Parken in zweiter Reihe

Parken in zweiter Reihe: Tödliche Ignoranz Parken in zweiter Reihe: Tödliche Ignoranz

Parken in zweiter Reihe

— 15.11.2010

Tödliche Ignoranz

Rücksichtsloses Parken in zweiter Reihe gefährdet oft andere Verkehrsteilnehmer. Mehr Kontrollen wären nötig, doch den meisten Städten fehlt das Geld.

Innerhalb von nur einer Woche verunglückten Ende Oktober 2010 in Potsdam und Berlin zwei Radfahrer tödlich. An beiden Unfällen waren in zweiter Reihe parkende Autos beteiligt, denen die Radfahrer ausweichen mussten. Die Unfälle sind der traurige Höhepunkt einer verfehlten Parkraumpolitik in deutschen Großstädten. Ob Hamburg, Berlin, München oder Köln: Überall verwandeln Chaos-Parker und in zweiter Reihe stehende Lieferanten städtische Straßen in Hindernis-Parcours, die von Autos kaum mit Schritttempo zu befahren sind. Trotz ausgewiesener Ladezonen, in denen der Lieferverkehr ohne Behinderungen be- und entladen kann. Könnte, wenn die Ladezonen einmal nicht zugeparkt wären.

Zweite-Reihe-Parken: Wer stoppt die Rambo-Parker?

Politiker fordern deshalb ein härteres Durchgreifen gegen die ignoranten Falschparker. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zu AUTO BILD: "Jeder Autofahrer hat sich an die Verkehrsregeln zu halten. Dazu gehört, dass Parken nur auf den dafür vorgeschriebenen Flächen erlaubt ist. Wer durch Fehlverhalten Leib und Leben anderer gefährdet, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen." Da die Kommunen aber wegen chronisch klammer Kassen meist kein zusätzliches Kontrollpersonal einstellen können, bleibt es meist bei Lippenbekenntnissen. Auch die Initiative Null-Toleranz-für-Falschparker des Hamburger Senats von 2002 ist längst Geschichte. Vereinzelt versucht man, sich mit kreativen Mitteln zu helfen. In Hamburg-Ottensen beispielsweise gibt es seit einigen Jahren deutlich markierte Ladezonen. Sie wurden zunächst respektiert. Seit aber klar ist, dass es keine zusätzlichen Kontrollen gibt, werden sie wieder wild zugeparkt.

Übersicht: Hier geht es zur Verkehrsrecht-Seite

In Düsseldorf machen 24 Polizisten und Politessen auf Rollern Jagd auf Falschparker – mit Erfolg.

Während die Polizei vielerorts vor der Situation kapituliert hat, leistet sich die (schuldenfreie) Stadt Düsseldorf seit November 2001 eine Staffel von mittlerweile 24 Motorrollern. Die patrouillieren im Innenstadtbereich und leiten jährlich 37.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, in 2500 Fällen wird abgeschleppt. Ein Erfolgsmodell mit abschreckender Wirkung, bestätigt Sebastian Veelken vom Düsseldorfer Ordnungsamt: Zweite-Reihe-Parken ist in Düsseldorf kein Problem mehr, seit Falschparker jederzeit damit rechnen müssen, erwischt zu werden. Die Rollerstaffel dürfte mehr kosten, als sie einbringt, doch das sieht Veelken gelassen: "Verkehrssicherheit steht bei uns im Vordergrund." Schließlich geht es um Menschenleben.

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