Personalie

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— 06.07.2004

Beim Daimler wird rotiert

Der Ex-designierte Mercedes-Benz-Chef Wolfgang Bernhard geht zu GM. Der verpasste Posten geht an Nutzfahrzeugchef Eckard Cordes.

Inthronisierung wider Willen

Die Zeit der Ungewissheit geht fr Wolfgang Bernhard zu Ende. Noch in diesem Monat entscheidet sich die Zukunft des 43-jhrigen DaimlerChrysler-Vorstandsmitglieds. Der Ex-Chrysler-Vize und einst designierte Mercedes-Benz-Chef dessen Berufung der Aufsichtsrat aber drei Tage vor dem Amtsantritt wegen angeblich strategischer Differenzen stoppte erhlt offenbar einen Job bei General Motors. Branchenkenner erwarten, dass er oberster Produktionschef beim grten Autobauer der Welt wird.

Bekannt gegeben werden soll der Wechsel zeitgleich mit weiteren Umbesetzungen im DaimlerChrysler-Vorstand. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" gilt es als sicher, dass der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 28. Juli den Nutzfahrzeugvorstand Eckard Cordes zum neuen Mercedes-Benz-Chef ernennen wird und damit zum Nachfolger von Prof. Jrgen Hubbert. Dessen Vertrag endet im Frhjahr 2005. Die Fhrung des Lastwagen-Bereichs beim deutsch-amerikanischen Konzern soll dem Vernehmen nach Rdiger Grube bernehmen. Grube ist zurzeit Vorstand fr Konzernentwicklung. Auf den imagetrchtigen Posten des Vorstandschefs der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Maybach, Smart) hatten sich nach dem berraschenden Aus von Bernhard mehrere Daimler-Manager Hoffnungen gemacht. Zu den Kandidaten zhlten unter anderem Smart-Chef Andreas Renschler und auch Forschungsvorstand Thomas Weber.

Die Entscheidung zu Gunsten von Cordes fiel dem Vernehmen nach bereits Mitte Mai bei der Erffnung des neuen Technologiecenters des Formel-1-Partners McLaren im englischen Woking. Der amtierende Nutzfahrzeug-Chef soll sich allerdings geziert haben, Mercedes-Chef zu werden. Der Grund: Cordes wollte ursprnglich die Neuordnung der Lkw-Sparte erfolgreich abschlieen. Nun kann Grube von den Vorleistungen seines Vorgngers profitieren. Cordes fuhr die Verlustsparte innerhalb von vier Jahren wieder aus den roten Zahlen.

Verschiebung der Machtverhltnisse

Zur fachlichen Vorbereitung fr seine knftige Aufgabe hat sich Grube bereits Michael Gpfarth als strategischen Planer in sein Team geholt. Gpfarth arbeitete beim ehemaligen Daimler-Nutzfahrzeug-Vorstand Kurt Lauk als Sekretr des Geschftsfelds. Um Bernhard ranken sich derweil zahlreiche Gerchte. Zuletzt hie es, dass er mit Volkswagen verhandelt. Angeblich wolle Konzernchef Bernd Pischetsrieder extra eine neue Vorstandsposition bei der Hauptmarke VW schaffen.

Volkwagen wollte dies nicht kommentieren. Allerdings heit es in Branchenkreisen, dass mehrere Unternehmen an Bernhard dran sind. Darunter womglich eben auch Volkswagen. Gleichwohl scheinen die Chancen von GM gro zu sein. Dem Vize-Vorstandschef von General Motors, Bob Lutz, und Bernhard wird ein uerst gutes Verhltnis nachgesagt. Durch die zu erwartende Ernennung von Grube und Cordes verschieben sich innerhalb des Konzernvorstands die Machtverhltnisse. Galten bislang Cordes und Chrysler-Prsident Dieter Zetsche nach dem berraschenden Aus von Bernhard als aussichtsreichste Kandidaten fr die Nachfolge Schrempps, stehen nun Cordes und Grube vornan.

Wie Zetsche mit der neuen Situation umgehen wird, ist offen. Ebenso wie Bernhard geniet Zetsche in Amerika groen Respekt fr seine Leistungen. Zudem ist er beliebt als der Deutsche, "der Amerikas beliebtesten Auenseiter (Chrysler) gerettet hat", wie US-Zeitungen schrieben. Fr Zetsche und Bernhard stnden in den USA alle Tren offen, heit es bei den Konkurrenten Ford und GM.

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