Drei kompakte SUVs im Vergleich

Nissan Qashqai Mitsubishi ASX Peugeot 3008

Peugeot 3008/Mitsubishi ASX/Nissan Qashqai: Test

— 18.09.2017

Der Löwe brüllt am besten

Der Bauch sagt SUV. Und der Kopf schüttelt sich: zu teuer! Die Lösung sind Kompakt-SUVs mit Spardiesel – wie 3008, ASX und Qashqai.

Zeiten ändern sich. Und auch Farben. Vor 44 Jahren sang unser damaliger Außenminister Walter Scheel noch "Hoch auf dem gelben Wagen". Für einen guten Zweck. Aktuell mischt die Autoindustrie das Volkslied leicht verändert ab, jetzt heißt es "Hoch auf dem grünen Wagen". Denn kompakte Hochsitze, neudeutsch als SUV verkauft, liegen voll im Trend. Und begeistern die Kunden umso mehr, wenn sie trotz ihres hohen und damit verbrauchssteigernden Aufbaus sparsam unterwegs sind.

Auch die Modellpflege ändert nichts am Kern des Qashqai

Frisch gemacht: Der Qashqai tritt als Facelift zum Vergleich an – am Raumkonzept ändert sich nichts.

Drei dieser Knauser-SUVs haben wir hier versammelt. Mit Grundpreisen um die 26.000 Euro alle noch bezahlbar. Und dank kleinem Diesel mit Handschaltung sowie dem Verzicht auf den meist überflüssigen Allrad auch mit rund sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer zufrieden. Klingt gut. Wie gut, das klärt unser Vergleich. Der frisch geliftete Nissan Qashqai trifft auf Peugeot 3008 und Mitsubishi ASX – welchem gelten am Ende die lautesten Hoch-Rufe? Das Raumkonzept des Qashqai haben sie bei Nissan nicht verändert. Einerseits gut so, denn im Qashqai-Innenraum kommen auch lange Kerls gut klar und genießen die manierlichen Sitze – vorn wie hinten. Und bis zu 1585 Liter Kofferraum sorgen für entspannte Urlaubstouren. Mehr schluckt hier keiner.
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Für große Passagiere wird es im Mitsubishi zu schnell eng

Vergleichsweise eng: Panoramadach und hoch montierte Sitze rauben dem ASX Innenraumhöhe.

Andererseits zeigt der Peugeot, dass bei ähnlichen Abmessungen durchaus mehr geht. Im 3008 freuen wir uns vor allem über einen Hauch mehr Luft überm Scheitel und ein paar zusätzliche Zentimeter an den Schultern – vor allem wichtig, wenn hinten tatsächlich mal alle drei Plätze belegt sind. Richtig gemütlich wäre es im 3008, wenn außerdem die guten AGR-Sitze verbaut wären – die kosten zwar 1100 Euro extra, sind aber größer und bequemer gepolstert als die dünnen Seriensitze. Obwohl mit 4,36 Metern nur minimal kürzer als seine Mitstreiter, fühlen wir uns im ASX deutlich eingeengter. Ab 1,90 Metern fällt es schwer, erhobenen Hauptes zu reisen. Was zwei Ursachen hat. Erstens raubt das optionale Panoramadach wertvolle Innenhöhe. Und zweitens montiert Mitsubishi die eher schmächtigen Sitze vorne wie hinten höher als die Konkurrenz.
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Der Peugeot 3008 gehorcht seinem Piloten aufs Wort

Gut gelungen: Beim Peugeot 3008 gefallen besonders das Cockpit-Layout und die Connectivity.

Im Fond verfallen wir so zwar weniger in die Frosch-Hocke, müssen aber den Kopf einziehen – auf langen Touren ziemlich unentspannt. Mit leiser Enttäuschung reagieren wir beim Qashqai auf die verpasste Chance, mit dem Facelift auch das Multimediamenü frisch abzuschmecken. Zwar bietet Nissan jetzt jede Menge Sicherheitsassistenten bis hin zum Querverkehrswarner hinten, außer ein paar Apps herrscht bei den Onlinefunktionen (wie im ASX) aber Ebbe – das kann der 3008 viel besser. Der Franzose unterstützt sowohl Android als auch Apple und gehorcht aufs Wort. Und mit seinem kleinen Lenkrad zum Darüberspicken bietet der Peugeot ein ebenso besonderes wie gut funktionierendes Cockpit-Layout.
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Weitere Details zu den drei getesteten SUVs finden Sie in der Bildergalerie.
Fahrzeugdaten Mitsubishi Nissan Peugeot
Modell ASX 1.6 DI-D Qashqai 1.5 dCi 3008 BlueHDi 120
Motor Vierzylinder, Turbo Vierzylinder, Turbo Vierzylinder, Turbo
Einbaulage vorn quer vorn quer vorn quer
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/1 2 pro Zylinder/1 2 pro Zylinder/1
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Zahnriemen Zahnriemen
Hubraum 1560 cm³ 1461 cm³ 1560 cm³
kW (PS) bei 1/min 84 (114)/3600 81 (110)/4000 88 (120)/3500
Nm bei 1/min 270/1750 260/1750 300/1750
Vmax 182 km/h 182 km/h 189 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Sechsgang manuell Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/55 R 18 V 225/45 R 19 W 225/55 R 18 V
Reifentyp Bridgestone Dueler H/P Sport Michelin Pilot Sport 4 Michelin Primacy 3
Radgröße 7 x 18" 7 x 19" 7,5 x 18"
Abgas CO2 119 g/km 99 g/km 104 g/km
Verbrauch* 5,2/4,2/4,6 l 4,2/3,6/3,8 l 4,7/3,5/4,0 l
Testverbrauch
Sportverbrauch 7,9 l/100 km 7,3 l/100 km 7,5 l/100 km
Testverbrauch 6,1 l/100 km 5,3 l/100 km 5,7 l/100 km
Sparverbrauch 5,1 l/100 km 4,2 l/100 km 4,7 l/100 km
Tankinhalt 63 l/Diesel 55 l/Diesel 52 l/Diesel
SCR-Kat/AdBlue-Tank - - S/17 l
Kältemittel R1234yf R1234yf R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 69 dB(A) 69 dB(A) 69 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1400/695 kg 1350/697 kg 1500/685 kg
Kofferraumvolumen 419-1219 l 430-1585 l 520-1482 l
Länge/Breite/Höhe 4355/1810–2133/1640 mm 4394/1806–2070/1624 mm 4447/1906–2098/1624 mm
Testwagenpreis 29.990 Euro 30.990 Euro 31.900 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km (Herstellerangabe); ** 54 km Autobahn, davon 20 km Vollgas; *** Durchschnitt der 155-km-Testrunde von AUTO BILD; **** 101 km Stadt und Land mit wenig Gas
Messwerte Mitsubishi Nissan Peugeot
Beschleunigung
0–50 km/h 3,6 s 3,8 s 3,6 s
0–100 km/h 11,6 s 11,8 s 11,0 s
0–130 km/h 21,0 s 21,0 s 19,4 s
0–160 km/h 41,8 s 40,0 s 35,6 s
Elastizität
60–100 km/h (4./5. Gang) 7,5/10,4 s 8,9/13,2 s 8,0/11,4 s
80–120 km/h (5./6. Gang) 11,2/12,8 s 13,1/17,2 s 11,8/15,9 s
Leergewicht/Zuladung 1468/512 kg 1424/486 kg 1492/478 kg
Gewichtsverteilung v./h. 60/40 % 63/37 % 59/41 %
Wendekreis links/rechts 11,3/11,6 m 11,4/11,5 m 10,9/10,9 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 37,2 m 34,1 m 35,0 m
aus 100 km/h warm 38,1 m 34,5 m 35,3 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 59 dB(A) 59 dB(A) 58 dB(A)
bei 100 km/h 67 dB(A) 67 dB(A) 65 dB(A)
bei 130 km/h 72 dB(A) 70 dB(A) 69 dB(A)
Testverbrauch – CO2 6,1 l – 161 g/km 5,3 l – 140 g/km 5,7 l – 152 g/km
Reichweite 1030 km 1030 km 900 km
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Geräumig und komfortabel, dazu sparsam und dank SCR-Kat sauber – der Peugeot 3008 wird souveräner Sieger. Dem Nissan fehlt nicht nur der NOX-Killer, sondern auch Feinschliff. Dem günstigen ASX merkt man die betagte technische Basis an – für Rechner.

Autoren: Gerald Czajka, Mirko Menke

Stichworte:

Kompakt-SUV

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