Peugeot 3008 Hybrid4: Test — 08.02.2012
Löwenstarker Dieselhybrid
Peugeot scheut keinen Aufwand, um Sprit zu sparen, und bringt den 3008 als Dieselhybrid. Frankreich hat mal wieder eine Revolution. Wir haben den Löwen mit dem Doppelherz getestet.
Überblick: Alle News und Tests zum Peugeot 3008

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Erster Dieselhybrid im Test
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Kompakte Hybriden leiden an schwachbrüstigen Benzinmotoren und kapazitätsknappen Akkus, denen auf der Autobahn schnell der Saft ausgeht. Selbst bei mildem Tempo quälen sie sich hochtourig und kraftlos Berge hinauf. Während sich Toyota Prius oder Honda Insight nur mit ihren Benzinern kaum vernünftig fahren ließen, schafft im 3008 der Diesel mit 300 Nm eine Grundlage, die eigentlich keine elektrische Unterstützung mehr braucht. So kann er die Kraft des Elektromotors ganz zum Sparen nutzen. Mit den 1,1 kWh Kapazität seines Akkus fährt der Peugeot 3008 bis zu vier Kilometer rein elektrisch – ganze Stadtteile durchstromert er so laut- und emissionslos. Im ZEV-Modus fährt der 3008 nur mit der Kraft seines Elektroantriebs. Im Normalbetrieb schaltet sich der Diesel dagegen früh, aber sehr sacht zu. Er ist an das automatisierte Sechsganggetriebe EGS6 gekoppelt. Nervt es in anderen PSA-Modellen mit langen Zugkraftunterbrechungen und Schaltrucken, glättet der Elektromotor die Gangwechsel hier bei niedrigem Tempo mit kurzem Kraftschub.Nur zwei Kleinigkeiten stören im Alltag mit dem Hybrid4: zum einen der hakelige Wählhebel mit seinen unsauber abgegrenzten Ebenen. Zum anderen: Geht der Fahrer vom Gas, regeneriert der Elektromotor Bewegungsenergie. Wie ein Dynamo am Fahrrad bremst das. Im 3008 so sehr, dass sich in der Stadt normales Bremsen fast erübrigt. Allerdings variiert der Grad der Verzögerung je nach Ladungsstand des Akkus. Bei voller Batterie fällt die Verzögerung viel geringer aus als bei leerer. Logisch, weil ein voller Akku keine Energie mehr aufnehmen kann. Also muss der Fahrer immer den Batteriestand kennen, um einzuschätzen, wie heftig der 3008 beim Gaswegnehmen an Fahrt verliert.
Und was bringt das alles? Der Testverbrauch: 6,5 Liter Diesel/100 km im Schnitt, 5,4 Liter minimal. Klingt nicht überragend, angesichts der Werte eines Toyota Prius. Bedenkt man aber, das der subjektiv unwesentlich temperamentvollere Audi Q5 Hybrid kaum unter zehn Liter Super/100 km zu bringen ist, zeigt das die neue Qualität des Dieselhybridantriebs. Allrad kann das System auch noch. Ansonsten ist es halt ein ganz normaler 3008, der auch hier mit viel Platz, guter Variabilität, weniger mit Agilität oder Federungskomfort aufwartet. Der 3008 Hybrid4 ist ein überzeugendes Auto – wenn man einen 200 PS starken, 1,8 Tonnen schweren Hybriden als Lösung betrachtet. Und nicht als andere Form des Problems.
| Fahrzeugdaten | Peugeot 3008 Hybrid4 |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Hubraum | 1997 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 120 (163)/3850 |
| Nm bei 1/min | 300/1750 |
| Elektromotor kW (PS) bei 1/min | (Dauerleistung) 20 (27)/2000 |
| Elektromotor Nm bei 1/min | (Dauerleistung) 100/1290 |
| Vmax | 191 km/h |
| Getriebe | elektr. gesteuertes Sechsgangschaltgetriebe (EGS6) |
| Antrieb | Allradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 225/50 R 17 Y |
| Radgröße | 7,5 x 17" |
| Abgas CO2 | 104 g/km |
| Verbrauch* | 4,1/3,9/4,0 l |
| Tankinhalt | 56 l/Diesel |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 770/500 kg |
| Kofferraumvolumen | 377–1185 l |
| Grundpreis | 36.150 Euro |
| * innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | |
| Messwerte | Peugeot 3008 Hybrid4 |
|---|---|
| Beschleunigung | |
| 0–50 | 3,3 s |
| 0–100 km/h | 9,2 s |
| 0–130 | 15,9 s |
| 0–160 km/h | 28,9 s |
| Zwischenspurt | |
| 60–100 km/h | 5,0 s |
| 80–120 km/h | 6,7 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1792/453 kg |
| Gewichtsverteilung vorn/hinten | 56/44 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,2/12,2 m |
| Bremsweg | |
| aus 100 km/h kalt | 36,6 m |
| aus 100 km/h warm | 36,1 m |
| Innengeräusch | |
| bei 50 km/h | 59 dB (A) |
| bei 100 km/h | 64 dB (A) |
| bei 130 km/h | 70 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,5 l/100 km – 171 g/km |
| Reichweite | 860 km |
| Sparfahrt – CO2 | 5,4 l/100 km – 143 g/km |
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Kommentare zum Artikel (41)
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Der Spareffekt ist erwartungsgemäß in der Stadt am höchsten. Für (EU-) Länder die den Hybrid stark subventionieren (KFZ-Steuer, Ersparung des Selbstbehaltes, etc.) ist diese Fahrzeug sicher ein attraktives Angebot. Ein Sparmobil ist er sicher nicht. Der "Löwe" sollte aber auch ein wenig abspecken - knapp 1,8t Leergewicht sind keine Meisterleistung.
Nicht gerade sparsam, wenn man bedenkt, dass der neue 320 d einen Testverbrauch von 5,4 l hat. Sowohl von den Fahrleistungen, als auch vom Verbrauch eine andere Welt.
Franzosen können keine sparsame Autos bauen. Mein Passat Kombi, 1,8 Tonnen schwer mit 235er Reifen, TDI 170 PS CR, ohne BMT (Regeneration, Start-Stop-Automatik, usw.) trinkt nur 6 l/100, und kann Tempo 225 fahren. Diesel mit hybrid wird sparsam nur wenn ein Deutscher Hersteller sich daran beschäftigt (leichtere Autos, bessere Aerodynamik, effizientere Verbrennungsmotoren)
Ich fahre einen 5008 mit 2.o-Liter Diesel.Der hat vergleichbare Fahrleistungen und mein Verbrauch liegt bei 6-6.5 l auf 100km.Dazu bietet er sehr viel mehr Platz,3 Einzelsitze hinten und doppelt soviel Kofferraum-bei weniger Gewicht.Der Preis als Tageszulassung lag bei 22000,-Euro mit jeglichem Schnickschnack.Also selbst mir als ausgesprochenem Peugeot-Fan käm dieses Auto nicht ins Haus.Kosten-Nutzenbilanz stimmt da einfach nicht..Trotzdem sollte man das Konzept weiterentwickeln um es eines Tages wirtschaftlich zu machen.
Beim Prius wird nach und nach der elektr. Zweig größer werden. Der kleine Verbrenner bietet eh kaum noch optimierungs Potenzial. Was hat mehr Drehmoment wie ein Diesel? Richtig ein Magnetmotor. Was bietet mehr Beschleunigungsenergie als ein Turbolader? E-Boost aus einem Leistungsstarken PlugIn Akku. http://www.youtube.com/watch?v=NqTY9y3cECI&feature=related