Pariser Autosalon

Pariser Autosalon 2010: Pro und Kontra

— 06.10.2010

Lohnt sich der Messe-Besuch in Paris?

Die neueste Automode und die wichtigsten aktuellen Modelle – allesamt präsentiert in der Stadt der Liebe. Für einen echten Autofan kann es nichts Schöneres geben. Oder etwa doch? Pariser Salon, Pro und Kontra aus der Redaktion.

"Paris ist wie der Besuch bei einer guten alten Bekannten", findet Knut Simon.

Neulich hat mir eine alte Bekannte aus Paris namens Madame Mondial de l'Automobile geschrieben. Ob ich anreise. Bien sur! Ja, der Pariser Salon ist hoffnungslos überfüllt. Nein, nicht alle angebotenen Modelle und Baguettes sind frisch – aber es ist immer ein Genuss. Zu Hause muss ich mich umständlich verabreden. Oder in zig Autohäuser laufen, um mir Neuheiten anzuschauen. Auf den Pariser Salon geht man ganz einfach.

Modelle, Manager, Mannequins: hier trifft man sie

Mitarbeiter Knut Simon.

Und trifft – ebenso einfach – einfach alle: die Modelle, die Manager, die Mannequins. Wobei die beiden Letztgenannten übrigens den ganzen Tag lächeln. Was extrem professionell ist. Und bestimmt anstrengend. Gern machte ich mal ein Fotobuch über Autobosse, die am Ende eines Messetags in ihre Hotelsessel fallen. Die Autos? Ich picke mir Favoriten unter grillendem Flutlicht heraus. Und rede irgendwann mit einem Mann über Design, und es ist Walter de'Silva. Ex-VW-Boss Carl H. Hahn kommt im Zweireiher um die Ecke geschlendert, und wieder spricht man, so gut es im Messegetöse von Paris geht. Die Jungs von Saab freuen sich, dass es sie noch gibt, Lotus ist auch da. Schließlich sitze ich völlig platt im völlig überfüllten Bus, der mich über völlig überfüllte Straßen zum Flieger kutscht. Ich höre das Gewirr unterschiedlicher Sprachen, dann huscht der Eiffelturm doch noch am beschlagenen Busfenster vorbei. Hoffentlich schreibt mir Madame mal wieder.

Redakteur Karl-August Almstadt.

"Schlechte Luft, (un)wichtige Typen und flackernde Augen", das ist es, was den Pariser Autosalon für Karl-August Almstadt ausmacht.

Paris, Detroit, Genf, Frankfurt, Tokio: Der Ablauf ist immer der gleiche. Viele wichtige und zunehmend unwichtige Menschen aus Industrie, den Verbänden und der Presse treffen sich nach quälend langen Taxifahrten auf viel zu engem Raum in viel zu schlechter Luft, um möglichst exklusiv über neue Modelle zu berichten. Vom Big Boss der Wirtschaft bis zum Klein-Blogger mit kryptischer Homepage sind sie alle da. Kontaktpflege. Das Gesehenwerden ist wichtig, theoretisch auch das Gespräch. Fünf Minuten in der Lounge – "haben Sie eine Karte? Ich kann Ihnen aber nichts versprechen." Gespräch? Schauen Sie mal Ihrem Gegenüber ins Gesicht. In die Augen. Die flackern nervös hin und her, stets an Ihnen vorbeipeilend, ob da nicht noch ein Kollege des Typs very wichtig kommt. Natürlich gibt es sie auch, die ruhigen Ecken mit dem endlich mal heißen Espresso. Doch dort sitzen immer dieselben Zeitgenossen.

Lieber in Ruhe genießen

Früher bei einem Glas guten Roten, und glauben Sie mir, da wurde wirklich was bewegt. Heute höchstens Wasser, stilles natürlich. Übersprudelnd geht's nur zu beim Thema Stadtverkehr: Eine Stunde für drei Kilometer, nächstes Jahr lieber gleich mit dem Flieger am selben Tag zurück, garantiert. 500 Euro fürs 80er-Jahre-Zimmer im "Royal" gibt der Etat schon aus Prinzip nicht her. Und habt ihr gehört, was die hier fürs Priority-Parking auf dem Salongelände nehmen? Nee, mes amis, drängelt euch mal allein durch die Trauben am neuen CLS. Ich schau mir das Auto in Ruhe beim Händler an.

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