, dank der coupéhaften Dachlinie ist  er dennoch dynamischer geworden. Gleiches gilt für die Kombiversion nebenan, die ebenfalls Anfang 2009 kommt. Dritte Neuheit am Stand der Japaner ist der Urban Cruiser, der kleine Bruder des RAV4. Er will zeigen, dass SUV gar nicht so böse sind, wie alle sagen und sehr wohl in die Stadt passen. In der D-4D-Version mit 1,4-Liter-Diesel und Allradantrieb stößt er laut Toyota nur 133 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Was Schickes für den Pariser Sommer hat Lexus am kleinen, feinen Messestand in petto: das IS 250 Cabrio. Hässlicher Pummelhintern? Nicht mit Lexus. Das Heck des IS 250 C ist trotz Stahlfaltdach wohl proportioniert. Innerhalb von 20 Sekunden setzt der BMW-3er-Konkurrent seine Passagiere an die frische Luft. An der hält sich der Pariser bekanntlich gern auf.

Autor: Stephanie Kriebel

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.