Partikelfilter zum Nachrüsten

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Partikelfilter zum Nachrüsten

— 23.02.2006

Diese Autos können Sie nachrüsten

Endlich: Dieselpartikelfilter zum Nachrüsten sind da. Der Einbau des Saubermanns wird bald steuerlich gefördert werden.

Neue Regierung, neue Regeln

Deutschlands Diesel sollen sich das Rauchen abgewöhnen, per Dieselpartikelfilter ("DPF"). Dieses Öko-Ziel hat die neue Bundesregierung von der alten übernommen. Die steuerliche Förderung dagegen soll nicht so großzügig ausfallen, wie sie noch 2005 geplant war.

Die gravierende Kürzung: Halter von Neuwagen mit DPF sollen keinen Zuschuß vom Finanzamt bekommen. Warum nicht? Die Antwort der Politik: Der DPF ist Stand der Technik, gehört bei Neuwagen deshalb werksseitig an Bord (Übersicht siehe AUTO BILD 5/06). Ab 2008 wünscht man sich dann die serienmäßige Ausrüstung aller Neuwagen mit dem Filter. Halter von neuen Dieseln ohne den Saubermann sollen ab 2008 mit erhöhten Kfz-Steuersätzen bestraft werden. So steht es kurz und bündig im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD.

Zitat: "Wir werden die Nachrüstung von Kraftfahrzeugen mit Partikelfiltern aufkommensneutral steuerlich fördern und ab 2008 neue Kraftfahrzeuge ohne diesen Standard mit einem steuerlichen Malus belegen." Die gute Nachricht darin: Die Nachrüstung von filterlosen Dieseln, die bereits auf der Straße sind, soll gefördert werden. Im Gespräch sind 250 Euro, wahrscheinlich als Steuerfreibetrag – beschlossen ist dazu aber noch nichts. Denn erst im Dezember hat der Bundesrat die technischen Rahmenbedingungen für die Nachrüstung verabschiedet. Nur Partikelfilter nach diesen Vorgaben erhalten auch eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Neben der Steuerförderung soll ein nachgerüsteter Wagen mit der geplanten Kennzeichnungsverordnung eine Plakette bekommen, die ihn als besonders schadstoffarm ausweist. Vier verschiedene Plaketten soll es geben, dies wurde bereits beschlossen. Im schlimmsten Fall bedeutet diese Regelung für Fahrzeuge mit hohem Rußausstoß ein Fahrverbot in einzelnen Städten.





Für viele Modelle gibt's Lösungen

Der Umweltschutz, die geplante Steuerförderung sowie die mögliche Fahrverbote sprechen also für die Nachrüstung mit einem Dieselpartikelfilter. Daneben der Werterhalt und die besseren Verkaufschancen als Gebrauchter. Wichtig aber: Die Abgas- und Steuernorm verbessert sich durch den Einbau des Partikelfilters nicht. Euro 3 bleibt also Euro 3, Euro 4 bleibt Euro 4. Die Produzenten von Nachrüstfiltern sind startbereit, Hersteller Twin-Tec und auch HJS können für viele Modelle bereits liefern und werden ihr Programm laufend auf weitere Fahrzeugmarken und Modelle erweitern. Auch der Hersteller Vitkus will in den nächsten Wochen folgen.

Wichtig für die Nachrüstung sind Typ, Motorkennbuchstabe, Baujahr, Abgasnorm und Hersteller- wie Typschlüsselnummern (HSN und TSN; im Fahrzeugschein "zu 2" und die ersten drei Ziffern "zu 3"). Die vorgeschriebene "PM-Stufe" ("Partikelminderungs-Stufe") des Filters ist verbunden mit der Abgasnorm. Die PM-Stufen reichen von eins bis drei. Stufe drei bezeichnet dabei den besten, also saubersten Wert.

Eine Frage mag sich der Dieselfahrer schließlich noch stellen: Ist die Nachrüsttechnik schon ausgereift? Die Antwort darauf lieferte bereits im Jahr 2004 der Nachrüstfilter von Twin-Tec in einem Dauertest von AUTO BILD. Nach 50.000 Kilometern Fahrt mit Filter in einem Golf IV TDI Variant hieß es: Alle Werte im grünen Bereich. Die Filter von HJS konnten bis jetzt noch nicht getestet werden.

Hier bekommen Sie Nachrüst-Filter

Ein Rußpartikelfilter wird zusätzlich zum vorhandenen Kat eingebaut. Ausnahme: Ist der Kat älter als fünf Jahre oder liegt seine Laufleistung über 80.000 Kilometer, darf er nicht weiterverwendet werden. Dann wird an Stelle dieses Kats ein neuer Rußfilterkat installiert. Jedem Einbausatz liegt eine Abnahmebescheinigung bei.

Die Werkstatt trägt die Fahrzeugdaten ein und bestätigt den Einbau. Damit kann sich der Halter die PM-Stufe eintragen lassen. Eine zusätzliche Abgasuntersuchung (AU) ist weder vor noch nach Einbau erforderlich, sondern erst zum üblichen Termin. Bei der AU gelten die Sollwerte des Fahrzeugherstellers unverändert weiter. Twin-Tec gibt für den Partikelfilter eine Garantie auf Funktionstüchtigkeit, Maßgenauigkeit und Lebensdauer für drei Jahre oder 80.000 Kilometer ab Einbau.

Twin-Tec, Eduard-Rhein-Str. 21, 53639 Königswinter, Telefon 0180/ 5 67 00 12, www.twintec.de; • HJS, Dieselweg 12, 58706 Menden, Telefon 02373/ 98 70, www.hjs.com; lieferbar ab zirka Mitte März 2006; • Vitkus Abgastechnik, Heideland West 1, 24941 Jarplund-Weding, Tel. 0700/ 13 33 07 00, www.katshop.de; lieferbar ab zirka April 2006.

Den kompletten Artikel samt einer Übersicht, für welche Modelle und welchen Preis es Nachrüstlösungen von Twin-Tec oder HJS (21 Seiten, nicht im Heft!) gibt, können Sie für 1,00 Euro in unserem Heftarchiv erwerben. Einfach hier klicken, und Sie sind im Download-Bereich!

Autor: Roland Bunke

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