NEU: Videos vom Audi R8

Vorstellung Audi R8 Vorstellung Audi R8

Paris-Premiere Audi R8

— 28.09.2006

Der Ferrari von Audi

Der Seriensieger von Le Mans gibt weiter Vollgas. Auch auf öffentlichen Straßen. 2007 schickt Audi den R8 ins Rennen um die Sportwagen-Krone.

Erfolg kann verdammt attraktiv machen – oder auch satt und träge. Gegen Letzteres hilft dann nur, sich neue Herausforderungen zu suchen. So wie es Audi beinah perfekt vormacht. Nachdem der Sieger bei den 24 Stunden von Le Mans in den Jahren 2000, 2001, 2002, 2004 und 2005 jeweils Audi R8 hieß, versuchten die Ingolstädter es 2006 mal mit einem Diesel. Der hieß R10 – und war ebenfalls auf Anhieb erfolgreich.

Auf den Lorbeeren ausruhen kommt für Audi aber dennoch nicht infrage. Also fahren sie von der Rennstrecke auf die Straße und bringen unter dem Namen R8 einen Mittelmotor-Sportwagen, der Ferrari und Porsche das Leben schwer machen soll. Bei dem Aussehen dürfte das kein Problem sein. Das angriffslustig und durchaus ein bisschen böse dreinblickende Gesicht sorgt im Rückspiegel für einen bleibenden Eindruck. Das auffälligste Merkmal des geduckten Modellathleten stellen dabei die Scheinwerfer mit LED-Technik. Audi spricht beim Design von "geöffneten Pinienzapfen" und der "Oper von Sydney", was natürlich gequirltes PR-Palaver ist.

Direkt hinter dem Piloten bläst der V8 zum Sturm

Lecker Heck: Lüftungskiemen, Diffusor und Doppel-Endrohre.

Wer um den 1,90 Meter breiten Flachmann (Höhe 1,25 m) herumgeht, der entdeckt zunächst ein bis zum Zerbersten gespanntes Profil. Die kleine Pilotenkanzel rückt ganz weit nach vorn, um so dem Motor vor der Hinterachse Platz zu verschaffen und eine Gewichtsverteilung von 44 zu 56 Prozent zu ermöglichen. Den Vorwärtsdrang des R8 verstärkt das in Carbonoptik gehaltene Seitenteil, das wahlweise auch in Wagenfarbe lackiert werden kann.
Nach dem Abschreiten der 4,43 Meter langen Alukarosserie darf der Betrachter sich am prallen, aber niemals peinlichen Po erfreuen. Die scharfen Lüftungskiemen, die kompakten LED-Rückleuchten und der zweigeteilte Diffusor mit den darüberliegenden Doppel-Endrohren verschaffen dem Audi einen mehr als eindrucksvollen Abgang.

Quell der Freunde: Hinter den Insassen brüllt ein V8 mit 420 PS.

Wie beim Ferrari F430 gilt der letzte Blick beim vorbeizischenden R8 dem unter einer transparenten Abdeckung aufgebahrten V8. Ein wahres Kunstwerk, dessen Reiz aber ganz sicher nicht auf die optische Wirkung beschränkt bleibt. Der 4,2-Liter-FSI, den wir aus dem RS4 kennen und lieben, lässt 420 PS auf die vier angetriebenen Räder los und katapultiert den R8 im Zeitraffer in die Liga der Supersportler. Bei Drehzahlen bis 8250 Umdrehungen braucht der Audi-Renner nur 4,6 Sekunden bis Tempo 100 und schafft exakt 301 km/h – willkommen im Club.
Geschaltet wird im R8 natürlich (fast) immer von Hand. Entweder über eine klassische Sechsgang-Schaltung oder über ein sequenzielles Schaltgetriebe namens Audi R tronic, das auch einen Automatikmodus beinhaltet. Die elektronisch gesteuerte Gangwahl lässt sich über einen Joystick auf der Mittelkonsole oder über fest mit dem Lenkrad verbundene Schaltwippen vornehmen.

Ab 104.400 Euro startet die Rakete

Hightech unterm Bayern-Kleid: Magnetic Ride trifft auf Alu und Allrad.

Angesichts solcher Empfehlungen sehnen wir schon jetzt die erste Probefahrt herbei. Für eine verträgliche Mischung aus Komfort und Krawall arbeitet unter der Alu-Haut des R8 optional das Dämpfersystem Magnetic Ride. Mit ihm kann die Stoßdämpfer-Charakteristik über ein magnetisches Feld blitzschnell der jeweils aktuellen Fahrsituation angepasst werden. Für den nötigen Grip, auch wenn es mal schneller gehen soll, sorgen neben dem Allradantrieb die serienmäßigen 18-Zoll-Alus. Und wem das nicht reicht, der findet in der Preisliste auch schicke 19-Zöller mit Reifenformaten bis 295/30 (hinten).

Typisch Audi, nur noch konsequenter und auf den Fahrer zugespitzt – so präsentiert sich der Innenraum. Die zum Fahrer geneigte Instrumentenkonsole, das unten abgeflachte Lenkrad und die in Leder/Alcantara bezogenen Sportsitze verdeutlichen dabei die Rennsport-Nähe des R8, der auf Wunsch auch mit speziellen Rennschalen ausgeliefert wird. Für den Alltag auf der Straße lassen sich hinter den Sitzen zwei Golfbags verstauen, vorn lauern weitere 100 Liter Kofferraum. Das dürfte für ein Wochenende zu zweit reichen. Vorausgesetzt, Sie sind ähnlich erfolgreich wie Audi in Le Mans. So ein R8 kostet 104.400 Euro – Bestellungen nimmt Audi ab 28. September 2006 entgegen, die ersten Auslieferungen erfolgen 2007.

So entsteht der R8

In einer neu errichteten Produktionshalle im Werk Neckarsulm wird der R8 gebaut. Audi spricht in diesem Zusammenhang von einer Manufaktur, weil kleine Gruppen von Spezialisten sich um die einzelnen Produktionsschritte kümmern. So soll für jedes Bauteil und jede Komponente ein Höchstmaß an Qualität sichergestellt werden. Pro Tag können maximal 15 R8 produziert werden. Der Rennwagen für die Straße trägt über einer Aluminium-Rahmenstruktur (Audi Space Frame) eine leichte Aluhaut.

Autor: Gerald Czajka

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