Bilder: Die Highlights der Auto China 2012

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Peking 2012: Die Highlights

— 24.04.2012

Mehr Luxus wagen

Die Europäer zeigen auf der Auto China 2012 viel begehrenswertes Blech im Luxussegment – SUVs, Sportler, Hybriden. Hier sind die Highlights aus Peking.

Ein offener Zweisitzer mit grimmigem Blick, Schwenktüren, die steil nach oben zeigen, dazu eine Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und ein richtungweisender Plugin-Hybrid-Antrieb, der es auf 250 km/h bringt. Der BMW i8 Spyder macht Lust auf die automobile Zukunft – so ähnlich soll schon 2014 ein reales Traumauto aus Bayern aussehen. Und doch läuft auf der Auto China ein anderer dem rasanten Sportler den Rang ab. Die Langversion der 3ers ist der unumstrittene Star auf dem BMW-Stand in Peking. Elf Zentimeter länger als das Standardmodell bietet die nur für den chinesischen Markt produzierte XXL-Variante mehr Fußraum für Passagiere im Fond. Wer sich in China Luxus made in Germany gönnt, der lässt sich gerne chauffieren.

Überblick: Die Stars der Auto China 2012 in Peking

Video: Auto China 2012

Die Stars aus Peking

Bei Audi steht eine Langversion im Mittelpunkt, die bisher nur als Konzept existiert: Der A6L e-tron. Die Plug-in-Hybridvariante kombiniert einen Elektromotor mit einem Zweiliter-Vierzylinder, der 211 PS leistet. Im elektrischen Betrieb soll der Audi A6 L e-tron bei konstant 60 km/h eine Reichweite von bis zu 80 Kilometer erreichen. Äußerlich unterscheidet sich die Hybridstudie vom bekannten Modell vor allem durch einen futuristisch anmutenden Kühlergrill mit quer laufenden Lamellen. Audi ist die erfolgreichste deutsche Marke in China und will diese Position mit dem Q3 ausbauen. Das Kompakt-SUV soll ab Sommer 2012 vor allem jüngere Käufer locken. Das Showcar zum Q3 muss deshalb als Freizeitmobil für Trendsportler herhalten. Und extra fürs Jahr des Drachens ist die Sonderedition speziell auf die Bedürfnisse von Kitesurfern ausgelegt. Clever? In China sind selbst Nischen größer als anderswo.

Überblick: Alle News und Tests zum Porsche Cayenne

Der Porsche Cayenne GTS positioniert sich zwischen dem S-Modell und dem Turbo.

Solche Gags braucht Porsche nicht. Am Stand der Zuffenhauser dreht sich in Peking alles um den Cayenne GTS. Und der kommt wirklich – im Juli 2012. Das Modell wird die Lücke zwischen Cayenne S und Turbo schließen und dabei aber innen wie außen die sportlichste Variante der Baureihe darstellen. Die Karosserie liegt 24 Millimeter tiefer als beim Cayenne S, die Radhäuser sind verbreitert, Schweller und Dachspoiler deutlich stärker ausgearbeitet. In Deutschland beginnen die Preise für das neue Modell bei circa 90.000 Euro. Im Reich der Mitte lässt sich dieser Preis mühelos verdoppeln. Einfuhr-, Mehrwert- und Luxussteuer schrecken jedoch kaum ab. "Der durchschnittliche chinesische Cayenne-Käufer verdient 400.000 Dollar im Jahr, besitzt vier Autos und vier Immobilien", erklärt Audis Chinachef Helmut Bröker. Volle Auftragsbücher und Lieferzeiten von neun bis zwölf Monaten ermöglichen einen Ausbau des Porsche-Werks in Leipzig.

Auch Citroën kämpft wieder um Marktanteile im Premiumsegment. Die Studie des DS9, ein Shooting Brake mit Hybridantrieb, soll einmal das neue Flagschiff der Marke werden und wird zunächst nur für China entwickelt. Dafür platziert man den DS9 auf der Messe in Peking so exklusiv auf einem eigenen Stand fern der buckligen Verwandtschaft. Ohne umweltfreundliche Konzepte geht auch in China nichts mehr auf den Automessen. Besonders in der Oberklasse stellen Käufer Fragen über die Zukunft der Antriebstechnik. Über den Millionenstädten im Osten des Landes hängt dicker Smog, in Peking wird an einigen Tagen bis zu 400 mg Feinstaub pro Kubikmeter gemessen. Und im Hinblick auf die steigenden Zulassungszahlen fürchtet das Reich der Mitte die zunehmende Abhängigkeit vom Öl. Immer drastischere Verordnungen sollen Hersteller und Bevölkerung zum Umdenken bewegen. Für die Hauptstadt gelten Fahrverbote, die umlaufend 20 Prozent der Autos betreffen. Chinas Autoindustrie unterliegt einem rasanten Wandel.

Von den dreisten und kuriosen Kopien europäischer Erfolgsmodelle müssen sich die Besucher chinesischer Messen verabschieden. Einerseits wehren sich Porsche, BMW und Co inzwischen erfolgreich vor chinesischen Gerichten gegen Designpiraten und schützen die Patente ihrer Modelle. Andererseits werden die heimischen Hersteller spürbar erwachsen. So gibt es bei Geely, Great Wall & Co eigenständige Entwicklungen, die zumindest beim Design mit der Konkurrenz aus Japan und Südkorea mithalten. Auch technisch sucht die aufstrebende Industrie Anschluss. Shanghai Automotive Industry (SAIC) entwickelt einen eigenen Brennstoffantrieb für den Rover-Nachfolger Roewe. Und mit der einst britischen Marke Morris Garage (MG) traut sich SAIC zu, im europäischen Heimatland Marktanteile zu gewinnen. Das Crossover-Konzept MG Icon soll eine Kehrtwende im Design ankündigen, es erinnert an die stilistischen Wurzeln von MG und schafft mit einer Mischung aus Retroelementen und modernen Proportionen einen eigenen Stil.

Autor: Burkhard Knopke

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