Pariser Salon 2006, Teil IV

Pariser Salon 2006: Mercedes SLR McLaren 722 Edition Pariser Salon 2006: Mercedes SLR McLaren 722 Edition

Pariser Salon 2006, Teil IV

— 02.10.2006

Die neuen Fahrmaschinen

Vorhang auf für die Leistungsträger: Audi zeigt in Paris seinen ersten 300-km/h-Renner, Lamborghini lässt Versace ran, Alfa macht die Sammler scharf.

Was wäre eine Automesse ohne Futter für die Vollgasfraktion?! Eine fade, lauwarme Suppe, genau! Das geht natürlich nicht in Frankreich. Drum haben die Köche das bunte Allerlei in Paris richtig scharf gewürzt. Neben den üblichen Verdächtigen aus Maranello und Sant'Agata fahren die deutschen Premiumhersteller richtig dick auf. "Sport, Luxus und Fahrspaß", lautet die Devise bei Audi, Mercedes, BMW und Porsche. Der größte Hammer kommt aus Ingolstadt. R8 heißt die Alu-Fahrmaschine, die Ende 2007 auch offiziell in den erlauchten Kreis der 300-km/h-Liga vorstoßen wird. Dank 420 PS starkem V8-Direkteinspritzer sollen nicht nur 301 Sachen Spitze in der 1,25 Meter flachen Flunder stecken, sondern auch atemberaubende Sprinterqualitäten: Nach 4,6 Sekunden steht Tempo 100 auf der Uhr.

Audi R8: Willkommen im Club der 300-km/h-Renner.

Bis 200 dauert es nur ein, zwei Wimpernschläge länger. Zwei Zahlen dürften noch von Interesse sein: Leistungsgewicht 3,71 Kilo pro PS, Preis 248,57 Euro pro PS. Macht 104.400 Euro für den Achtzylinder-R8. Bei der späteren Zehnzylinder-Variante darf man getrost noch was drauflegen.

Aber Audi kann Fahrspaß auch preiswerter an den Mann bringen. Bestes Beispiel ist der neue S3. Mit 265 Pferden aus einem Turbo-Vierzylinder markiert der Kompaktsportler (gemeinsam mit dem BMW 130i) aktuell die Spitze in seinem Segment. 5,7 Sekunden von 0 auf 100, abgeregelte 250 km/h Spitze. Das Beste: Den kompakten Dampfhammer gibt es bereits für vergleichsweise sportliche 35.150 Euro beim Audi-Händler.

Verharren wir noch kurz bei der Marke mit den vier Ringen, um den Beweis anzutreten, dass man aus groß immer noch größer machen kann. Mit dem V12 TDI eröffnet der 2,5 Tonnen schwere Geländetrumm Q7 eine neue Runde im Leistungs-Wettrüsten. 500 PS und 1000 Nm Drehmoment würden auch einer Diesellok gut zu Gesicht stehen, im Audi-SUV sorgen sie für Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau.

Sechs Liter, zwölf Zylinder, 500 PS: Noch Fragen zum neuen Q7-Motor?

In 5,5 geht der Q7 6.0 aus dem Stand auf Tempo 100 – nur 0,9 Sekunden langsamer als der Supersportler R8. Wahnsinn mit Allradantrieb. Zu haben ab 2008.

Leistung? Immer mehr, bei allen

So einen Diesel-Hammer hat Mercedes-Benz nicht zu bieten, aber immerhin gibt es die S-Klasse jetzt erstmals auch als Selbstzünder mit Allrad. So werden Nachrichten gemacht, auch wenn an der etablierten Luxusklasse deutlich weniger Besucher kleben als an der Coupé-Version CL. Den schicken Zweitürer präsentieren die Schwaben wie die S-Klasse als 63-AMG-Version. Unter der Haube werkelt die aus M- und R-Klasse bekannte Achtzylinder-Allzweckwaffe. In der Spitze des deutschen Automobilbaus leistet der 6,2 Liter große Sauger 525 PS und katapultiert den Schönling CL in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das ist schneller, als es selbst die AMG-Optik vermuten lässt.

Ein paar Schritte weiter am Mercedes-Stand steht der SLR als "722 Edition". Nur 150 Stück gibt es von dieser Sonderausführung, und die sollte man sich ganz genau ansehen, wenn sie einem so schön präsentiert wird wie in Paris. Auf der Straße dürfte es nur für einen flüchtigen Blick reichen – 3,6 Sekunden von 0 auf 100 und 337 km/h sind für das menschliche Auge fast schon zu schnell.

Klamotten und Styling von Versace: Der Altmeister designt 20 Lambos.

Seine Kraft holt der Bolide aus einem auf 650 PS erstarkten 5,5-Liter-V8 mit Kompressoraufladung. Und Kraft brauchen auch die 150 potenziellen Käufer angesichts des satten Einstiegspreises von 464.000 Euro.

20 Sonder-Lambos für Modebewusste

Leistung bleibt weiterhin ein Trend, ungeachtet der Verknappung von Ressourcen und der wachsenden Verkehrsdichte. Da machen die Italiener in ihrem Lieblingssegment doch gerne mit. Zum Beispiel Lamborghini: Da gibt es zwar kein wirklich neues Modell, aber zwei aufregende Varianten der beiden bekannten Boliden. In der Bi-Color-Lackierung mattschwarz/schwarz wird der Gallardo Nera zum fast unsichtbaren, bösen Stier auf der linken Spur. Sein Gegenpart am Lamborghini-Stand: Der auf 20 Exemplare limitierte Murciélago LP 640 Versace mit edler weißer Lackierung, zweifarbigem Leder im Innenraum und den passenden Models, die ebenfalls in Versace gewandet sind. Wirklich schön, wie die Italiener in Frankreich die Auto- und die Modewelt zusammenrücken. Den Reichen und Schönen wird es gefallen.

A propos: Richtig viel Geld braucht man natürlich auch für die absolute Premium-Klasse. Maybach hat den 57S in Paris einfach einmal in unschuldigem Weiß auf den Messestand gestellt. Die Farbe wurde auf Kundenwunsch angemischt und steht der luxuriösen Limousine (612 PS) ganz ausgezeichnet. Abgesehen davon liegt das Sahnehäubchen der Schwaben damit voll im Trend: Ohne weißes Auto am Stand kann man sich in Paris eigentlich nicht sehen lassen.

Autoren: Ralf Bielefeldt,

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.