Pariser Salon 2006, Teil III

Pariser Salon 2006: Volvo C30 Pariser Salon 2006: Volvo C30

Pariser Salon 2006, Teil III

— 29.09.2006

Die neuen Spaßmacher

Große Auftritte müssen nicht kostspielig sein. 100 PS im Panda, Matscho-Optik am Golf, Glasheck im Volvo – geht alles, kommt alles.

Das Kompakt-Segment ist im ersten Halbjahr 2006 kräftig unter die Räder gekommen. Minus 9,1 Prozent lautet die Performance in Westeuropa. Das ist nicht schön für die Volumen-Hersteller. Aber eine Chance für die Premiumanbieter: Ihr Anteil hat im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent zugelegt. Und er wird vermutlich weiter wachsen, denn in Paris steht jede Menge Neues für Autofahrer mit Spaß am bezahlbaren gewissen Extra.

Beispiel Volvo: Der kompakte C30 (Foto oben) kommt für 18.600 Euro in den Handel. Damit rangiert der Schwede in einer Liga mit dem Audi A3. Fünf Benziner (100 bis 220 PS) und drei Diesel (109 bis 180 PS) haben die Schweden im Angebot. Die Topmodelle C30 T5 (ab 28.500) und D5 (ab 27.200) liegen mit 220 bzw. 180 PS klar im Führungsfeld des Segments. Vom Design her kommen die Fans skandinavischer Formengebung wie erwartet voll auf ihre Kosten: Die optisch frei schwebende Mittelkonsole (rechts) ist bekannt aus S40 und S80. Wertige Oberflächen sind spätestens seit dem XC90 gesetzt. Dazu kommt das betörende Heck im Stil des seligen Schneewittchensargs. Anders ausgedrückt: Volvos Rückkehr in die Kompaktklasse ist ein echter Gewinn.

Großer Name: Mit dem Delta HPE will Lancia im Premium-Segment punkten.

Was Volvo schon am Start hat, möchte Lancia auf den Weg bringen. Pünktlich zum hundertjährigen Firmen-Jubiläum hauchen die Italiener einem alten Namen neues Leben ein. Der Delta HPE will eine "kompakte Limousine mit sportlicher Shooting-Brake-Karosserie" sein. Optisch ist das schon mal hervorragend gelungen: Der Delta ist live noch eine ganze Spur schicker als die ersten Fotos erahnen ließen. Am Heck kommt deutlich das von Ypsilon und Thesis bekannte Design der Leuchten durch. Unter der Fronthaube haben turbogeladene Benzin- und Dieselmotoren von 120 bis 200 PS Platz, verspricht Lancia. Kombiniert mit Sechsganggetrieben (manuell und automatisch) und der elektronischen Dämpferregelung SDC sollen sie dafür sorgen, dass auch die Dynamik überzeugt. Schließlich war der Namensgeber eines der erfolgreichsten Rallye-Fahrzeuge der 80er und 90er Jahre. Und an diese Erfolge will (und muss) Lancia auf ganzer Linie anknüpfen.

Neue Helden, alte Tugenden

Eine Historie wie Lancia hat Kia zwar nicht vorzuweisen, dafür könnte es umso eher mit der rosigen Zukunft klappen: 165.000 Einheiten ihrer neuen cee'd-Baureihe (Fünftürer, Dreitürer, Sport Wagon) wollen die Koreaner 2008 in Europa verkaufen. Das ist ein echtes Pfund. Mit Luft nach oben: "Der cee'd verträgt auch noch ein Cabrio", meint der neue Design-Chef der Marke, Peter Schreyer. Das dürfen wir dann wohl als gesetzt ansehen: Der einstige Audi-Mann (und TT- sowie New Beetle-Vater) ist auf seiner neu geschaffenen Position des "Chief Design Officer" der Kia Motors Corporation ab sofort die wohl einflussreichste "Langnase" im asiatischen Autogeschäft – neben Renault-/Nissan-Chef Carlos Ghosn.

Kia hat Großes vor: zum Beispiel mit der sportlichen Studie pro_cee'd.

Der cee'd trägt logischerweise noch nicht Schreyers Handschrift (seit September 2006 im Amt). "Er gibt aber einen Vorgeschmack auf das, was Sie bei den kommenden großen Motor Shows erwartet", verriet der 53-Jährige bei seinem ersten offiziellen Kia-Auftritt am Vorabend des Salons. Spätestens auf der IAA 2007 soll ein echter Schreyer-Kia stehen. Von dem darf man einiges erwarten: "In Sachen Qualität will ich dahin, wo Audi jetzt ist." Also top of the line. Premium-Koreaner, daran sollten wir uns wohl schon mal gewöhnen. Ansatzpunkte hat er bereits ausgemacht: "Am Innenraum kann man bestimmt was machen. Ein Auto muss haptisch überzeugen. Das Lenkrad, die Oberflächen, da ist viel möglich." Mehr über das Premium-Gefühl auf dem Pariser Salon erfahren Sie in der Bildergalerie.

Autor: Ralf Bielefeldt

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