Offboard-Navigation im Test, Teil 1

Navman GPS 4400 Wireless Navman GPS 4400 Wireless

PDA-Navigationssysteme im Test, Teil 1

— 18.11.2003

Völlig losgelöst

Karten sind out – Navigationssysteme sind in. Was vor fünf Jahren für horrende Aufpreise nur in Luxus-Limousinen verfügbar war, ist heute selbst in der Kompaktklasse nichts Ungewöhnliches mehr. Der neueste Trend macht Navigations-Systeme jetzt sogar unabhängig vom Auto. In loser Folge testen wir die aktuellen Systeme.

Navigations-Systeme werden mobil

Laut einer aktuellen Emind-Umfrage plant heute bereits jeder vierte Autofahrer, sein nächsten Fahrzeug mit Navigations-System zu kaufen – Tendenz steigend. Verantwortlich hierfür sind vor allem der rasante Preisverfall bei der Computer-Hardware und die immer genauer werdende GPS-Technik. Aktuelle Navigationssysteme peilen bis zu zwölf GPS-Satelliten gleichzeitig an und erreichen Ortungsgenauigkeiten von unter fünf Metern. Das ist gerade mal eine Wagenlänge. Aufwändige und somit teurerTechnik, die noch vor wenigen Jahren zur Ortsbestimmung zusätzlich Daten aus Tacho und Radsensoren mitverarbeitete, ist angesichts dieser Genauigkeit inzwischen so gut wie überflüssig.

Bei den so genannten PDA-Navigationssystemen ist die Technik, ähnlich wie bei Handys, nicht mehr fest mit dem Cockpit verbaut, sondern kann mitgenommen und sogar außerhalb des Fahrzeugs verwendet werden. Im Prinzip bestehen diese Systeme nur noch aus einer Antenne für den Empfang der GPS-Signale. Als zentrale Recheneinheit dienen Pocket-PCs. Waren diese Mini-Computer noch vor ein paar Jahren gerade mal zum Speichern von einigen Hundert Adressen und Terminen geeignet, stecken aktuelle Modelle mit Ihrer Rechenleistung und Speicherkapazität locker ältere Notebooks in die Tasche. Pixelige Schwarz-Weiß-Anzeigen wichen hochauflösenden Farb-Displays, die Speicherkapazität geht bis in den Gigabyte-Bereich. Kurz, Sie erfüllen alle Anforderungen, die ein Navigations-System braucht.

Navman GPS 4400 - Das Ei des Columbus

Erster Kandidat unserer Test-Serie ist das Navman GPS 4400 Wireless. Das Gerät besteht aus einer kompakten GPS-Einheit und ist kompatibel mit allen Pocket PCs ab 2002 oder höher. Unter den Testern hatte der Navman schnell den Spitznamen "Ei des Columbus" weg – einerseits wegen seiner Form, andererseits, weil er so unglaublich praktisch ist: Wie schon der Name sagt, kommuniziert der Navman mit dem Pocket PC drahtlos via Bluetooth-Schnittstelle. Das erspart lästigen Kabelsalat und macht das System unglaublich mobil: Einfach das "Ei des Columbus" in die Tasche stecken, Pocket-PC in die Hand, fertig ist das wandelnde Navigationssystem.

Die Darstellung ist gut und sehr detailliert. Die Kartenansicht enthält neben Straßen zahlreiche Zusatzinfos (POI = Point of Interest) wie Bauwerke, Theater und Restaurants. Diese sind mit interaktiven Menüs verknüpft und können direkt über die Karte angesteuert oder beispielsweise auch in weiteren Anwendungen des Organizers verwendet werden (Adressbuch). Vergrößerungen bis auf zehn Meter sind möglich.

So viel Detailreichtum hat seinen Preis: Wer das Kartenmaterial von ganz Deutschland auf den Pocket-PC überträgt, sollte über mindestens 128 MB freien Speicher verfügen. Wer weniger Platz hat, kann seine Strecken vorab planen und nur die Karten-Bereiche installieren, die benötigt werden. Hier ist die Investition in etwas mehr Speicher aber die deutlich bessere Alternative. Dafür klappt das Überspielen der Karten vom heimischen PC durch die mitgelieferte Navman-Software problemlos.

Schnelle und intelligente Routenplanung

Bei der Berechnung der Route ist der Navman mit durchschnittlich 18 Sekunden sehr schnell. Auch vom Verlassen der Strecke bis zur Neuberechnung der Route benötigt das System selten mehr als zehn Sekunden. Der Benutzer hat die Wahl zwischen verschiedenen Strecken-Optionen wie schnellste, kürzeste oder dynamische Route. Wer Maut-Strecken meiden will, kann diese bei der Routenplanung ausschließen. Auch Zwischenziele sind möglich. Die Routenführung ist intelligent. Bei einer unserer Testrouten wählte das Gerät sogar unsere Idealroute, die ansonsten nur ortskundigen Fahrern bekannt sein dürfte.

Neben der bunten, aber leider auch sehr ablenkungsträchigen Kartenansicht gibt es alternativ eine Pfeildarstellung. Beide Anzeigen sind kombinierbar Das System informiert über Fahrzeit, voraussichtliche Ankunftszeit und errechnet mittels GPS sogar die aktuelle Geschwindigkeit. Die Ansagen (männliche oder weibliche Stimme wählbar) klingen aus dem Lautsprecher des Pocket-PC etwas blechern, sind aber präzise und gut verständlich.

Das Gerät wird mit handelsüblichen Mignon-Zellen oder Akkus betrieben. Die versprochenen 30 Stunden Betriebsdauer sind sogar noch untertrieben. Für den Auto-Betrieb gibt es zusätzlich einen 12V-Adapter für den Zigaretten-Anzünder.

Was uns nicht so gut gefiel: Der Navman braucht beim Kaltstart (nach Batteriewechsel etc.) fast eine Minute, bis er seine GPS-Satelliten gefunden hat und betriebsbereit ist. Das Gehäuse wirkt etwas billig und könnte solider sein. Bei allzu schneller Eingabe der Koordinaten verhaspelt sich die Software gelegentlich: Während das System beispielsweise zu einer gewählten Buchstabenkombination passende Städte sucht, ist die Eingabe weiterhin aktiv. Wer dann weitere Daten eingibt, bekommt unter Umständen falsche Informationen angezeigt.

Fazit und Wertung

Alle Geräte müssen auf insgesamt vier Testrouten ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Bewertet werden neben der Qualität der Navigation auch die Bedienbarkeit, der Grad der Ablenkung im Verkehr und der Umfang des Zubehörs.

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