Parken mit dem Smart II

Smart fortwo II Smart fortwo II

Parken mit dem Smart fortwo II

— 06.02.2007

Quer wird schwer

Mut zur Lücke bewies Smart 1998 mit seinem nur 2,50 Meter kurzen Stadtfloh. Der neue ist erwachsener geworden – und immer noch ein Parkwunder.

Die Strahlen der Wintersonne zaubern einen Hauch von Frühling in die Stuttgarter Innenstadt. Sanftes Licht fällt auf die geparkten Autos in der Gutenbergstraße. Auch auf einen schneeweißen Smart. Das knackige Hinterteil des Autos und die milden Temperaturen lassen bei uns Frühlingsgefühle aufkommen. Denn es ist nicht irgendeiner, sondern der neue Smart.

Noch vor der offiziellen Präsentation dürfen wir gucken, wie er durch die engen Straßen der Schwabenmetropole huscht. Und parkt. Denn diese eine Frage interessiert AUTO BILD vor allen anderen: Lässt sich das um 195 Millimeter gewachsene Kleinstauto noch quer abstellen? Zum Vergleich stellen wir einen alten fortwo daneben. Auch quer, und auch seine Vorderräder berühren den Bordstein. Klar, dass der Längere etwas weiter auf die Straße ragt. Acht, vielleicht zehn Zentimeter. Der Rest der 20 Mehr-Zentimeter verliert sich vorn über dem Bordstein. Aber ist das jetzt zu viel? Ohne den direkten Vergleich würde die paar Fingerbreit wohl niemand bemerken.

Das Navigationssystem (Aufpreis 494 Euro) ist ganz einfach abnehmbar.

Überhaupt fällt auf, dass nicht viel auffällt. Die Sicke in der Tür verläuft dynamischer, an ihrem vorderen Ende haben die Designer den Blinker gesetzt, der vorher etwas verloren irgendwo überm Vorderrad saß. Sieht gut aus. Die flacher auslaufende Heckscheibe wirkt dynamischer, die erhabenen Scheinwerfer verleihen der Front die Andeutung einer Motorhaube. Die Änderungen sind aber so dezent, dass er ganz unverkennbar ein Smart geblieben ist. "Kennst du das Auto?", wollen wir von einem blonden Jungen von vielleicht zehn Jahren wissen, der es schon minutenlang umschleicht: "Ja, so einen hat meine Tante auch." Stimmt wahrscheinlich nicht ganz, sie wird wohl den Vorgänger fahren. Auch eine vorbeikommende Polizeistreife kann den Neuen nicht auf Anhieb vom alten Modell unterscheiden. Braucht sie aber auch nicht, denn "Querparken ist nicht erlaubt, egal ob 2,50 oder 2,70 Meter lang", so einer der Polizisten.

Zwar sei in Stuttgart diese Parkvariante grundsätzlich geduldet, wie beispielsweise auch in Hamburg oder Frankfurt/Main. Jedoch nur, wenn Fußgänger und Autofahrer nicht behindert werden. In der Gutenbergstraße bekommen unsere Smart an diesem Tag kein Knöllchen. Wir fahren weiter in Richtung Zentrum. Der Einliter-Benziner mit 71 PS gurgelt hörbar, aber recht dezent unterm Kofferraum. Leider dürfen wir bei diesem Vorserienfahrzeug nicht selbst ans Steuer. Aber auch als Beifahrer fällt angenehm auf, dass die Schaltung schneller geworden ist. Eine kleine Pause gibt es noch. Aber sie ist endlich zu kurz, um zu denken: "Wird das heute noch was?" Insgesamt macht das Auto einen erwachseneren Eindruck. Besserer Fahrkomfort durch längeren Radstand und ein aufgeräumtes Cockpit mit rechteckigen Formen, die kugelrunden Lüftungsauslässe sind rechteckigen gewichen. Alles etwas braver, alles etwas mehr Auto.

Das Armaturenbrett des Smart II wirkt hochwertiger und seriöser als beim Vorgänger.

Ein paar Minuten später. In der Büchsenstraße wird es richtig eng. Einbahnstraße, links und rechts Parkplätze in Fahrtrichung. Aber nicht mit uns. Rein in die Zwei-Meter-Lücke, natürlich quer. Doch dann das: Der Kleine ragt so weit auf die Fahrbahn, dass es einfach nicht nach Parken aussieht, sondern eher wie eine Straßensperre. Hier reichten auch ein paar Zentimeter weniger nicht. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen. Vielleicht ein Stück auf den Bürgersteig fahren? Geht nicht, darf nicht, das wäre eine Behinderung. Bleibt nur eines: die Suche nach einem anderen Parkplatz. Und den finden wir gleich zwei Straßen weiter. Dort steht ein anderer Smart, diesmal längs in einer Lücke. Abstand zum nächsten Auto: etwa drei Meter. Eine legal nutzbare und dennoch exklusive Parklücke – denn hier passt nach wie vor nur einer rein: der Smart.

Fazit von AUTO BILD-Volontär Roland Niederlich

Die vorläufige Antwort auf die Querparkfrage: Es kommt darauf an. Auf die Lücke, auf den Knöllchenschreiber. Solange niemand behindert wird, duldet auch der Gesetzgeber das Querparken. Immerhin heißt es in Paragraf 12 Abs. 6 StVO: "Es ist platzsparend zu parken." Und das kann der Smart nach wie vor am besten.

Autor: Roland Niederlich

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