Pariser Salon 2006, Teil II

Pariser Salon 2006, Teil II

— 29.09.2006

Die neuen Lademeister

Raumschiffe auf dem Pariser Salon viel Platz und Crossover heit die Devise. Dazu passend berrascht Dacia mit dem Siebensitzer Logan MCV.

"Platz ist in der kleinsten Htte", wei der Volksmund. Aber beim Auto darf es bitteschn etwas gerumiger zugehen schlielich verlangt die Fun- und Freizeit-Gesellschaft nach Mobilitt. Neben Kite-Drachen und Mountainbike muss auch der Kindersitz reinpassen, das Ganze soll dann auch noch mglichst stylisch aussehen.

2350 Liter passen in den Logan MCV. Alternativ sieben Passagiere.

Und da greift ausgerechnet Dacia an: Die Rumnen packen in Paris den Logan Kombi aus und nennen ihn stolz MCV. Das "Multi Convival Vehicle" was immer das heien mag will eben schon dem Namen nach kein schnder Lastenesel sein, sondern fhrt elegant in die Lcke zwischen Kombi und Van. Da ist vor allem Sitzplatz gefragt. Sieben Personen passen in den langen Logan, und sogar Passagiere bis 1,90 Meter Gre sollen in der dritten Reihe ausreichend Platz haben. So hat es jedenfalls Dacia-Chef Luc-Alexandre Menard bei der Prsentation versprochen. Verschwiegen hat er allerdings, dass der Kofferraum in der siebensitzigen Konfiguration von 700 auf 198 Liter schrumpft viel Gepck kann da nicht mehr mitreisen. Dafr passt das gefllige Blechkleid, und auch der Preis drfte stimmen. Mit dem MCV drfte Dacia den billigsten Kombi der Welt enthllt haben. Eine offizielle Preisansage gibt es aber noch nicht.

Heißer Lademeister: die Studie des künftigen Ford Mondeo Turnier.

So billig wird es Ford nicht machen, aber mit der Studie des Mondeo Turnier verabschieden die Klner endgltig die Langeweile aus ihrer Mittelklasse. Der Vorgnger war zwar auch ein gutes Auto, er sah aber leider zu wenig danach aus. ber den Neuen darf man staunen: Der riesige Lufteinlass in der Frontschrze und allerlei Ecken und Kanten am Blechkleid versprhen eine hnliche Dynamik wie S-Max und Galaxy. In Paris kommt das so gut an, dass es der hochbeinigen Crossover-Studie IosisX ganz locker die Schau stiehlt. Mal sehen, wie das beim Marktstart im Frhjahr 2007 den potenziellen Kunden gefllt.

Kia greift mit der Kombi-Version des cee'd an

Kia nennt die Kombi-Version des cee'd SW. Das steht für Sport Wagon.

Und was macht Fernost? Da greifen die Koreaner mit ganz frischem Design an. Der Trumpf von Kia unter den Transportern im C-Segment heit cee'd SW. Mit 4,47 Metern knappe 30 Zentimeter lnger als die Steilheck-Version, soll der Kombi ab September 2007 nicht nur ordentlich was wegpacken, sondern auch besonders leicht zu beladen sein. Der Trick der Koreaner: Die Heckklappe ist weit vorne im Dach angeschlagen. Von solchen technischen Kunstgriffen ist man bei Mazda weit entfernt. Platz entsteht hier durch schiere Gre. In Paris beweisen das CX-7 und der BT50. Whrend der eine auf die dynamische Crossover-Optik mit flacher Frontscheibe und stark abfallender Dachlinie setzt, gibt sich der andere als hemdsrmeliger Arbeiter im Pick-Up-Kleid. Damit passt der BT50 vielleicht eher auf die Baustelle, aber auch auf dem Boulevard soll er seine Fans finden, wenn es nach den Japanern geht. Das drfte ihrem Tribute-Nachfolger CX-7 leichter fallen schlielich sind 244 PS und bis zu 1660 Liter Stauraum durchaus Pfunde, mit denen man wuchern kann. Ab Mrz 2007 darf er sich auch auf dem deutschen Markt beweisen.

Pfiffiger Picasso: Beim großen C4 können die Sitze versenkt werden.

Dann ist der Citron C4 Picasso schon lngst da. Beim Heimspiel an der Seine zeigt er sich noch einmal dem Messepublikum und rollt von da aus direkt in die Verkaufsrume. Der zweite Picasso im Citron-Programm schiebt sich mit 4,59 Meter Auenlnge schon recht deutlich in die Nhe des Vans C8. Er kommt als Fnf- und als Siebensitzer mit pfiffigem Mechanismus im Heck: Bei Bedarf verschwinden zweite und dritte Sitzreihe komplett im Boden. Der Kofferraum (576 bis 1951 Liter) kann durch die versenkbare Heckscheibe beladen werden nicht nur schn auf der Messe, sondern auch super in engen Parklcken. Apropos Parkraum: Weil der in deutschen Innenstdten meist Mangelware ist, muss man im Auto fr das Plus an Platz schon mal Kompromisse machen. Wie sich Opel das vorstellt, zeigt die Studie CorsaVan auf Basis des neuen Dreitrers. Simples Konzept des kleinen Lastesels: Rckbank raus. So entsteht auch bei rund vier Metern Auenlnge hinter den beiden vorderen Sitzpltzen ordentlich Stauraum. Und damit das nicht allzu sehr den Charme eines Handwerker-Dienstwagens versprht, gibt es sportliche Optik mit Dachkantenspoiler und Klavierlack im Cockpit.

Echt unkonventionell: der Crossover Qashqai

Nissan Qashqai: unkonventioneller Name, unkonventionelles Konzept.

Die Lademeister in Paris geben sich dynamisch. Laster darf sein, aussehen sollte es aber bitteschn nicht danach. Und wenn, dann in Offroad-Optik. So gesehen bei Volkswagen-Tochter Skoda, die mit dem Octavia Scout auf den Pfaden des Audi allroad wandelt. Oder bei Nissan: Mit Pathfinder und Navara gehen zwei leicht berarbeitete Versionen altbekannter Gelndewagen an den Start der Trend lsst sich wohl einfach nicht aufhalten. Da macht auch der unaussprechliche Qashqai keine Ausnahme. Er richtet sich zwar "an Kufer, denen konventionelle C-Segment-Modelle zu wenig dynamisch und hoch bauende SUV zu aggressiv und schwerfllig erscheinen" mit 4,31 Meter Lnge, 1,78 Meter Breite und 1,60 Meter Hhe ist er allerdings alles andere als zierlich geraten. Mehr vom neuen Nissan und anderen Lademeistern gibt es in der Bildergalerie.

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