Peking 2012: VW-Konzernabend

Peking 2012: VW-Konzernabend Peking 2012: VW-Konzernabend

Peking 2012: VW-Konzernabend

— 22.04.2012

Dabei sein ist nicht alles

Audi Q3, VW E-Bugster, Lamborghini Urus, Porsche Cayenne GTS: Zum Auftakt der Auto China 2012 zeigt der Volkswagen-Konzern, wo es im Reich der Mitte langgehen soll.

Peking, Water Cube. Bei den Olympischen Sommerspielen vor vier Jahren war das Nationale Schwimmzentrum Schauplatz für 25 Weltrekorde. Mit acht Goldmedaillen wurde hier der Amerikaner Michael Phelps zum strahlenden Sieger und gilt seitdem als erfolgreichster Wettkämpfer seiner Sportart, der Welt und aller Zeiten. Kein schlechter Ort für die Presseveranstaltung der Volkswagen AG, ein Konzern, der bis 2018 Weltmarktführer werden will. Und kein schlechter Ort in einem Land, das 2018 längst der größte Automarkt der Welt sein wird.

Überblick: Die Stars der Auto China 2012 in Peking

Video: Peking 2012

Das Video zur VW-Show

Der Water Cube liegt direkt neben Pekings riesigem Olympiastadion. 1800 Medienvertreter finden Platz in der extravaganten Konstruktion noch reicht dem deutschen Autokonzern das kleinere Schwimmzentrum für die Nabelschau seiner europäischen Töchter. Den Auftakt macht VW mit der Spaßstudie E-Bugster: Die Kombination aus Beetle und Speedster fährt in Peking zum ersten Mal offen über eine Bühne. Der Zweisitzer hat einen Elektromotor, der den gechopten Beetle in 10,9 Sekunden auf 100 km/h schaffen soll. Ob und wann der Roadster kommt, steht noch nicht fest. Doch für VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg soll dieses Auto vor allem zeigen, dass Volkswagen in der Welt für Freiheit, Individualität und Umweltbewusstsein steht drei Werte, die das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas ihrem Volk noch verordnen muss.

Goldener Drache im Wind: Audi Q3 für Kitesurfer

Gestatten: Jinlong Yufen, der "Goldene Drache im Wind". Audi hat einen Q3 zum multimedialen Surfmobil umgemodelt.

Mit einer eindrucksvollen Wassershow kündigt Audi die Markteinführung des Q3 im Reich der Mitte an. Das Showcar des Kompakt-SUV hört auf den Namen Jinlong Yufeng (goldener Drache im Wind) und soll dem Q3 ein junges, sportliches Image verpassen. Auf dem Dach trägt der goldene Drache LED-Scheinwerfer und zwei Kite-Boards aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff. Und weil junge Leute nicht nur verrückte Sportarten treiben, sondern sich dabei auch fotografieren wollen, sind in der Seitenwand des Laderaums zwei Funsport-Kameras verstaut. Die sollen am Helm des Kite-Surfers befestigt werden, um per WLAN Fotos ins Auto zu senden das die Aufnahmen schließlich per Bluetooth-Telefon an Freunde verteilt. Vorsprung durch überflüssige Technik? Auf dem Steg, der quer übers Wettkampfbecken führt, wirkt der Q3 jedenfalls wie ein Quietsche-Entchen für den automobilen Nachwuchs.

Porsche Cayenne GTS

Für Porsche ist China der zweitwichtigste Markt nach den USA, jeder dritte Cayenne geht bereits an zahlungskräftige Aufsteiger im Osten. Ein Luxusproblem: Der Cayenne verkauft sich blendend, obwohl die Marke in China kaum mit Motorsport in Verbindung gebracht wird. Als kleine Lehrstunde in Sachen Marken-DNA fährt deshalb Rennlegende Jacky Ickx mit einem ohrenbetäubenden Porsche 953 von 1984 durch die Halle, Porsches erster Allradler war Gewinner der Rallye Paris-Dakar. Die heimischen Journalisten scheinen etwas irritiert über das alte Auto und den vielen Krach. Sie versöhnt der zweite Porsche des Abends: der Cayenne GTS, der mit 420 PS die Lücke zwischen Cayenne S (400 PS) und Turbo (500 PS) schließt.

Skoda rollt den MissionL nach Peking

Der Skoda Mission L (bei uns "Rapid") soll in China das Zeug zum Statussymbol haben.

Deutlich schwerer hat es Skoda auf dem chinesischen Markt. Während die Tschechen in Europa eine preisbewusste Kundschaft ansprechen, versucht sich die Marke in China als Statussymbol. Mit dem MissionL zeigt Skoda ein fast serienreifes Modell, das mit üppigem Platzangebot und großem Kofferraum auch chinesische Bedürfnisse befriedigen soll. Bei uns war MissionL bereits auf der IAA 2011 zu sehen, als Skoda Rapid wird die Limousine für etwa 13.000 Euro zwischen Fabia und Octavia rangieren.

Checken, was in China geht: Seat Ibiza Cupra Concept

Spanisches Temperament für den chinesischen Markt? Der Seat Ibiza Cupra Concept soll die Akzeptanz ausloten.

Dass auch Seat sein Glück im Osten suchen soll, steht fest. Doch für die Spanier ist der asiatische Markt ein Sprung ins kalte Wasser. Seat-Chef James Muir gibt sich optimistisch: Immerhin sei gerade in Shenzhen der erste Seat an einen chinesischen Kunden ausgeliefert worden. Der Ibiza Cupra Concept zeigt scharfe Kanten, LED-Leuchten und ein eigenständiges Profil. Ob allerdings das Konzept "Sportlichkeit zum günstigen Preis" auch bei den statusbewussten Chinesen ins Schwarze trifft, bleibt abzuwarten.

Weltpremiere: Lamborghini-SUV "Urus"

Brachiale Leistung kommt immer gut: Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann zeigt das SUV "Urus" als Weltpremiere.

Markant der Auftritt von Stephan Winkelmann. Der Chef der Audi-Tochter Lamborghini hat gewöhnlich eine denkbar unbequeme Sitzpositionen in den Fahrzeugen, die er präsentiert. Der Lamborghini Urus stellt keine hohen Anforderungen an die Gelenkigkeit seines Fahrers das SUV ist knapp fünf Meter lang und zwei Meter breit. Mittels Leichtbaus soll der 600 PS starke Urus weniger als zwei Tonnen auf die Waage bringen und dank Hybridantrieb bis zu 25 Kilometer rein elektrisch fahren können. Ob er je gebaut wird, ist noch nicht entschieden. Aber Lamborghini sei immer kompromisslos, extrem und italienisch. Zumindest in diesen drei Disziplinen hat Lambo heute Gold gewonnen.

Autor: Burkhard Knopke

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