Peugeot 208 Facelift (2015): Fahrbericht

Peugeot 208 Facelift (2015): Fahrbericht

— 19.05.2015

So fährt der neue Peugeot 208

Rund drei Jahre nachdem Peugeots 208 mit seinem ungewöhnlichen Cockpitdesign die Autowelt durcheinandergewirbelt hat, gönnen die Franzosen ihrem wichtigsten Modell nun eine Frischzellenkur. Fahrbericht!

Neue Rückleuchten im markentypischen Krallendesign und ein paar kleine Schönheitskniffe prägen das Heck.

Ein Facelift ist oftmals eine recht unspektakuläre Angelegenheit. Ein paar neue Stoßfänger und Leuchten hier, frische Polster und Lacke dort, das war es auch schon. Nicht so bei Peugeot: Neben dem bereits Genannten spendiert man dem 208 auch so nette Gimmicks wie neue Assistenzsysteme, ein aufgefrischtes Infotainment und eine sinnvoll erweiterte Motorenpalette. Und wie fährt sich der neue 208 nun? Kurz gesagt: So agil wie bislang, denn in puncto Fahrwerk und Lenkung bestand ohnehin kaum Nachholbedarf. Mit seinem straff, aber nicht zu holprig abgestimmten Unterbau zählte schon der bisherige 208 zu den spritzigeren Vertretern seiner Klasse, und das winzige Lenkrad mit den darüber angeordneten Instrumenten kennen wir ebenfalls bereits seit drei Jahren – samt seiner Stärken und Schwächen. Wer Wert auf eine korrekte Sitzposition legt, wird keine Probleme mit der Ablesbarkeit haben, bei Lümmelfahrern dagegen kollidiert der Lenkkranz blicktechnisch gern mit dem unteren Teil des Tachobereichs. Der 208 erzieht seinen Piloten quasi zu einer korrekten Sitzhaltung.

Peugeot 208 Facelift (2015): Preise

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News und Tests zu Peugeot

Die mattgraue Lackierung kostet kostet 680 Euro Aufpreis.

Außen hat sich am 208 nicht so viel getan – speziell im Heckbereich. Neue Rückleuchten im markentypischen Krallendesign und ein paar kleine Schönheitskniffe müssen reichen. Die Front ist dagegen merklich schärfer geraten. Die runden Nebelleuchten im Stoßfänger weichen großflächigen, dunklen Inlays, die Leuchten dürfen nun deutlich markanter dreinblicken, und der Grill ist mit dreidimensionalen Elementen gestaltet. Besonders fallen diese Neuerungen ins Auge, wenn sich der Testwagen – wie in unserem Falle – in einen der beiden neuen, mattartigen Strukturlacke hüllt. Diese tragen die Namen Ice Silver und Ice Grey und kosten 680 Euro Aufpreis – durchaus vertretbar, wenn man sich vor Augen hält, was die Konkurrenz zum Teil für ihre Mattlacke aufruft. Von der Oberfläche her erinnern die Ice-Lacke ein wenig an mittelfeines Schmirgelpapier, doch laut Peugeot sind die neuen Farben waschanlagentauglich und können im Werk sogar auf derselben Lackierstraße wie die Uni- und Metalliclacke aufgetragen werden. Dazu gibt es zwei neue Personalisierungspakete in den Farben Menthol-White und Lime-Yellow für innen und außen.

Peugeot spendiert neue Assistenzsysteme, ein aufgefrischtes Infotainment und eine erweiterte Motorenpalette.

Motorisch gefällt uns vor allem der Dreizylinder-Turbo mit 110 PS, den wir so und in einer weiteren Leistungsstufe mit 130 PS bereits aus dem 308 kennen. Im leichteren Kleinwagen reicht die schwächere Ausbaustufe völlig aus, um den 208 agil und spaßig über die Landstraße zu scheuchen. Akustisch hält sich das Zylindertrio mit Ausnahme eines leicht kernigen, aber nicht weiter störenden Röhrens angenehm im Hintergrund. Neu seit dem Facelift: Der Dreizylinder ist nun auch in Kombination mit einer komfortabel abgestimmten 6-Stufen-Automatik zu haben, die aber speziell beim Herunterschalten etwas zum Rucken neigt.
Fahrbericht: Peugeot 308 GT

Es gibt zwei neue Personalisierungspakete in den Farben Menthol-White und Lime-Yellow für innen und außen.

Ebenfalls neu sind zwei überarbeitete 1,6-Liter-Diesel mit 100 respektive 120 PS. Vom Erstgenannten verspricht sich Peugeot einen rekordverdächtigen Normverbrauch von nur 3,0 Litern pro 100 Kilometer. Freilich konnten wir auf der ersten Ausfahrt im hügeligen Grazer Hinterland noch keinen repräsentativen Testverbrauch ermitteln, doch auf Abschnitten ohne allzu heftige Steigungen wies der Bordcomputer 3,8 Liter aus – bei zurückhaltender, aber nicht übertrieben sparsamer Fahrweise. Über die komplette Testrunde – also inklusive der heftigen Anstiege an den Grazer Weinbergen – waren es 4,3 Liter. In der Praxis gehen wir also eher von rund vier Litern aus. Dennoch kein schlechter Wert. Niedrige Drei-Komma-Verbräuche sind jedoch nur im flachen Land bei gleichbleibend verhaltenem Tempo erreichbar.

Peugeot 308 GT (2015): Fahrbericht

Peugeot 308 GT Peugeot 308 GT Peugeot 308 GT
Der 20 PS stärkere Diesel packt gefühlte 500 Umdrehungen eher zu, als sein – besonders untenrum – etwas lethargisch wirkender kleiner Bruder. Dies liegt vor allem an den respektablen 300 Newtonmetern, mit denen der 1.6er auf die Vorderräder losgeht. Der Eindruck bestätigt sich beim Blick in die Datentabelle: 9,4 Sekunden auf Tempo 100 sind 1,7 weniger als beim BlueHDi 100. Obenraus geht beiden Selbstzündern aber nahezu zeitgleich die Puste aus. Beim kleinen Diesel ist bei Tempo 187 Schluss, die 120-PS-Version erreicht nur drei km/h mehr.
Peugeot Foodtruck: Studie mit Gastronomie

Für Menschen mit Parkproblemen gibt es eine Rückfahrkamera.

Wer mit dem Einparken schon mal Probleme hat, kann sich nun mittels einer Rückfahrkamera helfen lassen; in der Topausstattung ist diese für 520 Euro im Paket mit dem neuen City-Notbremsassistenten zu haben. Dieser bremst den 208 im Stadtverkehr bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h automatisch ab. Dazu spendiert Peugeot dem Multimediasystem nun eine Mirror-Link-Funktionalität, mit der sich das Smartphone spiegeln lässt. Neuigkeiten gibt es auch von der Sportversion GTi zu vermelden: Der reguläre GTi bekommt nun den Euro-6-konformen 208-PS-Motor des eigentlich limitierten GTi 30th; dessen Rolle übernimmt nun der GTi by Peugeot Sport – inklusive Brembo-Bremsanlage, Spurverbreiterung, Tieferlegung und Differenzialsperre.

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Preislich ist sich der 208 nahezu treu geblieben: 100 Euro kostet die aufgefrischte Basis nun mehr als bisher – egal, ob als Drei- (12.400 Euro) oder Fünftürer (13.150 Euro). Der Spritspardiesel kommt nun in der mittleren Linie Active 150 Euro teurer, die Toplinie Allure wird dagegen je nach Motorisierung 250 bis 500 Euro günstiger. Für den GTi verlangt Peugeot nun 23.500 Euro, der "by Peugeot Sport" kostet ab 27.790 Euro.
Autor:

Alexander Bernt

Fazit

Peugeot hat den 208 in puncto Sicherheit und Effizienz an den wichtigen Stellen aufgewertet. Zudem bietet der Bestseller nun das Potenzial zum Blickfänger – besonders mit dem neuen Strukturlack.

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